Wie der Linzer Kasperl von Adalbert Stifter "gerettet" wurde

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Linz

22 Jän 09:00 2019 von Redaktion Salzburg Print This Article

Der Faulpelz und Trunkenbold ist heute im Schlossmuseum „zu Hause“

An Entertainment von einst erinnert die Marionette des Linzer Kasperls, der heute noch im Schlossmuseum zu bewundern ist. Wie kam diese etwa 75 cm große und vielen Kulturinteresssierten bekannte Marionette vor Jahrhunderten zu ihrem Namen? Und was hat die Puppe mit dem Dichter Adalbert Stifter zu tun? Der Reihe nach:

In einer einfachen Bretterhütte vor dem Pfarrtor nahe der heutigen Zollamtstraße fand ab 1777 das so genannte Sommertheater statt, bei dem reisende Truppen ihre „Hanswurstiaden“ aufführten. In diesen Stücken wurden nicht nur zeitgeschichtliche Lebenssituationen, mit derben Späßen verbrämt, wiedergegeben, sondern beim „Dorftratsch“ auch die neuesten Informationen ausgetauscht.

Eine Hetz gab es vor allem mit einer der bekanntesten Figuren, dem »Linzer Kasperl«.

Passend zum äußeren Aussehen dieses Hanswurst, einem grünen spitzen Hut, einer Narrenkrause, einer braunen Hose mit breiten Trägern und einer offenen grünen Jacke spielte die Figur die Rolle des „nichtsnutzigen Faulpelzes und Trunkenbolds”.

Nach einem Hochwasserschaden übersiedelte das Sommertheater auf die Promenade. Allerdings kamen hier nicht mehr Marionetten, sondern Schauspieler zum Einsatz. Der 1853 ernannte Landeskonservator für Oberösterreich der k.k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, Adalbert Stifter, erwarb die aus Holz geschnitzte Figur schließlich 1862 aus dem Nachlassfundus des Theaters.

Der „Linzer Kasperl” ist heute als eines der bekanntesten Volkskunde-Exponate im Linzer Schlossmuseum zu Hause.


Quelle: Stadt Linz



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