Graz: Steiermark, Polen – Ermittlungserfolg nach Raub - 40 "Hooligans" ausgeforscht

vonRedaktion Salzburg
SEPTEMBER 07, 2026

Polizeiauto - Symbolbild
© johnnypicture, fotolia.com

Nach dem Raubüberfall auf der A9 im November 2025, bei dem zwei Kroaten von "Hooligans" beraubt wurden, erzielte das Landeskriminalamt Steiermark im Zuge monatelanger Ermittlungen einen bedeutenden Ermittlungserfolg. Es konnten bislang 40 Tatverdächtige identifiziert werden, 24 Personen wurden festgenommen.

Nachdem bereits in der Tatnacht auf den 7. November 2025 im Zuge einer Großfahndung 20 polnische Fußballanhänger festgenommen worden waren, führte das Landeskriminalamt Steiermark akribische Folgermittlungen durch. In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Graz, den polnischen Polizeibehörden in Warschau sowie dem österreichischen Verbindungsbeamten in Polen gelang es den Ermittlern, weitere 20 Tatverdächtige auszuforschen.

EU-Haftbefehle vollstreckt und Auslieferungen vollzogen

Für vier der ausgeforschten Männer erließ die Staatsanwaltschaft Graz nationale Festnahmeanordnungen sowie Europäische Haftbefehle. Die polnischen Behörden vollzogen daraufhin am 8. und 11. Juli 2026 Zugriffe in Polen. Mittlerweile wurden alle vier Tatverdächtigen nach Österreich ausgeliefert – die letzte Überstellung erfolgte am 3. September 2026 – und den österreichischen Justizbehörden übergeben.

Erste Verurteilungen und internationale Resonanz

Aufgrund der noch immer andauernden Erhebungen wurden bislang insgesamt 40 namentlich bekannte Tatverdächtige bei der Staatsanwaltschaft Graz angezeigt, von denen 24 festgenommen werden konnten. Das Landesgericht für Strafsachen Graz verurteilte bereits am im Juni 2026 acht der Tatverdächtigen in erster Instanz zu teils mehrjährigen Haftstrafen.

Der gezielte Schlag gegen die radikale Fan-Gruppe stieß auch in den polnischen Medien auf große Aufmerksamkeit und ein entsprechendes Berichtsecho.

Erstmeldung:

„Hooligans“ raubten Bargeld - A9, Premstätten, Bezirk Graz-Umgebung/Arnwiesen, Bezirk Weiz. – Eine Gruppe von offensichtlich radikalen Anhängern eines polnischen Fußballvereines steht im Verdacht, Donnerstagabend, 6. November 2025, einen kroatischen Pkw zum Anhalten genötigt und beschädigt sowie die Insassen beraubt und verletzt zu haben. 20 Personen wurden festgenommen.

Gegen 23:00 Uhr dürften polnische Fußballanhänger nach einem Fußballspiel in Slowenien auf der A9 (Fahrtrichtung Graz) mit ihren Pkw einen zufällig in dieselbe Richtung fahrenden kroatischen Pkw zum Anhalten gezwungen haben. In der Folge dürften die Verdächtigen den Pkw mit Baseballschlägern beschädigt haben. Die beiden kroatischen Insassen des angehaltenen Pkws wurden unbestimmten Grades verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Die Verdächtigen entwendeten aus dem kroatischen Pkw Bargeld in der Höhe von mehreren Tausend Euro und flüchteten in Richtung Norden.

Nach der Anzeigenerstattung wurden sofort Fahndungsmaßnahmen seitens der Polizei ergriffen und die verdächtigen polnischen Fahrzeuge von mehreren Polizeistreifen auf der A2, Höhe Arnwiesen, angehalten. 20 Personen wurden festgenommen und in das Polizeianhaltezentrum Graz eingeliefert. Die weiteren Erhebungen hat das Landeskriminalamt Steiermark übernommen.

Quelle: LPD Steiermark

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