vonOTS
SEPTEMBER 01, 2026
Foto: von eiland
Kaffee steht für Genuss, Ritual, Auszeit und soziale Verbindung
Ob am Morgen zum Wachwerden, zwischendurch als kleine Pause oder gemeinsam mit Freund*innen oder Kolleg*innen: Kaffee ist aus dem Alltag der Österreicher*innen kaum wegzudenken. Der aktuelle Kaffeereport von Marketagent in Kooperation mit KANZI KAFFEE zeigt, wie tief Kaffee in den täglichen Routinen und Vorlieben der Menschen verankert ist. Befragt wurden 1.000 Personen zwischen 14 und 75 Jahren, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.
Baristas machen den Unterschied: 70% interessieren sich für Barista-Kunst. 73% glauben, dass ein guter Barista beim Kaffee einen spürbaren Unterschied macht.
Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage machen deutlich: Kaffee ist nicht nur ein Getränk, sondern für viele ein Stück Lebensgefühl. Rund 7 von 10 Österreicherinnen und Österreicher trinken täglich Kaffee, knapp jede*r Zweite sogar mehrmals pro Tag. Nur jede*r Neunte (11%) verzichtet vollständig auf Espresso, Cappuccino und Co.. Unter jenen, die zumindest fallweise Kaffee trinken, bezeichnen sich 79 Prozent selbst als Kaffeeliebhaber*innen.
Auch wenn Kaffee häufig mit Energie und Wachheit verbunden wird, zeigt die Studie, dass der wichtigste Grund für den Griff zur Tasse der Genuss ist. 62 Prozent trinken Kaffee, weil er ihnen schmeckt. Danach folgen Gewohnheit bzw. das Gefühl, dass Kaffee einfach dazugehört (41%), sowie der Wunsch, wach zu werden oder mehr Energie zu haben (39%).
Für gut ein Drittel spielt zudem die soziale Komponente eine Rolle: 35 Prozent trinken Kaffee aus Geselligkeit, etwa mit Familie, Freund*innen oder Kolleg*innen, und 83% stimmen zu, dass Kaffee Menschen zusammenbringt. Die emotionale Funktion von Kaffee wird auch in den Einstellungswerten deutlich. Jeweils 87 Prozent sagen, dass der Duft bei ihnen positive Gefühle auslöst und Kaffee für sie eine kleine Auszeit im Alltag darstellt.
„Kaffee ist weit mehr als ein Wachmacher, er ist ein tägliches Genussritual. Die Österreicher*innen greifen nicht nur zur Tasse, um Energie zu tanken, sondern um sich einen Moment für sich selbst zu gönnen oder Zeit mit anderen zu verbringen. Genau diese emotionale Bedeutung macht Kaffee so einzigartig
“, so Thomas Schwabl, Gründer von Geschäftsführer von Marketagent.
Wie stark Kaffee im Alltag verankert ist, zeigt auch die Frage nach dem Verzicht: 63 Prozent der Kaffeetrinker*innen würde es schwerfallen, auf Kaffee zu verzichten. Kaffee ist damit für viele nicht bloß ein gelegentliches Getränk, sondern ein fester Bestandteil ihrer persönlichen Tagesstruktur.
Würde Kaffee als Person beschrieben werden, sehen ihn die Befragten vor allem als Genießer, der sich Zeit nimmt (27%), als verlässlichen Freund, der immer da ist (26%) oder als stillen Begleiter im Hintergrund (23%). Diese Zuschreibungen verdeutlichen, wie stark Kaffee mit Beständigkeit und Nähe verbunden ist.
Bei der Art des Kaffeegenusses zeigen sich klare Vorlieben: 63 Prozent trinken ihren Kaffee üblicherweise mit Milch oder einer pflanzlichen Alternative. Kuhmilch liegt mit 55 Prozent klar vorne, während 8% auf pflanzliche Alternativen wie Hafer, Soja oder Mandel setzen. Besonders bei jüngeren Zielgruppen gewinnen diese Alternativen an Bedeutung: In der Generation Z liegt der Anteil mit 16% deutlich über dem Durchschnitt. Ein Drittel der Kaffeetrinker*innen bevorzugt Kaffee schwarz (34%). Hier zeigen sich deutliche Geschlechterunterschiede: Männer trinken ihren Kaffee mit 40 Prozent deutlich häufiger schwarz als Frauen mit 28 Prozent.
Auch beim Süßen gehen die Gewohnheiten auseinander. 35 Prozent süßen ihren Kaffee üblicherweise mit Zucker, Süßstoff und Co. Die Mehrheit von 65 Prozent verzichtet hingegen auf zusätzliche Süße.
Der mit Abstand beliebteste Kaffee der Österreicherinnen und Österreicher ist der Cappuccino: Jede*r zweite Kaffeetrinker*in trinkt ihn zumindest gelegentlich. Dahinter folgen Espresso mit 36 Prozent und Verlängerter bzw. schwarzer Kaffee mit 35 Prozent. Auch Eiskaffee ist mit 31 Prozent ein relevantes Kaffeegetränk und zeigt, dass Kaffee längst nicht nur als klassisches Heißgetränk funktioniert.
Beim Röstprofil bevorzugen die Österreicher*innen vor allem harmonische, ausgewogene Geschmacksnoten. 42 Prozent geben an, dass eine milde und ausgewogene Röstung ihren Geschmack am besten trifft. Dunkle, schokoladige Röstungen, die kräftig und säurearm wahrgenommen werden, liegen mit 31 Prozent auf Platz zwei. Helle, fruchtige Röstungen mit lebendiger Säure und komplexen Aromen sprechen 9 Prozent an. 17 Prozent haben keine klare Präferenz. Auffällig ist auch hier ein Geschlechterunterschied: Frauen bevorzugen eher milde und ausgewogene Röstungen, Männer tendieren etwas stärker zu dunklen und kräftigeren Profilen.
„Die Ergebnisse zeigen, dass der österreichische Kaffeegeschmack stark von Balance geprägt ist. Die meisten suchen keinen extremen Spezialitätencharakter, sondern einen Kaffee, der rund, harmonisch und alltagstauglich ist. Gleichzeitig wächst das Interesse an Qualität, Herkunft und handwerklicher Röstung. Das ist eine spannende Entwicklung für die Kaffeebranche
“, erklärt Oliver Kanzi, CEO von KANZI KAFFEE.
Bei der Frage, worauf es den Konsument*innen bei Kaffee ankommt, stehen Geldbeutel und Genuss an der Spitze. 87 Prozent achten auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, 86 Prozent auf die Kaffeequalität. Auch die Intensität bzw. Stärke des Kaffees (83%) ist für die große Mehrheit wichtig. Zertifizierungen bzw. Siegel (57%), Marke (54%) und Herkunftsland (47%) sind im Vergleich dazu deutlich weniger relevant,
Wenn es um die ideale Kaffeemaschine für den privaten Gebrauch geht, führt der Kaffeevollautomat mit ganzen Bohnen klar. 47 Prozent wünschen sich diese Art der Zubereitung für zuhause. Damit liegt der Vollautomat deutlich vor Kapsel- oder Pad- (18%) bzw. Siebträgermaschinen (17%).
Auch Barista-Kunst stößt in Österreich auf großes Interesse: 7 von 10 Kaffeetrinker*innen finden sie sehr oder eher interessant. Mit Barista-Kaffee verbinden die Befragten vor allem Qualität und Sorgfalt (34%), Handwerk und Können (29%) sowie besonderen Geschmack (26%). Knapp ein Viertel denkt dabei auch an einen höheren Preis (24%).
Die Wertschätzung für professionelles Kaffeehandwerk ist breit verankert: 83 Prozent schätzen es, wenn Kaffee mit Sorgfalt und Können zubereitet wird. 82 Prozent sind der Meinung, dass handwerkliche Zubereitung Kaffee und Kaffeehäuser aufwertet. 73 glauben, dass ein guter Barista beim Kaffee einen spürbaren Unterschied macht.
Gleichzeitig bleibt die aktive Lernbereitschaft begrenzt: 44 Prozent würden gerne selbst lernen, Kaffee wie ein Barista zuzubereiten. Das Interesse an der Barista-Kultur ist damit groß, der Wunsch, selbst tiefer einzusteigen, aber weniger stark ausgeprägt.
Quelle: OTS