vonRedaktion Salzburg
JÄNNER 25, 2026
Tirol
Fünf weitere Stellen im Bereich der Schulpsychologie für das Schuljahr 2026/27
Pandemie, Kriege, Klimasorgen – die Krisen der vergangenen Jahre haben besonders bei Kindern und Jugendlichen ihre Spuren hinterlassen. Die Bildungsdirektion für Tirol setzt daher einen klaren Schwerpunkt auf psychosoziale Unterstützung und stockt die Schulpsychologie an heimischen Pflichtschulen und weiterführenden Schulen auf. Insgesamt stellt der Bund fünf Stellen für neue SchulpsychologInnen in Tirol bereit. „Unsere Kinder und Jugendlichen brauchen in herausfordernden Zeiten verlässliche Ansprechpersonen. Mit der Erweiterung der Schulpsychologie sorgen wir dafür, dass Hilfe bei Herausforderungen im Schulalltag oder familiären Problemen stärker greift“, betont Bildungslandesrätin Cornelia Hagele und führt weiter aus: „Wir wollen niemanden allein lassen. Denn mentale Gesundheit ist die zentrale Voraussetzung für einen erfolgreichen Schulalltag und die persönliche Entwicklung.“
Fünf zusätzliche Stellen in der Schulpsychologie
Mit den zusätzlichen Stellen steigt der aktuelle Personalstand an SchulpsychologInnen von bisher 17,5 auf 22,5 Vollzeitäquivalente für Tirol. Der erste neue Schulpsychologe hat seine Tätigkeit bereits aufgenommen, die weiteren Stellen werden mit Jänner und Februar 2026 neu besetzt. Neu ausgeschrieben wird außerdem eine Stelle im Bereich der Schulsozialarbeit an den Bundesschulen.
„Diese personelle Verstärkung verfolgt das klare Ziel, das bestehende schulpsychologische Angebot auszuweiten und stärker in die Bezirke zu tragen. Damit wird auch auf den gestiegenen Unterstützungsbedarf reagiert“, informiert LRin Hagele. Für Kinder und Jugendliche sind damit kürzere Wartezeiten in der Beratung und Diagnostik absehbar. Mehr Workshops zu Themen wie Mobbing, Gewalt und Krisenintervention sollen zudem das Bewusstsein rund um mentale Gesundheit vertiefen.
Beratung, Orientierung, Krisenhilfe – Unterstützung in herausfordernden Zeiten
„Die Schulpsychologie steht SchülerInnen und Eltern bzw. Erziehungsberechtigten, aber auch Lehrkräften und der Schulleitung kostenlos und vertraulich zur Verfügung“, informiert Brigitte Thöny, die Leiterin der Abteilung Schulpsychologie und Schulärztlicher Dienst in der Bildungsdirektion für Tirol. Im vergangenen Schuljahr 2024/25 nahmen in den schulpsychologischen Beratungsstellen und an den Schulen insgesamt 3.751 SchülerInnen die Angebote der Schulpsychologie Tirol in Anspruch. Insgesamt haben die SchulpsychologInnen mehr als 22.900 Beratungsgespräche mit SchülerInnen, Erziehungsberechtigten, Lehrpersonen oder Unterstützungspersonal geführt und waren für 90 Primärpräventionen und Konfliktinterventionen in Tiroler Schulklassen im Einsatz.
Beratungsstellen gibt es in allen Tiroler Bezirken. Das Unterstützungsangebot reicht von Lernproblemen, Prüfungsangst und Überforderung, Orientierungslosigkeit und Zukunftssorgen bis hin zu psychosomatischen Beschwerden. Weitere Kernpunkte liegen auf belastenden familiären Situationen, Gewalterfahrungen und aktuellen Krisen. Als Anmeldegrund bei der Schulpsychologie wurden in 50 Prozent der Fälle „Lernen“, in 26 Prozent „Lernen und Verhalten“ und in jeweils zwölf Prozent „Bildungsberatung“ oder „Krise“ angegeben.
Psychosoziale Hilfe weiter stärken
„Die Aufstockung der Schulpsychologie ist ein wichtiger Schritt, um die Tiroler Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu begleiten. Bereits jetzt fordern wir, auch im kommenden Schuljahr zusätzliche Planstellen zu schaffen“, gibt LRin Hagele einen Ausblick auf die nächsten Jahre. Die Kontaktaufnahme erfolgt auf freiwilliger Basis telefonisch oder per E-Mail, anschließend vereinbaren die SchulpsychologInnen einen Beratungstermin – persönlich, in der Schule, online oder telefonisch. Zusätzlich ist die bundesweite Schulpsychologie-Hotline rund um die Uhr unter 0800 211 320 erreichbar. Als Ergänzung steht seit Oktober 2025 erneut das bundesweite Angebot „Gesund aus der Krise“ zur Verfügung, das Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 21 Jahre kostenlose psychologische Behandlung und Therapie ohne lange Wartezeiten ermöglicht. Der Hotline-Dienst fungiert als Anlaufstelle, die bei Bedarf an geeignete Beratungs- und Behandlungsstellen weiter verweist.
Quelle: Land Tirol