Uhren in ihrer historischen Bedeutung

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Uhrwerk - Symbolbild
© Roman Sigaev, shutterstock.com
19 Sep 17:28 2019 von Redaktion International Print This Article

Heute kann man sich kaum noch vorstellen, dass es mal eine Zeit gab, in welcher die Zeit noch nicht gemessen werden konnte. Und auch wenn ein flüchtiger Blick auf das Handgelenk noch nicht möglich war, so konnte man sich zumindest an Kirchen- und Rathausuhren orientieren, welche ihre akustischen Signale zum Besten gaben. Doch wenn man die Glockenschläge gehört hat, wusste man teilweise nicht, um welche geschlagene Stunde es sich handelte.

Der Vorläufer aller Uhren: Die Sonnenuhr

Bereits vor 5000 Jahren hatten die Ägypter Interesse daran, die Zeit zu messen. Was heute eine Uhr ausmacht, wurde damals schon mit leichter Hand verwirklicht. Meistens handelte es sich bei der Sonnenuhr um ein kreisförmiges Design, welches den Sonnenlauf darstellte und in mehrere Abschnitte unterteilt war. Die Performance einer Sonnenuhr ist zwar einfach aber genial. Dazu steckte man einen Stab in die Erde und zog einen Kreis drumherum. Wichtig war, dass der Kreis in all seinen Punkten denselben Abstand zum Stab aufwies. Anschließend wurde der Kreis in mehrere Abschnitte unterteilt und dann hieß es: Abwarten, bis der in der Sonne stehende Stab seinen Schatten warf. Und anhand dieses Schattens war es dann möglich, die Zeit abzulesen.

Die Nachteile der Sonnenuhr

Doch die Sonnenuhr bringt natürlich einen Wermutstropfen mit sich, da sie bei bewölktem Himmel schlichtweg nicht zu gebrauchen war. Gleiches galt für die Nacht. Mehr als ein Jahrtausend lang konnte sich die Sonnenuhr vor der Weiterentwicklung bewahren. Um 1800 vor Christus änderte sich dies: Amenemhet, ein ägyptischer König verspürte den Drang, auch nachts die Zeit ablesen zu können, weshalb die Menschen auf die Idee kamen, ein akustisches Signal hinzuzufügen. Und damit war auch schon die Wasseruhr geboren.

Es folgten Wasser- und Sanduhren

Das Prinzip der Wasseruhr ist schon etwas aufwendiger, da das Wasser in kleine Schälchen tropfen musste, welche in Minuten unterteilt waren. Von diesem Zeitpunkt an war es nur noch ein kleiner Schritt Richtung Sanduhr. Dennoch dauerte es eine Zeit, bis die ersten Sonnenuhren ihren Auftritt hatten. Diese Entwicklung war erstmalig zu Beginn des 14. Jahrhunderts nachweisbar. Die Sanduhr wurde als Stundenglas bezeichnet und fand schnell hohen Anklang in der Bevölkerung. Fast parallel zur Sanduhr, wurde die Räderuhr entwickelt. So wurden damals mechanisch gefertigte Uhren bezeichnet. Der Nachteil dieser Uhren: Diese waren noch sehr klobig gebaut und recht ungenau in der Zeitmessung. Allerdings wurden diese Uhren bereits mit der sogenannten Unrast ausgestattet. Dabei handelt es sich um den Vorläufer der Unruh. Zunächst waren es noch die Schlosser, welcher Räderuhren herstellten. Später kristallisierte sich dann der Beruf des Uhrmachers heraus.

Welche Uhren wurden im Mittelalter genutzt?

Die bereits erwähnte Unrast ist das älteste Teil, welches in einem Uhrenmechanismus verwendet wurde. Dieses Teil ist auch unter der Bezeichnung Foliot bekannt und ermöglichte einen annähernd gleichmäßigen Uhrenlauf. Es folgten die Unrast und im 15. Jahrhundert die Spiralfeder. Damit war die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten und der Wunsch nach einem präziseren Uhrwerk stieg immer weiter an. Es folgten Uhren im großen Gehäuse mit langem Pendel, weshalb sich die Entwicklung von nun an auf die Miniaturisierung fokussierte. Es folgten die Taschenuhren und damit das sogenannte "Nürnberger Ei". Doch der Name steht nicht im Zusammenhang mit der ovalen Form. Stattdessen ist eine ironische Verunglimpfung für die Bezeichnung verantwortlich: "Aeurlein", was so viel wie Ührlein bedeutet.

Übrigens: Uhren wiesen immer eine zylindrische Form auf.

Im 16. Jahrhundert sollen bereits die ersten Armbanduhren entstanden sein. Zumindest wenn man den zahlreichen Geschichten Glauben schenken mag, denn genaue Aufzeichnungen existieren dazu nicht. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass die Uhren eine immer kompaktere und damit handlichere Größe annahmen. Ein nachweisbares Beispiel ist die Armbanduhr von Abraham Louis Breguet. Der Schweizer Uhrmacher lebte in der Zeit von 1747 bis 1823 und fertigte für Caroline Bonaparte (Napoleons jüngste Schwester) eine Armbanduhr an. Seine im Jahr 1775 gegründete Uhrenmanufaktur existiert bis heute.

Die Entwicklung bis heute

Fortan spaltete sich die Entwicklung der Uhr in die Bereiche Kleinuhren, welche vor allem für Unterwegs geeignet sein sollten, und Großuhren, welche für den ortsgebunden Gebrauch bestimmt waren. Die Massenproduktion ließ nicht lange auf sich warten, somit wurden vor allem Kleinuhren schnell erschwinglich. Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich die Armbanduhr zum Klassiker und die Verkaufszahlen überstiegen die, der Taschenuhr. Mit fortschreitender Entwicklung, vor allem in den Bereichen der Stoßfestigkeit und Wasserdichte wurden Uhren immer alltagstauglicher und entwickelten sich zum Accessoire.

In der heutigen Zeit sind Uhren aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Egal ob als Taschenuhr, Armbanduhr oder Smartwatch. Besonders schöne Modelle für jeden Geschmack, finden Sie bei den Experten von Christ.



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