Salzburg: Damit jemand da ist, wenn etwas passiert

vonRedaktion Salzburg
MAI 17, 2021

Foto: Christian Maislinger photography

Fachstelle „Safe Sports“ gegen sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch / Liste der Vertrauenspersonen online

(LK) Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen ihren Sport mit Freude, aber ohne Gewalterfahrungen und Machtmissbrauch ausüben können. Manche machen jedoch auch verstörende Erfahrungen. Sie müssen erleben, wie ihre persönlichen Grenzen missachtet werden. Das fängt bereits bei anzüglichen Bemerkungen oder körperlichen Berührungen an, die nichts mit sportlichen Hilfestellungen zu tun haben.

Um Missständen wirksam entgegenzutreten, setzt das Land Salzburg auf sogenannte Vertrauenspersonen und seine Fachstelle „Safe Sports“. Mit der Öffnung der Sportplätze und dem Neustart der sportlichen Aktivitäten auf allen Ebenen rücken diese Maßnahmen nun wieder verstärkt in den Vordergrund und gewinnen mehr und mehr an Beachtung.

Schnöll: „Ziel ist eine Vertrauensperson in jedem Verband.“

„Wir haben mit den Vertrauenspersonen bereits 2018 erste wichtige Maßnahmen zur Intervention bei sexuellen Übergriffen im Sport und Hilfe für Betroffene gesetzt. Das Land Salzburg ist hier Vorreiter“, so Landesrat Stefan Schnöll. Und weiter: „Aktuell haben wir die Dach- und Fachverbände noch einmal verstärkt mit ins Boot geholt und sie eingeladen, jeweils eine Vertrauensperson aus ihrem Bereich zu benennen. 23 haben wir schon, darunter sind alle drei Dachverbände vertreten.“ Ziel sei es, in den nächsten Wochen Nennungen von allen 54 Fachverbänden zu bekommen.

Info-Plattform auf www.salzburg.gv.at/safe-sports

Die wichtigsten Informationen werden auf der Webseite www.salzburg.gv.at/safe-sports gebündelt. Hier findet sich Grundsätzliches zur Fachstelle „Safe Sports“ sowie die Liste der Vertrauenspersonen, hilfreiche Unterlagen wie der Folder „Für Respekt und Sicherheit“, Plakate und der Ehrenkodex.

Erfahrene Leiterin der Fachstelle für Safe Sports

Seit 2018 ist im Land Salzburg die Fachstelle für Safe Sports eingerichtet. Leiterin ist mit Chris Karl eine erfahrene Sportwissenschafterin, Psychologin und Kindertrainerin. Sie betont: „Hauptaufgabe ist es, die Kompetenzen zu bündeln und bestehende Einrichtungen zu vernetzen. Wir fungieren als Clearingstelle bei Fällen und stellen unkompliziert Hilfe zur Verfügung. Ein weiterer wichtiger Punkt, den wir auch ausbauen wollen, ist die Prävention.“

Pflicht zur Verschwiegenheit und zum Handeln

Die Vertrauenspersonen unterliegen einer Verschwiegenheitspflicht, haben aber bei Verdachtsfällen eine Handlungspflicht, unter anderem die Fachstelle für Safe Sports zu informieren. Sie werden von Vereinen, Trainerinnen und Trainern, Eltern sowie Athleteninnen und Athleten bei Bedarf kontaktiert, zum Beispiel bei der Vermittlung von Vortragenden für Informationsabende sowie Fortbildungen für Trainerinnen und Trainer sowie Sportlerinnen und Sportler, bei der Umsetzung der Regeln wie beispielsweise der Beachtung des Sechs-Augen-Prinzips und natürlich bei Verdachtsfällen.

Signale erkennen

Schon 2014 startete das Land Salzburg die Initiative „Signale erkennen – Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport“. Diese setzt auf eine offene Auseinandersetzung mit dem Thema. Trainerinnen, Trainer, Sportlerinnen und Sportler wurden aufgerufen, aufeinander zu achten. Präventive Maßnahmen wurden in Workshops erarbeitet. Ebenfalls erarbeitet wurde ein Ethikkodex für ein respektvolles Miteinander. Trainerinnen und Trainern wird darin beispielsweise vermittelt, wie man mit einem Sechs-Augen-Prinzip in Garderobenräumen unangenehme Situationen vermeidet.

Quelle: Land Salzburg

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