Land Tirol setzt auf KI-Strategie

vonRedaktion International
APRIL 04, 2026

Tirol

„Technologischen Fortschritt verantwortungsvoll vorantreiben“

Kürzere Bearbeitungszeiten, Unterstützung bei der Analyse und Strukturierung von Daten oder relevante Informationen schneller und einfacher finden: Dabei kann die Künstliche Intelligenz (KI) auch in der Tiroler Landesverwaltung unterstützen. Dass auch das Land Tirol künftig verstärkt damit arbeiten will, wurde bereits im Tirol Konvent festgehalten: Moderne Technologien und Künstliche Intelligenz sollen die Verwaltungsarbeit und den Service für KundInnen bzw. die Bevölkerung verbessern. Für die TirolerInnen könnte dies Ausfüllhilfen bei Online-Formularen, Rund-um-die-Uhr Serviceauskünfte und Abfragen von Fachexpertise sowie Vorprüfungen von Abrechnungen für schnellere Auszahlungsmodalitäten beispielsweise bei Förderungen umfassen. Geprüft wird derzeit auf verschiedenen Ebenen. Dafür setzt das Land Tirol auf eine KI-Strategie, die kürzlich von der Tiroler Landesregierung beschlossen wurde. Wo und wie Künstliche Intelligenz in der Landesverwaltung eingesetzt wird, unterliegt tiefgreifenden und individuellen Prüfungen – Nutzen, Risiko und Kosten stets im Fokus, ebenso die ethische Vertretbarkeit mit den Prinzipien Kontrollierbarkeit, Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse, Verlässlichkeit und Nicht-Diskriminierung.

„KI soll unterstützen, aber nicht ersetzen“

Besonders sensibel sei man auch in Sachen Datenschutz, der längerfristigen Wirtschaftlichkeit und der Vermeidung kritischer Abhängigkeiten, wie LH Anton Mattle betont: „Die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz sind enorm. KI birgt Chancen aber auch Gefahren. Es gilt auch für das Land Tirol, sich mit einem klaren Plan zu den Möglichkeiten von KI auseinanderzusetzen und die Vorteile zu nützen, die Verwaltung zu vereinfachen, Verfahren zu beschleunigen, Geld zu sparen und den Service für die Kundinnen und Kunden zu verbessern. In der Praxis eingesetzte KI-Lösungen müssen jedenfalls ausreichend qualitätsgesichert und getestet sein, sodass Betrieb, Datenverarbeitung und Ergebnisse dem erforderlichen Schutzniveau entsprechen. Wir treiben technologischen Fortschritt und Digitalisierung in der Landesverwaltung verantwortungsvoll an und wollen Vorbild sein. Es braucht einen klaren Nutzungsrahmen – rechtlich, ethisch, wirtschaftlich und organisatorisch. Der Wegweiser für Entscheidungen und Prüfungen ist die KI-Strategie.“

So soll Künstliche Intelligenz schrittweise in verschiedene Verwaltungsbereiche integriert werden und die MitarbeiterInnen in ihrer täglichen Arbeit unterstützen, aber nicht ersetzen. Durch KI frei gewordene Ressourcen gelte es, verstärkt in komplexe, fachlich anspruchsvolle Aufgaben einfließen zu lassen.

Kritische Abhängigkeiten vermeiden und aktiv an Datenqualität arbeiten

„Die Digitalisierung – und dazu zählt auch die Künstliche Intelligenz – ist die Zukunft der Verwaltung. Sie bringt Vorteile für Bürgerinnen und Bürger – allen voran Zeitersparnis – aber auch für die Verwaltung und senkt Kosten. Gleichzeitig verursacht sie Kosten, denen wir unter anderem mit dem Aufbau einer eigenen KI-Rechenkapazität begegnen wollen“, erklärt Digitalisierungslandesrat Mario Gerber. Dies werde nun ebenso geprüft, wie der Einsatz von nicht-kommerziellen Sprachmodellen. „Soweit zulässig und möglich werden wir stets österreichische bzw. EU-Lösungen sowie solche aus dem europäischen Wirtschaftsraum bevorzugen und damit kritische Abhängigkeiten bestmöglich vermeiden“, sagt LR Gerber, dass man auch laufend aktiv an der Datenqualität arbeiten wolle. Bei bekannten KI-Lösungen sei dies bisher kaum der Fall.

Tirol Konvent: KI als Partner – intern und extern

Ganz im Sinne des Tirol Konvents zielt der Einsatz von KI grundsätzlich auf die Verwaltungsvereinfachung: Texte in leichter Sprache werden mithilfe von KI bereits übersetzt, der erste Chatbot ist bereits im Einsatz – weitere sollen folgen – und weitere Pilotbetriebe für langfristig KI-basierte Anwendungen sollen auf Schiene gebracht werden. Eines der Herzstücke ist der KI-Einsatz auf der Website www.tirol.gv.at: Sie soll den Service für KundInnen in Zukunft durch eine KI-gestützte Suchfunktion sowie eine rund um die Uhr verfügbare Auskunft verbessern und ergänzend zum persönlichen Kontakt zum Einsatz kommen – ein langfristiges Projekt, wofür bereits jetzt die ersten Vorarbeiten laufen. Intern startet im Landesdienst der Pilotbetrieb einer eigenen KI-Assistenz, sodass MitarbeiterInnen die Vorzüge von KI – beispielsweise Textbearbeitungen, Zusammenfassungen oder Ideengenerierung – in sicherem Umfeld nutzen können.

„Das Land Tirol will zeigen, wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz das Leben vereinfachen und parallel zum zielgerichteteren Einsatz von Arbeitskraft funktionieren kann. Im Rahmen des Tirol Konvent werden wir dieses kundenfreundliche Angebot und insbesondere die Digitalisierung weiter ausbauen“, erklärt LH Mattle, dass die Menschen beim Einsatz von KI die entscheidende Rolle spielen: „Sie entscheiden über Art der Anwendung, kontrollieren, analysieren und arbeiten mit Ergebnissen weiter. Der Mensch bleibt wichtigste Ressource, denn Empathie wird keine Maschine der Welt ersetzen können.“

Quelle: Land Tirol

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