Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal freut sich, dass ein Wiener Gemeindebau nun den Namen von Malva Schalek trägt

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Wien

21 Okt 12:00 2019 von Redaktion Salzburg Print This Article

Gaal und Mariahilf-Bezirksvorsteher Markus Rumelhart benennen Gemeindebau nach Künstlerin, die im KZ ermordet worden ist

Wien (OTS) – Mit dem heutigen Tag trägt die städtische Wohnhausanlage in der Dürergasse 5 im 6. Bezirk den Namen der 1944 im KZ Auschwitz ermordeten Künstlerin Malva Schalek. Heute Donnerstag fand dazu die offizielle Namensgebung durch Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál und Bezirksvorsteher Markus Rumelhart statt.

„Mit der Hofbenennung erinnert die Stadt Wien nicht nur an eine besondere Persönlichkeit der heimischen Kunstszene, sondern auch an das unvorstellbare Leid Malva Schaleks und der jüdischen BewohnerInnen Wiens während des Nationalsozialismus“, so Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál.

Utl.: Zeitgenössische Künstlerin als Opfer des Nationalsozialismus

Malva Schalek wurde am 18. Februar 1882 in Prag in eine deutschsprachige jüdische Familie geboren. Bereits in ihrer Kindheit hatte sie häufig Kontakt mit Intellektuellen, die sich im Buchladen ihres Vaters trafen.

Schalek begann ihre künstlerische Karriere in München an der Frauenakademie, ehe sie ihr Kunststudium in privatem Unterricht in Wien fortsetzte. In ihrem Atelier über dem Theater an der Wien arbeitete sie vor allem als Portraitmalerin, womit sie sich schnell einen Namen innerhalb der Kunstszene machte. Für großes öffentliches Aufsehen sorgte Schalek damals auch mit einer Ausstellung über Frauen in Beruf und Gesellschaft.

Vor den Nazis nach Prag geflohen, wurde sie von dort 1942 nach Theresienstadt deportiert. Hier entstanden hunderte Zeichnungen und Aquarelle, die die Lebensumstände der Verfolgten zeigten. „1938 floh die Mariahilfer Künstlerin Malva Schalek vor den Repressalien des NS-Regime. Mit der Benennung der Wohnhausanlage erinnern wir an ihr Schicksal und möchten ihre Leistungen gebührend anerkennen“, sagt der Bezirksvorsteher von Mariahilf, Markus Rumelhart.

Am 18. Mai 1944 wurde Malva Schalek in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort in weiterer Folge ermordet.

Zum Malva-Schalek-Hof

Architekt Johann Ausch, 1926 in Budapest geboren, entwarf für die Stadt Wien mehrere Gebäude. Das Wohnhaus in der Dürergasse 5 wurde zwischen 1979 und 1982 errichtet und besteht aus sechs Geschoßen mit insgesamt 15 Wohnungen.

Die Wohnhausanlage liegt nur wenige Gehminuten von Malva Schaleks ehemaligen Atelier über dem Theater an der Wien entfernt.


Quelle: Stadt Wien



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