Salzburg: Wetterextreme treffen Salzburg besonders

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Foto: Land Salzburg/Johanna Jenner
09 Mai 12:26 2020 von Redaktion Salzburg Print This Article

Klimastatusbericht 2019 geht erstmals ausführlich auf die Bundesländer ein

(LK) Dieser Frühling war in ganz Salzburg bisher viel zu trocken. Das setzt die Natur, aber auch die Land- und Forstwirtschaft unter großen Druck. Allerdings: Die seit Wochen andauernden Niederschlagsdefizite sind keine Neuerscheinung, sondern eine Fortsetzung. „Die Wetterextreme des Vorjahrs haben uns einmal mehr vor Augen geführt, dass der Klimawandel in Salzburg längst Einzug gehalten hat“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn, der sich den Klimastatusbericht 2019 angesehen hat und gegensteuern möchte.

„Das Vorjahr hat uns auf erschreckende Weise gezeigt, dass die dadurch verursachten Gefahren, Sachschäden und Kosten viele unterschiedliche Wirtschaftszweige aber auch Infrastruktur und den Privatbereich treffen. Darum müssen wir unsere Anstrengungen verstärken und zugleich weitere Maßnahmen zum Schutz vor diesen Auswirkungen setzen. Und: Wir müssen die Warnungen der Wissenschaft ernst nehmen“, reagiert Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn auf den eben erschienenen „Klimastatusbericht für Österreich 2019“ und den darin enthaltenen Rückblick für Salzburg.

Salzburg von Extremwetterlagen betroffen

Expertinnen und –experten aus ganz Österreich zeigen in dem aktuellen Bericht, dass langanhaltende, gleichbleibende Wetterlagen zu extremen Situationen führen können und in Folge zu Schäden in Millionenhöhe. Die Forschung konnte dabei zeigen, dass die globale Temperaturerhöhung nicht gleichmäßig erfolgt, sondern in manchen Regionen wesentlich stärker ausgeprägt ist. Salzburg und der Alpenraum insgesamt ist eine davon. Der Bericht zeigt außerdem, dass diese Entwicklungen zu langanhaltenden Wetterlagen, ob Schön,- oder Schlechtwetter, in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen. Entweder bleibt über Wochen hinweg der Niederschlag aus oder es fällt über lange Zeit zu viel Regen oder Schnee. Trocken- und Dürreperioden gefolgt von Hochwässern und Muren sind somit keine Seltenheit.

Extremes 2019

Seit Beginn der Messungen war der vorige Sommer der zweitwärmste der Geschichte. Im Gegenzug gab es die seit 1961 niederschlagsreichsten Monate mit Überschwemmungen, Muren, Hangrutschungen. Die Wissenschaft warnt im Bericht: Aufgrund der weiterhin rasant fortschreitenden globalen Temperaturerhöhung ist davon auszugehen, dass sich auch diese Entwicklung weiter verschärft und in Salzburg vermehrt mit solch langanhaltenden Wetterlagen mit all ihren Folgen zu rechnen ist. „Das kostet uns mehrere Millionen Euro. Und es geht es nicht nur um Schäden an Dächern und Stromleitungen, gesperrte Bahnverbindungen, massiver Anfall von Schadholz, es stehen Existenzen auf dem Spiel. Auch die Trockenheit verursacht massive Kosten für Mensch und Natur“, so Schellhorn und er weist auf ein weiteres Problem hin: „Die Land- und Forstwirtschaft hat mit hohen Ernteeinbußen und der Vermehrung von Schädlingen zu kämpfen.“

Nach Corona-Akutphase vorausschauend planen

„Jetzt, nach der Corona-Ausnahmesituation geht es darum, die Salzburger Wirtschaft wieder anzukurbeln. Das muss aber vorausschauend und vorsorgend passieren. Das heißt: Konjunkturpakete wie auch öffentliche Investitionen müssen mit der Klima- und Energiestrategie SALZBURG 2050 vereint werden. Der Klimaschutz muss dabei in den Fokus rücken“, betont Schellhorn.

Erstmals gesonderte Bundesländerberichte

Der jährlich erscheinende Klimastatusbericht Österreich wird im Auftrag des Klima- und Energiefonds sowie aller neun Bundesländer erstellt. Das Climate Change Centre Austria arbeitet dafür mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik und der Universität für Bodenkultur und unter Mitwirkung zahlreicher weiterer Forschungseinrichtungen zusammen. Zum ersten Mal wurde neben dem gesamtösterreichischen Bericht auch für jedes Bundesland ein eigenständiger Bericht erarbeitet und die Daten für Bundesländer gesammelt.


Quelle: Land Salzburg



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