vonRedaktion Salzburg
NOVEMBER 05, 2026
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland / Dorothea Müllner-Frühwirth
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Investition von rund 4,14 Millionen Euro schützt Hannersdorf, Burg und Woppendorf vor einem 100-jährlichen Hochwasser
Mit dem Spatenstich für das umfassende Hochwasserschutzprojekt in der Gemeinde Hannersdorf wurde ein wichtiger Schritt für die Sicherheit der Bevölkerung und den Schutz der Infrastruktur gesetzt. Das Projekt umfasst Maßnahmen an der Pinka, am Tauchenbach und am Erlbach und schützt künftig die drei Ortsteile Hannersdorf, Burg und Woppendorf, sowie wichtige Tourismuseinrichtungen wie den Badesee Burg vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis. Gleichzeitig werden gewässerökologische Maßnahmen umgesetzt, die zur Verbesserung des ökologischen Zustands der Gewässer beitragen. Das Gesamtbauvolumen beträgt rund 4,14 Millionen Euro. Umweltminister Norbert Totschnig, der beim Spatenstich nicht persönlich anwesend sein konnte, unterstrich die Bedeutung der Investitionen in den Hochwasserschutz: „Der verbesserte Schutz der Bevölkerung vor Naturgefahren wie Hochwasser ist mir ein großes Anliegen. Daher investieren wir als zuständiges Ministerium österreichweit laufend in bauliche Maßnahmen und ökologische Verbesserungen, die Mensch und Natur gleichermaßen zugutekommen. Mit dem Projekt in Hannersdorf verbessern wir den Hochwasserschutz für drei Ortsteile und werten zugleich die Lebensräume an Pinka und Erlbach auf. Jeder Euro, den wir in den Hochwasserschutz investieren, ist eine Investition in mehr Sicherheit, in eine intakte Umwelt und in unsere Zukunft.“ Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner betonte: „Die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, unsere Gemeinden bestmöglich vor den Folgen von Extremwetterereignissen zu schützen. Mit diesem Projekt schaffen wir einen nachhaltigen Schutz für die Bevölkerung in Hannersdorf, Burg und Woppendorf. Dabei verbinden wir notwendige Schutzmaßnahmen mit einer ökologischen Aufwertung unserer Gewässer. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der Menschen und zum verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur“
Die Hochwasserereignisse im Oktober 2020 und im Juni 2024 hatten in der Gemeinde Hannersdorf erhebliche Schäden verursacht. Vor dem Hintergrund zunehmender Extremwetterereignisse kommt dem vorbeugenden Hochwasserschutz daher besondere Bedeutung zu. Die geplanten Schutzanlagen wurden auf ein 100-jährliches Hochwasserereignis ausgelegt. In Burg und im Bereich des Badesees werden am Erlbach beidseitig neue Hochwasserschutzdämme, Geländeanhebungen und Mauern errichtet sowie mobile Schutzelemente vorgesehen. Zusätzlich wird der Querschnitt einer Brücke vergrößert. An der Pinka in Burg und Woppendorf sowie am Tauchenbach in Hannersdorf werden bestehende Schutzdämme angepasst und verstärkt. Damit werden die Siedlungsgebiete aller drei Ortsteile und wichtige Einrichtungen nachhaltig besser vor Hochwasser geschützt. Bürgermeister Gerhard Klepits erklärte: „Die Auswirkungen des Klimawandels führen zu einer erhöhten Häufigkeit von Extremwetterereignissen und Überschwemmungen. Die Natur bietet uns viel, doch macht sie manchmal Übergriffe, wie wir es in letzter Zeit erlebt und erfahren haben. Besonders im Okotober 2020 und im Juni 2025 verursachten Hochwässer in unserer Gemeinde Hannersdorf erhebliche Schäden. Mehr denn je ist es von Bedeutung schutzwasserbauliche Projekte im Einklang mit gewässerökologischen Maßnahmen zu verwirklichen. Der Spatenstich ist ein wichtiger Schritt für unsere Gemeinde und unsere Bevölkerung. Mit diesem Projekt investieren wir nicht nur in den Schutz vor Hochwasser und damit in die Sicherheit der Menschen und ihrer Lebensräume, sondern leisten gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur ökologischen Aufwertung unseres Gewässers. Es geht also darum, Sicherheit und Natur in Einklang zu bringen – eine Investition, von der auch kommende Generationen profitieren werden. Ein solches Vorhaben ist nur durch gute Zusammenarbeit, engagierte Partner und die Unterstützung aller Beteiligten möglich. Dafür möchte ich mich bereits heute herzlich bedanken.“
Neben den baulichen Schutzmaßnahmen bilden gewässerökologische Verbesserungen einen wesentlichen Bestandteil des Projekts. Am Erlbach wird auf einer Länge von rund 2,5 Kilometern der natürliche Gewässerverlauf durch eine Aufweitung des Gerinnes und eine Laufverlängerung wiederhergestellt. Ergänzend sind Strukturierungen, Bepflanzungen und die Anlage von Gewässerrandstreifen vorgesehen. An der Pinka wird auf einer Länge von rund 300 Metern eine bestehende Sohlstufe in eine aufgelöste Rampe umgebaut. Weitere Strukturierungsmaßnahmen sollen die ökologische Qualität des Gewässers verbessern. Die Maßnahmen orientieren sich an den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie und des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplanes. „Wir setzen bewusst auf eine Kombination aus technischem Hochwasserschutz und ökologischer Gewässerentwicklung. Unsere Gewässer sollen nicht nur mehr Sicherheit bieten, sondern auch als natürliche Lebensräume gestärkt werden. Gerade angesichts der klimatischen Veränderungen ist es wichtig, Schutzmaßnahmen langfristig und im Einklang mit der Natur umzusetzen“, so Dorner.
Das genehmigte Gesamtbauvolumen beträgt rund 4,14 Millionen Euro. Davon entfallen 2,7 Millionen Euro auf die Hochwasserschutzmaßnahmen und 1,44 Millionen Euro auf die gewässerökologischen Maßnahmen. Die Finanzierung erfolgt gemeinsam durch Bund, Land Burgenland und die Gemeinde Hannersdorf. Für den Hochwasserschutz stellen Bund und Land jeweils 1,08 Millionen Euro zur Verfügung, die Gemeinde trägt 540.000 Euro bei. Die gewässerökologischen Maßnahmen werden mit 864.000 Euro vom Bund, 115.200 Euro aus dem Biodiversitätsfonds des Bundes, 432.000 Euro vom Land Burgenland und 28.800 Euro von der Gemeinde finanziert.
Mit der Umsetzung der Bauarbeiten wurde die STRABAG AG beauftragt. Die Bauarbeiten haben im Dezember 2025 mit vorbereitenden Rodungsmaßnahmen begonnen. Die Funktionsfähigkeit der Hochwasserschutzanlagen ist für Dezember 2027 vorgesehen, die Gesamtfertigstellung des Projekts für Juni 2028.
Quelle: Land Burgenland