Österreich: Freiwilliges Sozialjahr muss auch weiterhin als Zivilersatzdienst möglich sein

vonOTS
AUGUST 18, 2026

Foto: Verein Freiwilliges Soziales Jahr

Anrechenbarkeit ist wichtiges Signal für junge Männer, für Sozialeinrichtungen und die gesamte Gesellschaft

Der Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste unterstützt die Forderung, die Anrechenbarkeit des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) auf den Zivildienst auch künftig sicherzustellen. Denn das FSJ ist ein wichtiges Instrument, um junge Menschen für freiwilliges Engagement und den Sozial- und Pflegebereich zu gewinnen. Mehr als 70% der FSJ-Absolvent*innen entscheiden sich nach ihrem Einsatz für eine Ausbildung im Sozialbereich.

Das Freiwillige Soziale Jahr ist eine Erfolgsgeschichte, die man nicht durch zusätzliche Hürden gefährden sollte. Für viele junge Männer ist die Möglichkeit, ein FSJ als Zivilersatzdienst zu leisten, ein entscheidender Anreiz, sich für andere Menschen zu engagieren und gleichzeitig wertvolle und vor allem gut begleitete Erfahrungen im Sozialbereich zu sammeln“, betont Elisabeth Marcus, Geschäftsführerin des Vereins zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste.

Mehr Männer für soziale Berufe gewinnen

Gerade für taugliche junge Männer hat das FSJ eine besondere Bedeutung. Es ermöglicht ihnen, ihren Zivilersatzdienst mit einer bewussten Entscheidung für ein soziales Tätigkeitsfeld zu verbinden. Damit schafft das FSJ auch einen wichtigen Zugang zu einer Berufswelt, die nach wie vor stark weiblich geprägt ist.

Unsere Sozialeinrichtungen brauchen dringend mehr Menschen, die sich für soziale Arbeit begeistern – und ganz besonders brauchen sie mehr Männer. Das FSJ schafft dafür einen wichtigen Erstkontakt. Wer mehrere Monate in der Pflege, Behindertenarbeit, Kinder- und Jugendhilfe oder einem anderen sozialen Arbeitsfeld tätig ist, lernt eine Berufswelt kennen, die ihm sonst vielleicht verborgen geblieben wäre“, sagt Veronika Prüller-Jagenteufel, Vorsitzende des Vereins zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste.

Mehr Wertschätzung für freiwilliges Engagement

Freiwilliges Soziales Jahr und Zivildienst erfüllen unterschiedliche Funktionen, haben aber eine wichtige Gemeinsamkeit: Sie bringen junge Menschen mit sozialen Aufgaben und gesellschaftlicher Verantwortung in Berührung.

Diese verschiedenen Formen des Engagements sollten nicht gegeneinander ausgespielt, sondern gemeinsam gestärkt werden.

Der Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste appelliert an die politischen Entscheidungsträger*innen, die Anrechenbarkeit des Freiwilligen Sozialjahres auf den Zivildienst zu bewahren und zwar mit einer höchstens zwölfmonatigen Dauer des FSJ als Obergrenze. Nur so kann das Versprechen des Regierungsprogramms, das freiwillige soziale Engagement junger Menschen weiter aufzuwerten, eingehalten werden.

Freiwilliges Engagement braucht Anerkennung, keine zusätzlichen Hürden“, so Marcus und Prüller-Jagenteufel abschließend.

Der Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste organisiert seit seiner Gründung 1968 das Freiwillige Soziale Jahr in Österreich und wird von fünf Trägerorganisationen getragen: den Pfadfinder*innen Österreichs, der Katholischen Jungschar, der Katholischen Jugend, Kolping Österreich und der Jesuitenmission. In den vergangenen 58 Jahren hat der österreichweit tätige Verein rund 14.000 junge Erwachsene durch ihren Freiwilligeneinsatz begleitet.

Quelle: OTS

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