vonOTS
SEPTEMBER 10, 2026
Foto: Universität für Weiterbildung Krems
Foto: Universität für Weiterbildung Krems
Beim Forum in Krems diskutierten Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, Rektorin Viktoria Weber und Christine Böckelmann im Abschlusspanel über die Zukunft der Hochschulgovernance
Zum dritten Mal haben das Zentrum für Hochschulgovernance und Transformation der Universität für Weiterbildung Krems und das Zentrum für österreichisches und europäisches Hochschulrecht sowie Hochschulgovernance (ZHR) der Universität Graz zu den Hochschulgesprächen geladen. Am 9. September 2026 diskutierten im Kloster Und in Krems Fachleute aus Wissenschaft, Hochschulmanagement und Hochschulpolitik unter dem Titel „Governance in Zeiten des Unplanbaren", wie Hochschulen handlungsfähig bleiben, wenn Planung an ihre Grenzen stößt.
Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner stellte im Abschlusspanel die Frage, ob der Wettbewerb um Ressourcen, Reputation und die besten Köpfe als Steuerungslogik für die entstehende Hochschulstrategie 2040 noch ausreicht. Dem Bild vom „Survival of the Fittest" stellte sie jenes des Ökosystems gegenüber, in dem sich Einheiten spezialisieren und Wissen austauschen. „Die Hochschule der Zukunft ist nicht jene, die alles selbst am besten kann, sondern jene, die weiß, wo ihre besondere Stärke liegt, und die gerade deshalb bestmöglich mit anderen zusammenarbeiten kann", so die Bundesministerin.
Rektorin Viktoria Weber setzte bei der Unterscheidung von Planung und Gestaltung an: Wer nur abarbeite, verliere Ermessensspielräume und mit ihnen Energie und Motivation. Universitäten könnten von Berufs wegen gut mit Ungewissheit umgehen, wendeten diese Fähigkeit aber zu selten auf die eigene Steuerung an. „Ungewissheit auszuhalten ist keine Schwäche, sondern eine strategische Kernkompetenz in der Wissenschaft", sagte Weber. Christine Böckelmann, Direktorin der Hochschule Luzern - Wirtschaft, forderte, festgezurrte Strukturen aufzuweichen und eine Kultur psychologischer Sicherheit zu schaffen, in der auch unfertige Ideen gehört werden.
Zufall, Leadership und Internationalität
Zuvor hatten drei Panels das Thema aus unterschiedlichen Richtungen erschlossen: Christian Busch (University of Southern California), Peter Riedler (Universität Graz) und Carsten Q. Schneider (Central European University) diskutierten den Zufall als Gestaltungsraum, Thomas Estermann (European University Association) und Frank Ziegele (CHE) das Leadership in Zeiten ohne Wachstum, Julia Vögele (Management Center Innsbruck), Hannes Raffaseder (Hochschule St. Pölten) und Georg Schulz (Kunstuniversität Graz) das Verhältnis von Regionalität und Internationalität.
Die Ergebnisse fließen in die Publikationsreihe „Kremser Thesen" ein, die heuer noch erweitert wird und zu der erstmals auch das Publikum bis Ende September eigene Thesen beisteuern kann. Attila Pausits, Leiter des Zentrums für Hochschulgovernance und Transformation, und Klaus Poier vom Zentrum für österreichisches und europäisches Hochschulrecht sowie Hochschulgovernance der Universität Graz bedankten sich zum Abschluss für die zahlreichen Beiträge und Dialoge des Tages und kündigten die nächsten Hochschulgespräche für den 8. September 2027 in Graz an.
Zu den Hochschulgesprächen
Die Hochschulgespräche sind ein gemeinsames Forum des Zentrums für Hochschulgovernance und Transformation der Universität für Weiterbildung Krems und des Zentrums für österreichisches und europäisches Hochschulrecht sowie Hochschulgovernance (ZHR) der Universität Graz. Sie fanden 2026 zum dritten Mal statt, in Kooperation mit dem Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung, der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko), der Österreichischen Fachhochschulkonferenz (FHK) und dem Land Niederösterreich.
Eine ausführliche Nachlese zu den Hochschulgesprächen 2026 finden Sie auf der Website der Universität für Weiterbildung Krems unter https://www.donau-uni.ac.at/de/aktuelles/news/2026/hochschulgespraeche-2026--mehr-kooperation-und-handlungsspielraeume-fuer-das-unplanbare.html
Quelle: OTS