Burgenland: Gemeinde Lackenbach feierte das 800-jährige Jubiläum

vonRedaktion International
SEPTEMBER 04, 2022

Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland

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Langjähriger Bundeskanzler Franz Vranitzky als prominenter Überraschungsgast

Gestern, Samstag, am 3. September 2022, beging mit Lackenbach bereits die nächste Gemeinde im Bezirk Oberpullendorf die 800-Jahresfeier. Lackenbach blickt auf eine Jahrhunderte alte bewegte Geschichte zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 hatte die Bevölkerung unter schwierigsten Bedingungen die Beseitigung der Kriegsschäden und die Normalisierung der Lebensbedingungen zu bewerkstelligen. Die folgenden Jahre darauf waren dem Aufbau der Infrastruktur gewidmet, um die Umwelt und Lebensqualität zu verbessern. Im Zuge der Aufbauarbeiten erfolgte 1968 der Bau der Hauptschule, danach ging es rasch bergauf und bis heute gibt es zahlreiche Einrichtungen für Jung & Alt. Einziger Wermutstropfen war 2007 die Schließung der Hauptschule Lackenbach. Die Räumlichkeiten konnten jedoch bereits 2010 an den Arbeitersamariterbund Burgenland verkauft werden, der dort ein Alten- und Pflegeheim errichtete, das im Oktober 2011 feierlich eröffnet wurde. Die Eröffnung des Freizeit- und Veranstaltungszentrums am ehemaligen Badeareal der Marktgemeinde Lackenbach war ebenfalls ein Meilenstein in der Entwicklung des Dorfes. Die Schaffung neuer, komplett aufgeschlossener Hausplätze, ist ein weiterer Aspekt, um das Wohnen in Lackenbach auch jungen Leuten schmackhaft zu machen.

Landesrat Heinrich Dorner zog bei seiner Rede Bilanz über die vergangen Jahre, gab aber auch einen Ausblick auf die Zukunft: „Ich denke als gebürtiger Lackenbacher oft zurück, wie schwierig es gewesen sein muss, das Leben zu bewerkstelligen. Die Lackenbacherinnen und Lackenbacher sind hilfsbereite Menschen, der Zusammenhalt wurde und wird in der Gemeinde immer groß geschrieben. Ich habe persönlich wunderschöne Erinnerungen an meine Kindheit und das Leben hier, so wie jeder seine persönlichen Erlebnisse hat. Diese Erlebnisse und Erfahrungen jedes Einzelnen sind es auch, die die Identität einer Gemeinde ausmachen, auf die die Lackenbacher stolz sein können. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass sich Lackenbach auch weiterhin sehr positiv entwickeln wird“, so Dorner.

Prominenter Überraschungsgast bei der Jubiläumsfeier in Lackenbach war der langjährige frühere Bundeskanzler Franz Vranitzky. Sein Bezug zu Lackenbach: Ferdinand Schmidberger, ein Onkel von Franz Vranitzky, wohnte in Lackenbach, ebenso die Mutter von seinem besten Freund Helmut Lohner. Dr. Franz Vranitzky erinnerte sich bei seiner Rede am Festplatz in Lackenbach an die Zeit zurück. "Wir sind auch einmal zu Fuß nach Lackenbach gegangen, da in der Nachkriegszeit die Bahn nicht bis in den Ort hinein fuhr.“ Vranitzky betonte auch, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit und den dunklen Seiten der Geschichte auseinander zu setzen. Der Ex-Bundeskanzler verwies in den Zusammenhang an das sogenannte „Zigeunerlager“, das vom NS-Verbrechensregime in Lackenbach errichtet wurde. Um so wichtiger sei es, dass es jedes Jahr in Lackenbach Gedenkveranstaltungen gibt, damit die schrecklichen Ereignisse diese Zeit nicht in Vergessenheit geraten und die richtigen Lehren daraus gezogen werden. Und eine der Lehren aus der Geschichte, die aktueller ist denn je, sei, "dass es nur ein Miteinander und kein Nebeneinander in Europa geben kann", hielt Franz Vranitzky fest.

Bürgermeister Christian Weninger hielt in seiner Ansprache fest, dass Lackenbach heute ein lebenswertes Dorf mit einer gut ausgestatteten Infrastruktur ist. Hier wird Zuzug ermöglichet", sagte der Ortschef. Danach brachte er noch Anekdoten aus ehemaligen Gemeinderatssitzungen vor, wobei er den einen oder anderen im Festzelt auch ein Schmunzeln hervorlockte.

Quelle: Land Burgenland

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