Tirol: Fernpass-Paket - Nächste Schritte für sichere Anbindung und Entlastung entlang gesamter Strecke

vonRedaktion Salzburg
JÄNNER 10, 2026

Tirol

Tunnelprojekte: Fernpasstunnel-Bauarbeiten starten Ende 2026

Ein gesteigertes Mobilitäts- und Reisebedürfnis der Menschen trifft auf beschränkte Aufnahmekapazitäten auf der Straße entlang der Fernpassroute. Diese Kapazitäten bleiben auch so: Mit dem Fernpass-Paket gibt es keinen Ausbau. Gebaut wird, um sicher und verlässlich über den Fernpass zu kommen und die Bevölkerung zu schützen. Gegen Jahresende soll der Bau des Fernpasstunnels mit der Errichtung der Baustraße im Bereich der Haarnadelkurve im Gemeindegebiet von Nassereith starten. Derzeit laufen die Behördenverfahren. „Was wir baulich machen, dient der Sicherheit. Die Tunnelprojekte Fernpasstunnel und 2. Röhre Lermooser Tunnel stehen für eine verlässlichere Anbindung“, betont LHStv Josef Geisler. Auch für den Bau der 2. Röhre des Lermooser Tunnels liegt die straßenrechtlichen Bewilligungen vor. Nachdem die Bestandsröhre des Lermooser Tunnels nicht mehr den aktuellen Sicherheitsanforderungen entspricht, ist die Errichtung einer 2. Röhre zum Schutz der Bevölkerung des Ehrwalder Beckens unbedingt notwendig. Ohne 2. Röhre würde während der Sanierung des Lermooser Tunnels über Monate der gesamte Verkehr durch Lermoos fließen. Geplanter Baustart beim Lermooser Tunnel ist 2027.

Darüber hinaus wird die Region Außerfern mit einem eigenen Regionalförderungsprogramm gestärkt – konkret jeder Haushalt mit der „Außerfernförderung“. Dazu läuft derzeit die Ausschreibung, sodass diese im heurigen Jahr initiiert und den Haushalten zur Verfügung gestellt werden kann.

„Verursacherprinzip“: Maut wird überwiegend vom Durchzugsverkehr getragen

500 Millionen Euro (Preisbasis 2023) werden in den kommenden Jahren in die Sicherheit und Lebensqualität investiert. Möglich sind all diese Maßnahmen im Außerfern und entlang der B 189 Mieminger Straße, weil das Land Tirol mit der Gründung der Fernpassstraße GmbH die Erhaltung und Bewirtschaftung der B 179 Fernpassstraße an eine 100-prozentige Landestochter übertragen hat, die nach Fertigstellung des Fernpasstunnels eine Durchzugs-Maut nach dem „Verursacherprinzip“ eingehoben wird. „Aus dem regulären Landesbudget wäre das Fernpass-Paket selbst ohne Sparzwang niemals stemmbar. Allein die 2. Röhre des Lermooser Tunnels wird 250 Millionen Euro kosten. Durchreisende zahlen die Investitionen“, verdeutlicht LHStv Geisler.

Generelle Mautausnahmen sind aufgrund der Vorgaben der Europäischen Union nicht möglich. Bei der Maut-Planung werden rechtliche Möglichkeiten genutzt, um auf die Bedürfnisse der AnrainerInnen einzugehen. Rückmeldungen aus der Bevölkerung und der Wirtschaft werden bestmöglich berücksichtigt. Die Höhe des Mauttarifs kann nicht willkürlich festgesetzt werden: Sie muss in einem angemessenen Verhältnis zu den Ausgaben für Investitionen, Erhaltung und Bewirtschaftung der Strecke stehen. „Heuer werden zudem Verkehrserhebungen durchführt, deren Ergebnisse ebenfalls in das Tarifmodell und die Ausgestaltung der Mehrfahrtenkarten einfließen“, erklärt Klaus Gspan, Geschäftsführer der Fernpassstraße GmbH.

Land Tirol setzt weiter auf LKW-Kontrollen, Fahrverbote und Dosierungen

Die B 179 Fernpassstraße bleibt auch nach der Realisierung der Tunnelprojekte ein alpiner Verkehrsweg. Die verkehrslenkenden Maßnahmen dienen dem Schutz der Bevölkerung vor den Auswirkungen des Verkehrs. „Das LKW-Fahrverbot ist weiterhin notwendig – dass es auch rechtlich hält, untermauern mehrere Rechts- und verkehrstechnische Gutachten“, betonen LHStv Geisler und LR René Zumtobel. Das Fahrverbot für LKW mit Ausnahme des Ziel- und Quellverkehrs wird streng und laufend überwacht. „Über 1.400 LKW passieren den Fernpass pro Tag. Fünf Prozent der insgesamt durchschnittlich über 14.000 täglichen Fahrzeuge sind LKW mit 40 Tonnen. Im Zuge der engmaschigen LKW-Kontrollen hat die Polizei im gesamten Jahr 2025 889 Verletzungen des bestehenden Fahrverbots festgestellt und geahndet. Diese Kontrollen sind wichtig und werden selbstverständlich fortgesetzt – für die Sicherheit auf der Straße und den Schutz der Bevölkerung“, sagt LR Zumtobel. Dies gilt auch für die Fahrverbote für den Ausweichverkehr zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Dass Dosierungen sowie Fahrverbote für den Ausweichverkehr und für LKW notwendige Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen für die Bevölkerung sind – darauf macht in Kürze auch eine Plakataktion des Landes Tirol auf der B 179 Fernpassstraße aufmerksam.

Fernpass-Paket umfasst zahlreiche weitere Projekte

Das Fernpass-Paket besteht zudem aus viel mehr als den Tunnelprojekten. So wurden auf der B 189 Mieminger Straße als Teil der Nord-Süd-Verbindung über den Fernpass über das Fernpass-Paket bereits im vergangenen Jahr zahlreiche Maßnahmen zur Entlastung der Bevölkerung gesetzt: In Obsteig hat das Land Tirol eine neue Geh- und Radwegunterführung errichtet und den Lärmschutz verbessert. Der Rückbau der Ortsdurchfahrt wurde abgeschlossen. Mit der Errichtung eines Bypass beim Kreisverkehr „Auf Arzill“ in Imst erfolgt die Entflechtung von Regional- und Durchzugsverkehr. Im heurigen Jahr soll in Tarrenz gemeinsam mit der Gemeinde ein weiteres wichtiges Projekt zu Verbesserung der Verkehrssicherheit insbesondere für FußgängerInnen umgesetzt werden.

Grenzüberschreitender Austausch für Blick auf das „Verkehrsganze“

Seit Jahresbeginn 2026 folgt das benachbarte Allgäu dem Tiroler Vorbild und setzt zum Schutz der Ortschaften auf Abfahrverbote für den Stauausweichverkehr von der Autobahn A7. Der Austausch mit dem benachbarten Allgäu zur Bewältigung der Verkehrssituation soll auch im heurigen Jahr fortgeführt und intensiviert werden.

Quelle: Land Tirol

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