Wien: Ein Jahr Therapiezentrum chronischer Schmerz (TCS) im Rabenhof

vonRedaktion Salzburg
NOVEMBER 02, 2026

Wien

Begleitung statt Odyssee: Rund 800 Menschen neu betreut, Schmerzambulanzen entlastet

Rund 800 Menschen konnte das Therapiezentrum chronischer Schmerz (TCS) im Rabenhof seit seiner Eröffnung vor rund einem Jahr neu versorgen: Das TCS schließt damit eine Versorgungslücke und entlastet die Schmerzambulanzen der Wiener Spitäler. Stadt Wien, Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) und Vinzenz Gruppe ziehen eine positive Bilanz.

Chronischer Schmerz betrifft in Österreich etwa 1,8 Mio. Menschen. Vor einem Jahr eröffnete das Herz-Jesu Krankenhaus Wien mit dem Therapiezentrum chronischer Schmerz (TCS) im Rabenhof ein österreichweit neuartiges Angebot. Gemeinsam mit dem Wiener Gesundheitsfonds und den Sozialversicherungsträgern setzte das Herz-Jesu Krankenhaus - als Unternehmen der Vinzenz Kliniken Wien - neue Maßstäbe bei der Behandlung von Schmerzpatient*innen. Die Anmeldung läuft über die Gesundheitsberatung 1450, die Behandlung erfolgt auf e-Card.

Meilenstein in der Schmerzbehandlung

„Das TCS ist ein Meilenstein für die Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen in Wien. Mit dem TSC ist das Angebot für die Schmerzbehandlung neben den Schmerzambulanzen des Wiener Gesundheitsverbundes und des AKH Wien spürbar erweitert worden“, sagt Peter Hacker, Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport. Seit der Eröffnung bis Ende Oktober 2026 konnte das Zentrum rund 800 Menschen neu versorgen. Insgesamt wurden rund 8.000 Behandlungen durchgeführt.

Schlüsselrolle in der Versorgung

Im TCS arbeiten Fachärzt*innen, Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, Psycholog*innen, Physio- und Ergotherapeut*innen sowie Diätolog*innen und Verwaltungspersonal eng zusammen. Für das ärztliche Erstgespräch und die psychologische Begutachtung stehen zwei Stunden pro Patient*in bereit. Die Therapien finden ambulant statt, einzeln oder in Kleingruppen. „Wir wollen Schmerzen reduzieren und Menschen wieder in Bewegung bringen. Völlige Schmerzfreiheit ist nicht immer möglich“, hebt Manfred Greher, Ärztlicher Direktor des Herz-Jesu Krankenhauses und Leiter des TCS, hervor.

Hilfe zur Selbsthilfe

Hermann A. litt 18 Jahre lang unter blitzartig einschießenden Gesichtsschmerzen. Er gehörte zu den ersten Patient*innen im TCS. „Ich habe so viele neue und hilfreiche Angebote wie Biofeedback oder autogenes Training kennengelernt und damit viele gute Bausteine bekommen, um mir selbst zu helfen“, sagt der Pensionist. Mit täglichen Übungen vermeidet er heute viele Schmerzattacken. „Unsere Patient*innen sind ihrem Schmerz nicht mehr ausgeliefert“, ergänzt Manfred Greher.

Neue Versorgungsstufe

„Wir haben eine Versorgungslücke geschlossen. Das TCS bietet passgenaue Maßnahmen und versorgt bedarfsgerecht außerhalb der Akutspitäler“, betont Andreas Huss, Vorsitzender des Verwaltungsrates der ÖGK.

Begleitung statt Odyssee

„Menschen mit chronischen Schmerzen fehlt es bei uns selten an guten Ärzt*innen, sondern an jemandem, der sie begleitet und die Fäden zusammenhält“, sagt Michael Heinisch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vinzenz Gruppe. „Das Therapiezentrum hat in seinem ersten Jahr gezeigt, dass sich genau diese Begleitung organisieren lässt, wenn alle Beteiligten zusammenarbeiten.

Zukunftsorientierte Versorgung

Mit der Stadt Wien und der Sozialversicherung besteht vorerst ein Finanzierungsvertrag bis Herbst 2027. Die im TCS gesammelten Erfahrungen fließen in die weitere Planung von Versorgungsangeboten ein. Laut Österreichischem Strukturplan Gesundheit soll jedes Bundesland Patient*innen einen abgestuften Zugang zur Schmerztherapie ermöglichen.

Herz-Jesu Krankenhaus

Das Herz-Jesu Krankenhaus im 3. Bezirk in Wien ist eine orthopädische Fachklinik mit hoher internistischer Expertise in Rheumatologie, Osteologie und Remobilisation. Als eine der größten Kliniken im Bereich Gelenksendoprothetik und gelenkserhaltender Orthopädie bietet sie mit den Abteilungen für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Radiologie, Innere Medizin, Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie eine Rundumversorgung für rund 50.000 Patient*innen jährlich. Als gemeinnütziges Krankenhaus ist es Teil der öffentlichen Versorgungslandschaft. Finanziert wird es vom Wiener Gesundheitsfonds. Die Fachklinik ist eines von fünf Häusern der Vinzenz Kliniken Wien. Jedes ist auf sein Fachgebiet spezialisiert. Gemeinsam decken sie fast alle Bereiche der Medizin ab. Die Vinzenz Kliniken Wien gehören zur Vinzenz Gruppe, einem der größten gemeinnützigen Gesundheits- und Sozialunternehmen Österreichs. Die Wurzeln der Vinzenz Gruppe liegen in Ordensgemeinschaften. Aus dieser Tradition heraus verbindet die Vinzenz Gruppe gelebte christliche Werte mit modernem Management und Innovationsgeist. www.kh-herzjesu.at

Quelle: Stadt Wien

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