JAGD ÖSTERREICH: Landesjägermeisterkonferenz sorgt sich um Wildtiere und formiert wissenschaftliche Wilddatenbank

vonOTS
OKTOBER 07, 2020

Foto: Dachverband JAGD ÖSTERREICH

Mit der gemeinsamen Wilddatenbank will das Expertengremium die Stimme für die heimischen Wildtiere erheben und auf die Herausforderungen des rückläufigen Lebensraumes aufzeigen.

Gols (OTS) - Die vierte ordentliche Landesjägermeisterkonferenz hat am 5. - 6. Oktober in Gols im Burgenland stattgefunden. Das Ergebnis der Konferenz der Landesjägermeister Österreichs, ist die Forderung nach definierten Wildruhezonen sowie der Aufbau einer österreichweiten & wissenschaftlich fundierten Wilddatenbank zu allen jagdbaren Wildarten. Dadurch soll zunächst eine Übersicht zur Verbreitung der heimischen Wildarten Hand in Hand mit einer Lebensraumbewertung erstellt – und damit eine Wissensbasis zur Erarbeitung nachhaltiger Lösungen geschaffen werden.

„Unsere heimischen Wildtiere haben jedes Jahr weniger Lebensraum zur Verfügung, da weiterhin jährlich Flächen von rund 11.000 Fußballfelder verbaut werden. Zum Erhalt der Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft braucht es endlich, im Rahmen einer ökologischen Raumplanung, klar definierte Wildruhezonen auf der Basis zuverlässiger wissenschaftlicher Wilddaten“, fasst JAGD ÖSTERREICH Präsident Ing. Roman Leitner das Ergebnis der Landesjägermeisterkonferenz zusammen.

Zukünftige Themenschwerpunkte

Das Expertengremium für die heimischen Wildtiere beschäftigte sich in seiner 2-tägigen Konferenz mit zahlreichen Fragestellungen zu den Herausforderungen und den Thematiken rund um die heimischen Wildarten. So wurde der Ausbau der jagdlichen Forschung, der Aufbau einer einheitlichen und gemeinsamen Wilddatenbank sowie die zukünftige Ausrichtung der gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) besprochen.

Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)

Mit großer Besorgnis verfolgen Österreichs Jägerinnen und Jäger den fortschreitenden Rückgang geeigneter Lebensräume zahlreicher Singvogelarten, Amphibien, Insekten und auch verschiedener Wildarten in Österreichs Kulturlandschaft. Sensible Wildarten wie das Rebhuhn, der Feldhase oder auch der Fasan stehen durch Lebensraumverlust und dem Rückgang von Nahrungsgrundlagen, wie z.B. fettreiche Kräuter oder Insekten, unter großem Druck. Der anhaltende Verlust der Biodiversität in Österreich ist allerdings kein Einzelfall in Europa und ist nicht zuletzt auch auf die vergangenen unbedachten „Reformen“ der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zurückzuführen. Daher fordert die österreichische Jägerschaft, bei der Neuausrichtung der GAP des ÖPUL-Förderprogrammes (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft) ein besonderes Augenmerk auf die heimische Tierwelt und auf die Erhaltung deren Lebensräume zu legen.

Wissenschaftliche Wilddatenbank

Im Rahmen der Landesjägermeisterkonferenz haben die Landesgeschäftsführerinnen der Landesjagdverbände die Basis für eine gemeinsame & wissenschaftlich fundierte Wilddatenbank erarbeitet. Die Datenbank soll in Zukunft eine österreichweite Übersicht zu allen heimischen und jagdbaren Wildtieren bieten. Mit dieser Maßnahme soll zum einen eine Wissensbasis für alle interessierte Naturgenießer geschaffen werden und zum anderen der Grundsatz der jagdlichen Bewirtschaftung – dem Schutz durch Nutzen, also dem Erhalt der Artenvielfalt durch nachhaltige Jagd, dargelegt werden. So sollen auf Basis der gesammelten Daten Lebensraumverbessernde Maßnahmen getroffen werden, die allen heimischen Wildarten helfen und diese für kommende Generationen erhalten.

„JAGD ÖSTERREICH“ ist der Zusammenschluss aller neun österreichischen Landesjagdverbände und vertritt die Interessen der rund 130.000 österreichischen Jägerinnen und Jäger auf nationaler und internationaler Ebene.

Quelle: OTS

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