Wien: Gaal/Czernohorszky - Die Zukunft des Wohnens wird klimaneutral sein

vonRedaktion Salzburg
JUNI 14, 2021

Foto: David Bohmann / PID

Stadt Wien erhöht Förderung für Wärmepumpen – Innovatives Wohnprojekt zeigt Alternativen zu fossilen Heizsystemen auf

„Die Zukunft des Wohnens wird klimaneutral sein“, betonen Vizebürgermeisterin Kathrin Gaal und Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky bei einem Besuch des Wohnbauprojekts MGG²² in der Donaustadt. Es ist eines der Vorzeigebeispiele der IBA_Wien 2022 (Internationale Bauausstellung Wien), das auf ein besonders innovatives und klimafreundliches Energiesystem setzt.

„Ein zentraler Baustein am Weg zur Klimaneutralität 2040 ist die Wärmewende. Künftig werden Wohnungen verstärkt durch Erdwärme und mit Hilfe von Wärmepumpen geheizt und gekühlt. Daher verdoppeln wir heuer die Förderungen für Wärmepumpen auf eine Million Euro“, so Czernohorszky. Neben der erhöhten Förderung für Solaranlagen ist dies ein weiterer Schritt in Richtung Ausstieg aus fossilen Energien.

„Wien ist beim Thema Klimaschutz, klimaschonende Maßnahmen und Nachhaltigkeit im Wohnbau aufgrund der hohen Qualität und Innovationskraft des Wiener Wohnbau-Modells schon seit vielen Jahren ein internationaler Vorreiter. Ich freue mich, dass wir mit dem geförderten Wohnbauprojekt MGG22 zu dieser Erfolgsgeschichte ein weiteres wichtiges Kapitel hinzufügen können“, so Gaal.

Wärme und Kühlung aus erneuerbarer Energie

Das geförderte Wohnbauprojekt MGG22 mit insgesamt 160 Wohneinheiten ist mit einem ausgeklügelten Energiekonzept ausgestattet. Die Wärme für Heizung und Warmwasser wird über Wärmepumpen mit Erdwärme-Tiefensonden gewonnen. Dazu kommt die Möglichkeit, dasselbe System im Sommer zur Kühlung der Wohnungen zu nutzen. Der für die Wärmepumpen notwendige Strom stammt aus Windkraft. Die Bauteilaktivierung des Gebäudes sorgt dafür, dass Wärme und Kälte in der Gebäudesubstanz zwischengespeichert werden bevor sie an die Wohnräume abgegeben werden.

IBA: Wien gestaltet schon jetzt das soziale Wohnen von morgen

Das Wohnbauprojekts MGG²² ist Teil der Internationalen Bauausstellung in Wien, bei der Innovationen für das soziale Wohnen der Zukunft verwirklicht werden. Im IBA-Schlusspräsentationsjahr 2022 wird ganz Wien zum „Showroom“: zahlreiche zukunftsweisende Projekte - nicht nur in neuen, sondern auch älteren Stadtvierteln - können besichtigt werden.

Weitere Infos unter: https://www.iba-wien.at

Förderung für Wärmepumpen und Solarwärmeanlagen

Die Stadt Wien leistet mit dem Programm „Aktion zur Förderung von Solarwärmeanlagen und Wärmepumpen in Wien“ einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Dekarbonisierung der Stadt. Es handelt sich dabei um eine Investitionsförderung für Technologien, die zwar in der Anschaffung vergleichsweise teuer sind, sich aber durch sehr niedrige laufende Betriebskosten dennoch rechnen. Denn im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen stehen Sonne oder Umgebungswärme kostenfrei zur Verfügung. Um diese Umgebungswärme nutzbar zu machen, brauchen die Wärmepumpen lediglich Strom, der immer öfter aus erneuerbaren Energieträgern stammt.

„Raus aus Öl und Gas“ mit den Energieraumplänen

Im Neubaubereich setzt die Stadt Wien mit der Verordnung von Energieraumplänen bereits eine große Initiative. Mit diesem rechtlichen Instrument kann die Stadt Gebiete festlegen, in denen ausschließlich erneuerbare Wärmeversorgung oder Fernwärme erlaubt sind. Dieses Instrument ist in ganz Europa einzigartig. Czernohorszky: „Wien geht mit einem Maßnahmenmix gegen die Treibhausgasemissionen vor. Im Neubau sind fossile Energien in Wien mit den Energieraumplänen und einem strengen Vollzug der Bauordnung praktisch Vergangenheit. Im nächsten Schritt beschäftigen wir uns mit dem Ausbau der Fernwärme und erneuerbarer Energien für Bestandsgebäude, indem wir die Energieraumpläne auf den Bestand ausweiten wollen und an Innovationen arbeiten. Wir wissen: Je schneller wir im Wärmebereich eine ökologische Wende schaffen, desto schneller erreichen wir unser Ziel der Klimaneutralität.“

Alle Informationen zur Förderung finden sich unter: https://bit.ly/3ggsQKI


Quelle: Stadt Wien

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