vonRedaktion Salzburg
FEBRUAR 18, 2026
Walter Skokanitsch
Von 17. bis 20. Februar 2026 bringen die Landesinnungen Mechatronik, Metalltechnik und Fahrzeugtechnik der Wirtschaftskammer Wien das interaktive Berufsorientierungsevent „Techniker*innen von Morgen“ ins Westfield Donau Zentrum. Ziel der Initiative – die bereits zum vierten Mal stattfindet – ist es, mehr als 1.000 Schüler:innen im Alter von 13 bis 17 Jahren für technische Lehrberufe zu begeistern.
Rund 1.200 Teenager werden bei der Veranstaltung erwartet: Ziel der Veranstaltung im Westfield Donau Zentrum ist es, niederschwellig und mit Praxisbezug die breite Palette an vielfältigen Berufsmöglichkeiten in der Technik aufzuzeigen und die jungen Menschen optimalerweise direkt mit Ausbildungsbetrieben in der Mechatronik, Metall- und Fahrzeugtechnik zusammenzubringen.
„Wir wollen jungen Menschen greifbare Eindrücke aus unserer Arbeitswelt mitgeben und zeigen: Technik ist vielseitig, zukunftsweisend und voller Chancen“, erklärt Peter Merten, Wiener Landesinnungsmeister Mechatronik. „Chancen, die auch junge Frauen nutzen sollten – denn von ihnen gibt es noch viel zu wenige bei uns. ‚Techniker*innen von Morgen‘ soll durch das direkte Erlebnis vor Ort auch mögliche Barrieren und Vorbehalte in den Köpfen abbauen.“
Praxis, Action und Technik – Mitmach-Stationen warten auf Jugendliche
Im Mittelpunkt der vier Veranstaltungstage stehen zahlreiche interaktive Mitmach-Stationen. An allen Stationen stehen Lehrlinge als Coaches bereit, um ihre Lehrberufe vorzustellen. So erhalten alle Interessierten ein authentisches Bild vom Arbeitsalltag und können selbst ausprobieren, was hinter den technischen Berufen steckt. Namhafte Wiener Unternehmen wie SEW Eurodrive, ÖBB, Rejlek GmbH, Erwin Reumüller TEWA GmbH, Pirker Kühlung, Innotec, MA48, Repa-Rad-Tur, Frühwald, PPJ, Merten GmbH, Wittka, Senft und Gebrauchtbikes.at betreuen die Stationen vor Ort und vermitteln so einen authentischen Eindruck, was hinter den jeweiligen Tätigkeiten steckt.
„Wenn Jugendliche zum ersten Mal ein Werkstück in den Händen halten, selbst schrauben, bohren oder löten, entsteht ein unmittelbares Verständnis dafür, wie viel Präzision und Kreativität hinter diesem Prozess stecken“, sagt Christian Adamovic, Wiener Landesinnungsmeister der Metalltechnik. „Solche direkten Erfahrungen bleiben nachhaltig im Gedächtnis, stärken das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und öffnen oft ganz neue Perspektiven für die spätere Berufs- und Ausbildungswahl.“
Bei den Mechatroniker*innen können die Jugendlichen etwa einen Elektromotor wickeln, einen Elektrorollstuhl ausprobieren, fahrradtechnische Reparaturen durchführen, Scheinwerferkontakte anlöten oder erleben, wie mithilfe des Spritzgusses Bauteile entstehen. Im metalltechnischen Bereich kann man selbst ein Werkstück wie „Thors Hammer“ drehen und dieses anschließend durch Galvanisierung individuell veredeln. Auch die Sicherheitstechnik wird ausprobiert. In der Fahrzeugtechnik stehen unter anderem Reifenwechsel, Bremsen und Lenkungscheck am Programm, auch das Lackieren und Ausdrücken von Karosseriedellen kann geübt werden. Anmeldungen für die einzelnen Stationen sind beim Infodesk direkt im Veranstaltungsbereich – in der ARENA im Westfield Donau Zentrum – möglich.
Eine besondere Attraktion ist das Exoskelett, das vor Ort nach Anmeldung getestet werden kann – dabei steht im Mittelpunkt, hautnah zu erleben, wie uns diese tragbaren Hilfsmittel in Zukunft bei körperlichen Tätigkeiten unterstützen könnten. Am Eishockeytisch bekommen alle Interessierten nicht nur einen Einblick in die Klimatechnik, sondern können sich auch gemeinsam batteln.
„Lehre ist kein Plan B, sondern ein klarer Weg mit Zukunftsperspektive“, sagt Emin Yilmaz, Wiener Landesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik. „Gerade in der Technik zeigt sich, wie die Lehrlingsausbildung von heute aussieht – modern und digital, aber gleichzeitig auch bodenständig und handwerklich. Wer diesen Weg einschlägt, bekommt vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und echte Karrierechancen in einer Branche, die aktiv an der Zukunft mitarbeitet.“
Hightech trifft Handwerk: Lehrberufe für die Technik von morgen
Die Mechatronik verbindet Mechanik, Elektronik und Informatik, sie steckt in den verschiedensten Geräten – vom E-Scooter und Klimaanlagen über Produktionsmaschinen und Röntgengeräte bis hin zu Waschmaschinen und Fahrrädern. Der Lehrberuf ist zweistufig: Auf die zweijährige Ausbildung im Grundmodul Mechatronik folgt eine 1,5-jährige Ausbildung in einem von sechs Hauptmodulen. Wer sich noch weiter vertiefen will, kann zusätzlich ein halbjähriges Spezialmodul dranhängen. 2025 absolvierten in Wien rund 450 junge Menschen eine Lehre in diesem vielfältigen Berufsfeld.[1]
Metalltechnik ist ein Modullehrberuf mit einer Ausbildungsdauer von in der Regel 3,5 Jahren, die sich bei zusätzlichen Spezialisierungen auf bis zu 4 Jahre verlängern kann. Die Ausbildung ist in ein Grundmodul und ein Hauptmodul gegliedert, wobei im Hauptmodul aus neun fachlichen Schwerpunkten gewählt werden kann. Im Jahr 2025 gab es etwa 450 Wiener Lehrlinge in der Metalltechnik.1
In der Fahrzeugtechnik bieten sich mehrere praxisnahe Lehrmöglichkeiten an: Der Weg zu Kraftfahrzeugtechniker*in, Karosseriebautechniker*in, Reifen- und Vulkanisationstechniker*in oder Wagner*in benötigt rund 3,5 Jahre. Rund 1.400 Lehrlinge machten 2025 in der Bundeshauptstadt eine Ausbildung in diesen Fachbereichen.1
„Wien ist die Stadt der Mädchen und Frauen. Dazu gehört es überholte Rollenbilder zu überwinden, Chancen aufzuzeigen und neue Wege zu ermöglichen. Frauen sind in technischen Berufen stark unterrepräsentiert. Deswegen ist es umso wichtiger, das Interesse der Mädchen für technische Zukunftsjobs durch einen praxisnahen Zugang zu wecken. Dieses gemeinsame Ziel müssen wir als Stadt Wien mit den Sozialpartnern und den Wiener Betrieben verfolgen. Denn wirtschaftliche Unabhängigkeit ist die Voraussetzung für gesellschaftliche Gleichberechtigung“, betont Kathrin Gaál, Wiener Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin für Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung und Frauen.
Lehre als zukunftssicherer Karriereweg
Fachkräfte werden nach wie vor gesucht: Die gezielte Nachwuchsförderung in technischen Berufen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor einer nachhaltigen Industriestrategie. Berufsveranstaltungen in den Bereichen der Mechatronik, Fahrzeug- und Metalltechnik leisten dazu einen wichtigen Beitrag.
Sonja Reumüller, Wiener Landesinnungsmeister-Stellvertreterin Mechatronik, betont die Wichtigkeit des Lehrstellenausbaus: „Für uns in der Mechatronik ist klar: Mehr Fachkräfte sind der Schlüssel zur technologischen Zukunft. Mit einer technischen Lehre sind Jugendliche bestens für die Herausforderungen des Arbeitsmarktes gerüstet, denn das Know-how in diesem Bereich wird auch in vielen Jahren noch gefragt sein. Das schafft nicht nur vielfältige Karrieremöglichkeiten, sondern ebenso zukunftssichere Jobs.“
Neben wertvollen Einblicken in den Berufsalltag bietet „Techniker*innen von Morgen“ auch Raum für Austausch, Orientierung und Motivationsimpulse. Vanessa Schöbinger, ehemaliger Mechatronik-Lehrling bei der Merten-Gruppe, spricht aus Erfahrung: „Ich hätte mir früher nicht gedacht, wie vielseitig und spannend eine technische Lehre sein kann. Meine Lehre hat mir nicht nur fachliches Know-how vermittelt, sondern auch mein Selbstvertrauen gestärkt. Gerade für Mädchen lohnt es sich, Technik einfach einmal auszuprobieren – oft entdeckt man dabei Fähigkeiten, die man sich vorher gar nicht zugetraut hätte.“
Technik erlebbar machen
Die Initiative „Techniker*innen von Morgen“ setzt bewusst darauf, Technik erlebbar zu machen und nachhaltig im Gedächtnis zu verankern. „Technik steht für die Zukunft – und diese wird von jungen Menschen gestaltet. Es ist unsere Aufgabe, die nächste Generation dabei zu fördern, die technischen Herausforderungen von morgen zu lösen“, betont Peter Merten und unterstreicht damit den Anspruch der Initiative, frühzeitig Begeisterung zu wecken und nachhaltige Impulse für den Fachkräftenachwuchs zu setzen.
Auch auf Bezirksebene findet das Engagement Anklang: „Allein in Wien-Donaustadt haben wir über 50 Lehrbetriebe in der Mechatronik, Metall- und Fahrzeugtechnik. Veranstaltungen wie ´Techniker:innen von Morgen´ vermitteln nicht nur konkrete Berufsfelder, sondern ermöglichen jungen Menschen auch direkt in Berufe hineinzuschnuppern. Das weckt Begeisterung und eröffnet attraktive Zukunftsperspektiven“, meint Ernst Nevrivy, Bezirksvorsteher von Wien-Donaustadt.
Veranstaltungsdetails
Was: „Techniker*innen von Morgen“ – Lehrlingsevent der Innungen Mechatronik, Metalltechnik und Fahrzeugtechnik in der Wirtschaftskammer Wien
Wann: 17.-20. Februar 2026, 09:00-17:00 Uhr
Wo: Westfield Donau Zentrum (Arena, Ebene 0; Nähe Eingang 4), Wagramer Str. 94, 1220 Wien
Kontakt zu den Lehrbetrieben: https://mechatronik.at/werde-technikerin
Quellen:
[1] LEHRLINGSSTATISTIK 2025, Wirtschaftskammern Österreichs
Über die Landesinnungen Wien der Mechatronik, Metalltechnik und Fahrzeugtechnik
Die Landesinnung Wien der Mechatronik vertritt die Interessen der rund 1.700 Wiener Mechatronik-Betriebe mit mehr als 5.000 Mitarbeiter*innen. Zentrale Schwerpunkte liegen in der Aus- und Weiterbildung, der Qualitätssicherung sowie der Förderung von Innovation und Fachkräftenachwuchs. Weitere Informationen unter mechatronik.at
Die Wiener Metalltechnik-Innung kümmert sich um die Interessen der Arbeitgeber*innen vielseitiger Branchen im Metallgewerbe. Die rund 1.000 Mitgliedsunternehmen – darunter Metalltechniker*innen, Metalldesigner*innen und Oberflächentechniker*innen – beschäftigen mehr als 2.500 Menschen in Wien. Weitere Informationen unter wko.at/wien/metalltechnik
Die Wiener Landesinnung Fahrzeugtechnik vertritt die Interessen der Kraftfahrzeugtechniker*innen, Vulkaniseur*innen, Karosseriebautechniker*innen, Karosserielackierer*innen und Wagner*innen. Die 800 Mitgliedsunternehmen in Wien beschäftigen fast 3.100 Fachkräfte. Weitere Informationen unter wko.at/wien/fahrzeugtechnik
Als Teil der Wirtschaftskammer Wien unterstützen die drei Landesinnungen ihre Mitglieder bei wirtschaftlichen, rechtlichen und fachlichen Anliegen und engagieren sich aktiv für die Zukunft der technischen Berufe in Wien.
Quelle: Stadt Wien