Tirol: Legionellen - Land Tirol informiert über Risikofaktoren

vonRedaktion Salzburg
OKTOBER 07, 2026

Tirol

Stehendes, warmes Wasser in Leitungen ist größter Nährboden für Legionellen

Legionellen sind Bakterien, die schwere Lungenentzündungen, die sogenannte Legionärskrankheit, bei Menschen auslösen können. In Leitungen mit stehendem, warmem Wasser finden sie ihren besten Nährboden. Sie vermehren sich insbesondere in Warmwassersystemen bei Temperaturen zwischen 25?und 45?Grad Celsius. Erst bei Temperaturen über 60 Grad Celsius sterben die Bakterien verlässlich ab. Ein erhöhtes Risiko für eine Verbreitung besteht daher überall dort, wo Wasser nicht ausreichend erhitzt oder regelmäßig ausgetauscht wird, z. B. in Wasserleitungen, die nur selten oder gar nicht mehr benutzt werden. In warmen Sommermonaten können sie auch in Kaltwasserleitungen entstehen, wenn diese nicht ausreichend isoliert sind und sich durch die hohen Temperaturen aufwärmen.

Größter Irrtum: Eine Infektion wird nicht durch das Trinken von belastetem Wasser ausgelöst, sondern erfolgt vor allem durch das Einatmen feinster, mit Legionellen belasteter Wassernebel oder Wassertröpfchen. Der Großteil der Personen, die Legionellen eingeatmet haben, bleibt ohne Symptome. Nur ein geringer Anteil erkrankt an einer Lungenentzündung. Besonders gefährdet sind Erwachsene mit geschwächtem Immunsystem, ältere Personen und Personen mit chronischen Lungenerkrankungen. Um vor allem öffentliche Gesundheitseinrichtungen wie Altersheimen und Krankenanstalten zu sensibilisieren und eventuelle Infektionsquellen zu verhindern, wurde seitens des Landes bereits ein Informationsschreiben an alle Alten- und Pflegeheime, die Gesundheitsämter der Bezirkshauptmannschaften und der Stadt Innsbruck sowie alle Krankenanstalten und niedergelassenen FachärztInnen der Allgemeinmedizin und Inneren Medizin übermittelt.

Lange Hitzemonate begünstigen mögliche Verbreitung

Aber auch in privaten Haushalten können erwärmte Gebäude und Wasserleitungen zu einer Verbreitung von Legionellen führen, erklärt Amtsärztin Barbara Schmid: „Vor allem lange Hitzeperioden während der Sommermonate begünstigen eine mögliche Verbreitung von Legionellen in Warmwassersystemen. Grund dafür: Menschen duschen zwar öfter, jedoch kälter, Warmwasserleitungen werden seltener genutzt und durch die erwärmten Gebäude steigt auch die Temperatur in den Kaltwasserleitungen. Deshalb ist es auch jetzt im Herbst und den aktuell teils noch sehr warmen Temperaturen wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass Wasserleitungen stets gut mit heißem Wasser durchgespült werden sollen.“

Legionellen sind in der Umwelt, insbesondere im Wasser, auf natürliche Weise weit verbreitet. Sie können aber auch in künstlichen Wassersystemen (z. B. Kühltürme, Whirlpools, Befeuchtungsanlagen, Innen-Dekorationsbrunnen, Beckenbädern, Thermalquellen) oder Warmwasserversorgungsanlagen von Großgebäuden (z. B. Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Beherbergungsbetriebe, Bäder, Wohnanlagen) auftreten.

Praktische Maßnahmen für den eigenen Haushalt

Die wichtigste Maßnahme zur Prävention im eigenen Haushalt – vor allem dann, wenn Personen im Haushalt leben, für die Legionellen besonders gefährlich sein können – ist das Beseitigen möglicher Infektionsquellen. Mit wenigen Handgriffen lässt sich die Bildung und Verbreitung von Legionellen im Wohnbereich wirksamen verhindern:

Vorgaben für Großgebäude und öffentliche Einrichtungen

In Österreich gibt es verbindliche Vorgaben zum Schutz vor Legionellen für Betreiber von Gebäuden mit Trinkwasserversorgungsanlagen sowie für öffentliche Einrichtungen. Die Verpflichtungen stützen sich auf eine Kombination von Gesetzen, Verordnungen und offiziellen Standards (ÖNORM). Je nach Risikoklasse gelten spezifische Vorgaben und Prüfintervalle. In Großgebäuden sollte beispielsweise vom Betreiber einer Trinkwasserversorgungsanlage entsprechend der gesetzlichen Vorgaben ein Wassersicherheitsplan erstellt werden, der unter anderem auch einen Überwachungs-, Wartungs- und Spülplan enthalten sollte.

Meldepflicht bei Legionellen-Infektion

Darüber hinaus sind in Österreich Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle von Legionellen meldepflichtig. Dadurch können die Gesundheitsämter der Bezirksverwaltungsbehörden mit der Unterstützung der AGES bei einem Ausbruchsgeschehen beispielsweise einer Einrichtung gezielt Maßnahmen anordnen, die die zuständigen Träger bzw. Betreiber umzusetzen haben. Wie in den vergangenen Jahren ist es auch heuer schon zu Legionellen-Fällen gekommen. Bei Anlassfällen führen die Gesundheitsbehörden immer Beprobungen durch.

Wie erkennt man die Legionärskrankheit?

Die typische Legionärskrankheit ist eine schwere Lungenentzündung und äußert sich durch hohes Fieber, Schüttelfrost, Husten sowie Kopf- und Brustschmerzen. Auch Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen können auftreten. Gegen die Legionärskrankheit stehen wirksame Antibiotika zur Verfügung. Da die Erkrankung vor allem für gefährdete Personen schwer und sogar tödlich verlaufen kann, ist eine entsprechende medizinische Behandlung erforderlich. Es kann aber auch zu einer milden Verlaufsform ohne Lungenentzündung kommen, bei der grippeähnliche Beschwerden auftreten, die in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst wieder abklingen. Auch eine vollkommen asymptomatische Erkrankung ohne jegliche Beschwerden ist möglich. Eine Übertragung bzw. Ansteckung der Legionärskrankheit von einem Menschen auf einen anderen ist nicht möglich.

Quelle: Land Tirol

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