"Working poor": 46.000 OberösterreicherInnen sind trotz Arbeit arm
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Arbeiterkammer fordert 1.500 Euro Mindestlohn brutto für Vollzeitbeschäftigte
LINZ. Die Arbeiterkammer schlägt Alarm. Laut einer aktuellen Bundesländererhebung (2011/2012) von Statistik Austria sind 46.000 oberösterreichische ArbeitnehmerInnen, das sind sieben Prozent der Erwerbstätigen, arm trotz Arbeit und werden somit als sogenannte "Working poor" stigmatisiert. Besonders betroffen sind Junge, Alleinerziehende, MigrantInnen, Teilzeitkräfte sowie Menschen mit niedrigen Bildungsabschlüssen. Ausschlaggebend ist auch die aktuelle Lebenssituation bzw. wie viele Personen im Haushalt arbeiten und in welchem Ausmaß.Im Detail heißt das, dass bei einem Ein-Personen-Haushalt das Einkommen inklusive etwaiger Sozialleistungen bei maximal 12.800 Euro im Jahr und daher auch an der Grenze zur Armutsgefährdung liegt. Diese Schwelle liegt derzeit in Österreich bei einem Ein-Personen-Haushalt bei monatlich 1.066 Euro netto, zwölfmal pro Jahr, bzw. 914 Euro, 14-mal pro Jahr. Die EU-SILC-Erhebung 2011 ergab auch, dass rund ein Viertel der „Working poor“ prekär beschäftigt ist und ein Fünftel einen Stundenlohn von weniger als 8,36 Euro brutto hat
„Armut trotz Arbeit ist beschämend. Die Menschen brauchen eine Arbeit, von der sie leben können“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und fordert 1.500 Euro Mindestlohn brutto bei Vollzeit, sowie Investitionen in Bildung, Qualifikation und Betreuungsplätze. Armut trotz Arbeit ist in der Öffentlichkeit immer noch ein Tabu und wird dadurch stillschweigend zur Normalität. Ebensowenig werden die vielfältigen, komplexen Ursachen dafür diskutiert.
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