Niederösterreich: „Tourismusstrategie NÖ 2030+“ - Branche stellt Weichen für die Zukunft

vonRedaktion Salzburg
OKTOBER 07, 2026

© NLK Filzwieser

LH Mikl-Leitner: „Es geht nur gemeinsam – wir brauchen Menschen, die für den Tourismus brennen“

Unter dem Claim „Tourismusland Niederösterreich – Qualität schafft Erlebnisse“ wurde am gestrigen Dienstagabend in Luberegg bei Emmersdorf die „Tourismusstrategie Niederösterreich 2030+“ präsentiert. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner informierte dabei Vertreterinnen und Vertreter der Tourismusbranche über die Schwerpunkte für die kommenden Jahre.

Die Landeshauptfrau unterstrich, dass „wir in einem wunderbaren Land leben dürfen, in dem andere Urlaub machen.“ Die Vorzüge des Landes seien die Grundlage für die neue Tourismusstrategie. „Bei der Erarbeitung der ‚Tourismusstrategie Niederösterreich 2030+‘ wollten wir nicht über, sondern mit dem Tourismus reden. 200 Persönlichkeiten aus der Branche, den Gemeinden sowie aus Kunst und Kultur haben mitgearbeitet“, führte sie aus.

Die Tourismusbranche erwirtschafte in Niederösterreich rund zwei Milliarden Euro Umsatz. Mit der neuen Strategie wolle man den Touristikerinnen und Touristikern die Arbeit erleichtern, Bürokratie abbauen, Verfahren beschleunigen, die Digitalisierung forcieren und die Effizienz in den Betrieben steigern. Gleichzeitig gelte es, die Qualität weiter zu erhöhen. „Das bedeutet für die Betriebe, unglaublich viel Geld zu investieren, und das heißt für uns als Land, sie dabei zu unterstützen“, so Mikl-Leitner.

„Wir wollen mehr Gäste zu uns nach Niederösterreich holen, vor allem internationale Gäste“, sagte sie und verwies darauf, dass dieser Bereich in den vergangenen Jahren um 20 Prozent zugelegt habe. Mit der Tourismusstrategie 2030+ verspüre sie „unglaublich viel Kraft in der Branche“. Entscheidend seien dabei die Menschen in den Regionen: „Alles ist nichts ohne Begeisterung. Das Wichtigste ist, dass wir für den Tourismus brennen und diese Begeisterung auch bei unseren Gästen entfachen. Denn wir schaffen es nicht ohne die Menschen in den Regionen, die dafür brennen.“ Exemplarisch nannte die Landeshauptfrau die diesjährige Landesausstellung im Mostviertel, „wo die ganze Region dafür brennt und zusammengerückt ist. Es geht nur gemeinsam. Denn wir können fördern, so viel wir wollen – wenn die Menschen nicht dahinterstehen, dann geht es nicht.“

Staatssekretärin Elisabeth Zehetner merkte an, dass „die Tourismusstrategie wunderbar Hand in Hand mit der Vision T geht.“ Die Stärke Niederösterreichs sei seine Vielfalt, Ziel müsse es sein, mehr Wertschöpfung in den Regionen zu generieren. „Digitalisierung ist ein wesentlicher Schwerpunkt, wobei die Herausforderung darin besteht, diese Vielfalt zu beschreiben und auffindbar zu machen“, so Zehetner. Gleichzeitig bleibe der Tourismus trotz aller Digitalisierung ein Geschäft zwischen Menschen. „Deshalb müssen wir die Menschen in den Vordergrund stellen und auf unseren Nachwuchs schauen – egal ob Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Betriebsnachfolger. Dann können wir Wertschöpfung generieren.“

Auch Wirtschaftskammer NÖ-Spartenobmann Mario Pulker und Johannes Scheiblauer von der Österreichischen Hotelvereinigung beleuchteten aktuelle Herausforderungen der Branche. Pulker verwies insbesondere auf die Bedeutung von Saisonarbeitskräften, um die hohe Qualität der touristischen Dienstleistungen sicherzustellen. Scheiblauer thematisierte die Veränderungen im Wirtschaftstourismus, der sich unter anderem durch die zunehmende Nutzung von Online-Meetings stark gewandelt habe: „Wir haben sehr turbulente Jahre hinter uns, denn Niederösterreich hat einen sehr hohen Anteil am Wirtschaftstourismus. Früher ist man für ein zweistündiges Meeting um die halbe Welt geflogen, heute wird das oft durch Online-Meetings ersetzt.“

Weiters zu Wort kamen Julia Flunger-Schulz, Eveline Gruber-Jansen, Karl Morgenbesser, Hartmut Rameder, Helmut Miernicki, Karin Weissenböck, Feri Schwarz, Michael Duscher, Karin Rosenberger, Angelika Ponecz und Kerstin Koren. Sie beleuchteten Chancen und Perspektiven in den vier zentralen Bereichen Ausflugstourismus, Urlaubstourismus, Gesundheitstourismus und Wirtschaftstourismus.

Quelle: Land Niederösterreich

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