Österreich: 100 Jahre Kwizda Agro - Wachstum zwischen Forschung und Feld neu denken

vonOTS
FEBRUAR 19, 2026

Foto: photonews.at

Kwizda Agro steht seit einem Jahrhundert für Pflanzenschutzlösungen, die wissenschaftliche Entwicklung, industrielle Umsetzung und Anwendung am Feld zusammenbringen.

Kwizda Agro feiert im heurigen Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Was 1926 mit dem Vertrieb des Beizmittels „Abavit“ zur Sicherung landwirtschaftlicher Erträge begann, ist heute ein international tätiges Unternehmen, das Pflanzenschutz als integrierten Teil eines produktiven und intakten Lebensraums versteht. Seit zehn Jahrzehnten verfolgt Kwizda Agro dabei ein klares Ziel: Innovationen so in die Praxis zu bringen, dass sie wirksam, sicher und wirtschaftlich tragfähig eingesetzt werden können. „Unser Anspruch war von Anfang an, Pflanzenschutzlösungen zu schaffen, die unsere Kunden tatsächlich weiterbringen“, sagt Kwizda Agro-Geschäftsführer Ronald Hamedl. „Diese Vermittlerrolle zwischen wissenschaftlicher Entwicklung, industrieller Umsetzung und Nähe zu den Landwirten prägt Kwizda Agro bis heute.“

Technologischer Benchmark aus Österreich

Ein zentraler Erfolgsfaktor in der Entwicklung von Kwizda Agro ist die Fähigkeit, neue Wirkstoffe unter Praxisbedingungen nutzbar zu machen. Kwizda Agro brachte früh internationale Wirkstoffe nach Österreich und begleitete deren Einführung mit eigenem Versuchswesen und Beratung. In den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren spielte Kwizda Agro etwa bei der Einführung neuer Wirkstoffklassen wie der Sulfonylharnstoffe eine zentrale Rolle. Mit dem Produkt „Ally“ (1987) konnte die Aufwandmenge im Ackerbau erstmals von mehreren Litern auf wenige Gramm pro Hektar reduziert werden. Das veränderte Arbeitsweise, Logistik und Anwendung am Feld nachhaltig. Produkte wie „Concert“, „Express“ und „Titus“ folgten und wurden durch intensive Feldversuche rasch in der Praxis etabliert.

Mit dem Aufbau des Standorts Leobendorf (Niederösterreich) ab Ende der 1970er-Jahre hat Kwizda Agro diese Rolle weiter vertieft: Forschung, Formulierungstechnologie und Produktion wurden systematisch miteinander verzahnt. Das Werk Leobendorf entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der technologisch führenden Formulierungszentren Europas. Verfahren wie Wirbelschichtgranulation und Mikroverkapselung hat Kwizda Agro gemeinsam mit internationalen Partnern zur industriellen Reife gebracht und gelten bis heute als Benchmark. Aktuell entwickelt Kwizda Agro diese Technologien gezielt für biologischen Pflanzenschutz und Biozide weiter.

Biologische Lösungen, Beratung und Daten als eine Einheit

Auf dieser Formulierungs- und Entwicklungskompetenz baut Kwizda Agro heute verstärkt auf eigene biologische Produkte. Biologische Pflanzenschutzlösungen stellen dabei besondere Anforderungen an Formulierung, Anwendung und Beratung. Anforderungen, die Kwizda Agro gezielt adressiert.

Ergänzt wird das durch digitale Services, die Beratung, Daten und Anwendung stärker verbinden. Mit der digitalen Plattform “KX Kwizda Xperience“ stehen Landwirten und Beratern Werkzeuge zur Verfügung, die Wetterdaten, Krankheitsprognosen und Pflanzenschutzplanung standortbezogen zusammenführen und Entscheidungen im Betrieb unterstützen. „Innovation entsteht nicht im Labor allein“, so Hamedl. „Sie entfaltet ihren Wert erst dann, wenn sie im Feld ankommt. Genau dort setzen wir an: mit Systemlösungen, die Produkte, Wissen und Daten zusammenführen.“

Internationalisierung als langfristige Entwicklung

Kwizda Agro hat seine internationale Präsenz über Jahrzehnte hinweg schrittweise erweitert. Bereits 1990 – noch vor dem EU-Beitritt Österreichs – begann das Unternehmen mit ersten Aktivitäten in Ungarn. Der Markteintritt erfolgte schrittweise mit eigenen Teams, lokalen Partnerschaften und dem bewussten Aufbau regionaler Beratungskompetenz. Später folgten Rumänien, Italien und Frankreich. Heute ist Kwizda Agro neben Österreich in fünf weiteren europäischen Ländern aktiv und hat seine Aktivitäten zuletzt gezielt auf Nordamerika ausgeweitet. In den USA und Kanada wurde nicht auf kurzfristigen Vertrieb gesetzt, sondern eine eigene Organisation mit lokalen Feldteams, wissenschaftlicher Begleitung und langfristigen Partnerschaften geschaffen. Produkte wie „TRICO®“ konnten so erfolgreich in neue agrarische Kontexte übertragen werden.

Ziel dieser Internationalisierung ist es, bewährte Technologien verantwortungsvoll in neue Märkte zu bringen und gleichzeitig aus den jeweiligen Märkten zu lernen. Das stärkt Resilienz, Kundennähe und Marktverständnis.

Ein Jubiläum mit Blick nach vorne

Das Jubiläum nutzt Kwizda Agro für eine strategische Standortbestimmung. Unter dem Leitgedanken „Beyond Growth“ verfolgt das Unternehmen ein Verständnis, das die Grenzen des Wachstums durch den Fokus auf Biologisierung und Digitalisierung neu definiert. Pflanzenschutz wird dabei nicht isoliert gedacht, sondern als Teil eines Systems aus Produktivität, Biodiversität und Ressourcenschonung. Die Vision dient als Grundlage für Investitionen, Portfolioentscheidungen und Organisationsentwicklung und gibt dem Unternehmen in einem zunehmend komplexen Umfeld strategische Richtung.

Die Ausrichtung auf biologische Wirkstoffe, der Ausbau digitaler Services, die strukturelle Verankerung von Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie sowie interne Transformationsprogramme zeigen: Biologisierung, Digitalisierung und geografische Expansion sind bei Kwizda Agro eng miteinander verknüpft. „Wenn wir heute auf 100 Jahre Kwizda Agro blicken, dann geht es nicht um das Feiern der Vergangenheit“, sagt Hamedl. „Es geht darum, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen und Wachstum so zu gestalten, dass es nachhaltigen Bestand hat.“


Über Kwizda Agro

Kwizda Agro ist einer der führenden Anbieter von chemischen und biologischen Pflanzenschutzlösungen in Österreich und Teil der Kwizda Unternehmensgruppe. Mit 100 Jahren Erfahrung entwickelt das Unternehmen innovative Wirkstoffe und produziert komplexe, hochwertige Formulierungen am Standort Leobendorf. Bei der Entwicklung eigener Produkte liegt heute der Fokus auf rein biologischen Pflanzenschutzmitteln – ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit, das in der Unternehmensstrategie fest verankert ist und an den Standorten Leobendorf und Tulln konsequent vorangetrieben wird. Rund 460 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten für Kwizda Agro in Österreich, Deutschland, Italien, Spanien, Ungarn, Rumänien und den USA. Über ein internationales Netzwerk unterstützt das Unternehmen Pflanzenschutzanwender mit digitalen, datenbasierten Services bei einem standortgerechten und nachhaltigen Pflanzenschutz. So leistet Kwizda Agro einen wesentlichen Beitrag zu vitalen Kulturen in der Landwirtschaft sowie zu gesunden Gärten als Orte der Erholung. Mehr Information unter http://www.kwizda-agro.com/

Quelle: OTS

Mehr Nachrichten aus

Österreich