vonOTS
FEBRUAR 24, 2026
Foto: BMIMI/Holzer
Verkehrsminister Peter Hanke und Amtskollege Jozef Ráž unterzeichnen Absichtserklärung für bessere Verbindungen Wien - Bratislava sowie Ausbau internationaler Schienenkorridore.
Der slowakische Verkehrsminister Josef Ráž hat heute seinen österreichischen Amtskollegen Peter Hanke zu einem Arbeitsgespräch in Wien besucht. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Verkehrsinfrastruktur zwischen Österreich und der Slowakei. Als Ergebnis des Treffens unterzeichneten beide Minister eine gemeinsame Absichtserklärung zur weiteren Vertiefung der Zusammenarbeit – mit klarem Schwerpunkt auf dem Ausbau und der Modernisierung der Bahnverbindungen. Das Ziel ist es, den Menschen in beiden Ländern eine noch bessere Anbindung ins Nachbarland zu ermöglichen.
Verkehrsminister Peter Hanke: „Die Bahn ist das Rückgrat einer nachhaltigen und leistungsfähigen Mobilität in Europa. Mit der heutigen Absichtserklärung setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt für schnellere, dichtere und zuverlässigere Verbindungen zwischen Österreich und der Slowakei. Unser Ziel ist ein moderner, grenzüberschreitender Schienenverkehr, der den Menschen konkrete Vorteile bringt und zugleich den Wirtschaftsstandort stärkt. Die enge Partnerschaft mit der Slowakei ist dabei ein zentraler Erfolgsfaktor.“
Stundentakt zwischen Wien und Bratislava ab 2026
Ein zentrales Vorhaben ist die weitere Verbesserung der Bahnverbindung zwischen Wien und Bratislava über Marchegg. Die im Jahr 2025 abgeschlossene Elektrifizierung und Modernisierung dieser Strecke wird von beiden Seiten als wichtiger Meilenstein gewertet und bildet die Grundlage für den nächsten Ausbauschritt. Ein wichtiger Schritt ist die weitere Verdichtung des Fahrplans mit einer stündlichen Verbindung über den gesamten Tag. Damit wird das Angebot für Pendlerinnen und Pendler, Studierende sowie Reisende deutlich attraktiver und verlässlicher.
Auf slowakischer Seite werden die Planungen für den zweigleisigen Ausbau sowie für die Ausrüstung des Abschnitts zwischen der Staatsgrenze und Devínska Nová Ves mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS weiter vorangetrieben. Beide Staaten vereinbarten, den engen Informationsaustausch über den Planungsstand fortzusetzen.
Neue Direktverbindungen zum Flughafen Wien
Ein weiterer Baustein der vertieften Zusammenarbeit ist die bessere Anbindung des Flughafens Wien an das slowakische Bahnnetz. Österreich verfolgt den Bau einer neuen Bahnstrecke vom Flughafen Wien nach Bruck an der Leitha („Airport Link“). Zusätzlich ist ein zweigleisiger Ausbau zwischen Parndorf und der Staatsgrenze bei Kittsee geplant. Auf slowakischer Seite werden langfristige Überlegungen für einen zweigleisigen Ausbau zwischen Bratislava Petržalka und der Staatsgrenze bei Kittsee angestellt.
Die durchgehende Ausrüstung der Strecke mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS soll die Effizienz und Sicherheit im grenzüberschreitenden Verkehr weiter erhöhen. Diese Maßnahmen würden künftig direkte Bahnverbindungen vom Flughafen Wien nach Bratislava Petržalka und darüber hinaus ermöglichen und damit sowohl den Wirtschaftsstandort als auch den internationalen Tourismus stärken.
Ausbau des Hochgeschwindigkeitsverkehrs
Die Absichtserklärung setzt auch ein klares Signal für die langfristige Einbindung der Region in das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz. Beide Länder bekennen sich zur aktiven Unterstützung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs im Rahmen der europäischen Zielsetzungen. In Österreich ist vorgesehen, die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke Wien–Marchegg künftig auf bis zu 200 km/h anzuheben. In der Slowakei werden langfristige Planungen für eine mögliche Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Bratislava und Kúty in Richtung Tschechien verfolgt. Langfristig könnten diese Entwicklungen neue betriebliche Möglichkeiten für internationale Fernverkehrszüge eröffnen – etwa für Verbindungen zwischen Wien und der Tschechischen Republik über einen künftig geplanten neuen Bahnhof Bratislava West.
Abstimmung bei Modernisierung der Nordbahn Richtung Tschechien
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Modernisierung der Nordbahn zwischen Wien und der Staatsgrenze bei B?eclav. Um die Auswirkungen der Streckensperren während der Bauarbeiten auf den Personen- und Güterverkehr möglichst gering zu halten, wollen Österreich und die Slowakei ihre Bauzeitpläne frühzeitig abstimmen. Die slowakische Seite hat ihre Bereitschaft signalisiert, im Bedarfsfall Umleitungsverkehre über ihr Bahnnetz zu ermöglichen.
Quelle: OTS