vonRedaktion Salzburg
APRIL 09, 2026
Tirol
Bilanz Winterfahrverbote
Bis inklusive Ostermontag galten in den Bezirken Innsbruck-Stadt und Innsbruck-Land (Brennerverkehr), Imst, Kufstein, Reutte und Schwaz die Winterfahrverbote für den Ausweichverkehr. Nun liegt die Bilanz vor: Seit 20. Dezember 2025 wurden insgesamt rund 411.400 Fahrzeuge auf die Hauptverkehrsrouten zurück auf das hochrangige Straßennetz geleitet. Besonders viele Ausweichversuche gab es auch diesen Winter wieder im Bezirk Reutte mit insgesamt über 173.400 zurückgewiesenen Fahrzeugen. Kontrolliert werden die Fahrverbote von der Polizei mit Unterstützung von vom Land beauftragten Straßenaufsichtsorganen. Mit dem neuen Intelligente Verkehrssysteme-Gesetz (IVS) sind Anbieter von Navigationssoftware nun verpflichtet, auch temporäre Fahrverbote – wie jene für den Ausweichverkehr in Tirol – in ihre Systeme einzuspielen. „Die Bilanz des heurigen Winters zeigt deutlich, wie groß der Verkehrsdruck von Nord nach Süd und in Tirol ist. Wir halten an unseren strengen Maßnahmen gegen den Ausweichverkehr fest, mittlerweile folgen uns auch andere europäische Regionen. Wir setzen weiterhin auf strenge Kontrollen und passen die Maßnahmen wenn notwendig an. Wir haben uns von Tirol aus dafür stark gemacht, dass die Abfahrverbote in den Navi-Systemen angezeigt und Ausweichrouten nicht mehr aufscheinen werden. Dass diese Forderung in das Regierungsprogramm und jetzt in ein Gesetz übernommen wurde, ist ein Erfolg für die Sicherheit in Tirol“, so Landeshauptmann Anton Mattle. Die Kontrollen wurden in den letzten Jahren laufend verstärkt. Diesen Winter wurden dafür vonseiten des Landes 550.000 Euro für Straßenaufsichtsorgane zur Verfügung gestellt.
Große Hoffnung in Wirkung des neuen Gesetzes
Das von Bundesverkehrsminister Peter Hanke vorgelegte IVS-Gesetz verpflichtet alle Navigationsdienstleister, temporäre Fahrverbote in ganz Österreich in ihre Software einzuspielen und die entsprechenden Routen auf dem niederrangigen Straßennetz nicht mehr als Ausweichmöglichkeiten bei Staus oder Verzögerungen anzuzeigen. „Damit ist uns ein weiterer Meilenstein gegen den Ausweichverkehr gelungen“, betont Verkehrslandesrat René Zumtobel: „Die Erfahrungen aus mittlerweile acht Jahren Fahrverboten auf dem niederrangigen Straßennetz in Tirol zeigen, dass viele Durchreisende aus Unwissenheit oft blindlinks auf Gemeindestraßen, manchmal sogar Forstwegen oder Langlaufloipen landen. Werden erst gar keine Alternativrouten angezeigt, kann das in der Zukunft dazu beitragen, den Ausweichverkehr zu verringern und die Versorgungssicherheit in den Gemeinden sicherzustellen. Wir werden jetzt die Fahrverbote und Erfahrungen der vergangenen viereinhalb Monate gemeinsam analysieren und die Erkenntnisse ins Maßnahmenpaket für den Sommerreiseverkehr einfließen lassen.“ Wie rasch das IVS-Gesetz von den Navigationsanbietern in die Praxis umgesetzt wird und wie sich das auf das Fahrverhalten der Durchreisenden auswirkt, wird der kommende Sommer zeigen. „Wir werden die Situation jedenfalls weiterhin gemeinsam mit der Exekutive ganz genau beobachten“, sagt LR Zumtobel.
Die Fahrverbote für den Ausweichverkehr während der Sommersaison werden bereits in wenigen Wochen in Kraft treten. Informationen dazu folgen zeitnahe.
Bilanz Winterfahrverbote | Zurückgewiesene Fahrzeuge nach Bezirk:
Gesamt: 411.400
Quelle: Land Tirol