Österreich: Caritas sucht 1000 Freiwillige für Bergeinsatz

vonOTS
JUNI 03, 2026

Foto: pixabay / werdepate / Symbolbild

Eintauschen von Büroalltag gegen Stallarbeit und Bergpanorama

Für Bergbäuerinnen und Bergbauern in der Schweiz ist der Sommer die arbeitsintensivste Zeit des Jahres. Ein Unfall oder eine Krankheit bringen Bergbauernfamilien rasch an ihre Grenzen. Caritas Schweiz sucht deshalb 1000 Freiwillige, die für eine Woche oder länger unterstützen und dabei selbst einen Perspektivenwechsel erleben.

Jeden Sommer brauchen zahlreiche Bergbauernfamilien Hilfe, um die Arbeiten in der intensiven Saison bewältigen zu können. Kommen ein Unfall, eine Schwangerschaft oder notwendige Bau- und Renovationsarbeiten hinzu, bringt das die Bergbäuerinnen und Bergbauern rasch an den Rand ihrer Kräfte.

Bisher haben sich bereits mehr als 100 Bergbauernfamilien bei Caritas Schweiz gemeldet und um Unterstützung gebeten. Über 400 Freiwillige haben ihren Einsatz bereits gebucht. Es fehlen noch 600 Freiwillige für die Saison 2026.

Die meisten Einsätze finden zwischen Juni und September statt. In dieser Zeit fallen besonders viele Arbeiten an: Heuen, Tiere versorgen, den Stall ausmisten, Zäune reparieren, auf der Alp helfen oder im Haushalt und bei der Kinderbetreuung unterstützen. Die Arbeit ist körperlich anspruchsvoll und oft ungewohnt. Genau darin sehen viele Freiwillige den besonderen Wert ihres Einsatzes.

Digital Detox auf dem Bergbauernhof

Ein Bergeinsatz bedeutet für viele Freiwillige: die Komfortzone verlassen, Neues lernen und den Alltag hinter sich lassen. Sie tauschen ihren Büroalltag gegen Stallarbeit und Bergpanorama ein. Dabei stehen direkte Begegnungen im Mittelpunkt. Der Einsatz wird so zu einem echten "Digital Detox".

"Viele Freiwillige berichten, dass sie aus ihrem Einsatz wertvolle Impulse für den Alltag mitnehmen", sagt Kyra Renidear, Mediensprecherin von Caritas-Bergeinsatz. "Sei es für ein bewussteres Miteinander oder um den eigenen Stress zu reduzieren."

Brücke zwischen Stadt und Land

Die Bergeinsätze unterstützen nicht nur die Bergbauern direkt, sondern fördern auch das gegenseitige Verständnis zwischen Stadt- und Landbevölkerung. Es entstehen persönliche Begegnungen und neue Perspektiven für beide Seiten. "Mit den Freiwilligen kommt ein Stück der grossen Welt an unseren Küchentisch", sagt eine Bergbäuerin.

Gesucht werden Menschen, die zwischen 18 und 70 Jahre alt, motiviert und mental sowie körperlich fit sind und die Sprache der Bergbauernfamilie sprechen. Auf www.bergeinsatz.ch sind alle Bergbauernbetriebe aufgeführt, die auf Unterstützung angewiesen sind. Interessierte können ihren Bergeinsatz unkompliziert online buchen.

2026: UNO-Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen

Die Berglandwirtschaft ist stark auf familiäre Mitarbeit angewiesen. Dabei nehmen Frauen seit jeher eine tragende Rolle ein. Viele Bergbäuerinnen tragen gleichzeitig Verantwortung für Familie, Tiere und Betrieb und sind dabei nicht nur fachlich versiert, sondern auch mental und körperlich gefordert. Dennoch bleibt ihr Beitrag häufig im Hintergrund: In der Schweiz werden lediglich rund 8 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe offiziell von Frauen geführt. Das UNO-Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen 2026 rückt deshalb die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft ins Zentrum. Mit dem klaren Ziel, ihre zentrale Bedeutung weltweit sichtbar zu machen und stärker anzuerkennen.

Interviews oder Reportagen ermöglichen wir gerne auf Anfrage.

Quelle: OTS

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