Oberösterreich: Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer: ,,30 Jahre Kinderrechte und Gewaltverbot in der Erziehung“

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Kinder haben ein Recht auf eine unbeschwerte Kindheit
Foto: SPÖ OÖ
19 Nov 22:00 2019 von Redaktion Salzburg Print This Article

Seit 30 Jahren ist in Österreich Gewalt in der Erziehung verboten. Damals wurde die UN-Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen beschlossen. Kinder­rechte sind erweiterte Menschenrechte und somit eine bedeutende Grundlage für ein gesichertes Heranwachsen. „Kinder sind die Schwächsten in unserer Gesellschaft und brauchen daher besonderen Schutz. Nur eine gewaltfreie Erziehung, die von Liebe und Respekt getragen ist, macht Kinder stark und fördert ihre soziale Kompetenz“, sagt Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Die Kinderrechtskonvention wurde auch von Österreich unterzeichnet. Sie sichert Kindern eigenständige Rechte zu wie etwa das Recht auf Schutz vor Gewalt oder das Recht auf Bildung. Für Landesrätin Birgit Gerstorfer ist klar, dass es auch nach 30 Jahren weiterhin wichtig ist, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene über die Kinderrechte umfassend informiert werden: „Es braucht Einrichtungen wie die Kinder- und Jugendanwaltschaft, wo Kinder und Jugendliche Beratung und Hilfe finden und wo die Themen auch zielgruppengerecht aufbereitet sind.“

Details dazu auf www.kija-ooe.at

Armut gefährdet Kinderrechte

Zu den wichtigsten Kinderrechten zählen unter anderem das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Bildung. 17,5 Prozent der österreichischen Bevölkerung (1.512.000 Menschen) waren laut Statistik Austria im Jahr 2018 armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Oft sind die Kinder am stärksten davon betroffen. Die Forschung belegt, dass materieller Mangel in der Kindheit sich direkt auf die gesundheitliche, soziale und kulturelle Entwicklung negativ auswirkt. Die Langzeitforschung des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) weist nach, dass rund 50 Prozent der armutsbetroffenen Kinder auch im Erwachsenenalter arm bleiben, da sie weniger Möglichkeiten haben, eine gute Bildung zu erreichen. Ohne gute Ausbildung steigt das Risiko, als Erwachsene/r arbeitslos zu werden. Dies hat nicht nur Einfluss auf die Lebensbedingungen, sondern wird über Generationen weitergegeben und schwächt damit letztlich die sozioökonomische Stabilität eines Landes. „Armut ist also ein Teufelskreis und es ist Aufgabe der Politik, diesen zu durchbrechen“, so Gerstorfer.

Kindergrundsicherung

Mit der Einführung einer Kindergrundsicherung kann es möglich werden, dass ein Großteil der aktuell armutsbetroffenen Kinder und Jugendlichen in ihrem Erwachsenen­leben nicht Beitragnehmer/innen, sondern Beitragszahler/innen werden. Die Kinder­grundsicherung stellt also eine volkswirtschaftliche Investition dar, die Sozialausgaben nachhaltig minimiert. Die Landes-Kinder- und Jugendhilfereferent/innen haben daher die Bundesregierung aufgefordert, das Thema „Kindergrundsicherung“ breit zu diskutieren und Umsetzungsvorschläge zu erarbeiten.


Quelle: Land Oberösterreich



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