Dorfgastein, Bez. St. Johann im Pongau: Lawinentoter im Teufenbachtal gefunden

vonSarah Gillhofer
JÄNNER 31, 2021

Foto: Bergrettung und Martin 1/Gewolf

Foto: Bergrettung und Martin 1/Gewolf

Foto: Bergrettung und Martin 1/Gewolf

Foto: Bergrettung und Martin 1/Gewolf

Foto: Bergrettung und Martin 1/Gewolf

Foto: Bergrettung und Martin 1/Gewolf

Foto: Bergrettung und Martin 1/Gewolf

Am Vormittag des 30. Jänner 2021 beabsichtigte ein 29-jähriger Mann aus Dorfgastein eine Skitour über das "Hahnbalzköpfl" (1862m) in das vordere Raurisertal zu gehen. Weil er nicht wie vereinbart ankam und auch telefonisch nicht erreichbar war, stiegen zwei Bekannte auf, um nach dem Abgängigen zu suchen. Vom Gipfel des "Anthaupten" aus waren frische Lawinenabgänge im Bereich der geplanten Route erkennbar, weshalb die Bergrettung verständigt wurde.

Gegen 17.30 Uhr wurde der Vermisste, der keine Lawinenausrüstung mit sich führte, im hinteren "Teufenbachtal" von einem Suchhund geortet und von den Einsatzkräften aus einer Tiefe von 20 bis 120 cm geborgen. Sofort eingeleitete erste Hilfemaßnahmen blieben ohne Erfolg. Der Verunglückte verstarb noch während des Hubschraubertransportes in das Krankenhaus.

Update der Polizei:

Samstagnachmittag wurde ein 29-jähriger Dorfgasteiner bei einem Lawinenabgang im Bereich des Hahnbalzköpfls getötet.

Der Dorfgasteiner war am Samstag bereits etwa um 10 Uhr allein zur Skitour aufgebrochen. Er stieg von Dorfgastein über das Hahnbalzköpfl Richtung Bernkogel/Anthaupten auf, als er in einem steilen Bereich (etwa 2000 Meter Höhe) von einem Schneebrett erfasst und verschüttet wurde.

Erst nachdem er nicht zu einem vereinbarten Treffpunkt in Rauris erschienen war, alarmierten gegen 15 Uhr seine Angehörigen die Bergrettung Dorfgastein. Bei den ersten Sichtflügen durch den Rettungshubschrauber Martin 1 konnte ein riesiger Lawinenkegel und die Aufstiegspur des Abgängigen entdeckt werden. Daraufhin gab es eine Großarmierung: Bergretter der Ortsstellen Dorfgastein, Bad Hofgastein, Bad Gastein und Rauris, sowie vier Bergrettungshundeteams wurden zum Lawinenkegel geflogen bzw. stiegen zur Unglücksstelle auf.

Das Schneebrett war über drei Teile im felsigen und steilen Gelände (35-40 Grad steil) mehrere Hundert Meter tief abgegangen. Bergretter und Hundeführer suchten vorerst von unten nach oben den Kegel ab. Ein Bergrettungshundeführer der Ortsstelle Bad Hofgastein wurde zum obersten Teil der Lawine geflogen. Seine Hündin zeigte nach Ausstieg vom Hubschrauber - direkt beim Hubschrauberlandeplatz – den Fund in gut einem Meter Tiefe an. Wiederbelebungsversuche durch den Notarzt waren vergeblich, der Tote wurde von den Bergrettern ins Tal gebracht.

Der Tote war mit Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS) ausgerüstet, dieses war jedoch nicht eingeschaltet.

Im Einsatz standen über 50 Bergretter, Alpinpolizei, drei Hubschrauberteams (Martin 1, Alpin Heli 6 und Libelle) und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus Gastein und Embach. Der Einsatz wurde nach 20 Uhr beendet.

Am heutigen Samstag wurde die Bergrettung über weitere Lawinenabgänge informiert, die allerdings glimpflich abgelaufen sind. Zwei weitere Lawinen gingen im Lungau, eine im Tennengau und zwei weitere im Pongau ab.


Quelle: LPD Salzburg, Bergrettung Salzburg

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