Wien: Sima/Schnattinger zu Tschernobyl-Jahrestag - Keine Betriebsbewilligung für das grenznahe AKW Mochovce!

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Foto: Atomkraftwerk / Wlad74 / Shutterstock / Symbolbild
25 Apr 19:00 2020 von Redaktion International Print This Article

Anlässlich des morgigen Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 34 Jahren fordert Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima einmal mehr von der österreichischen Bundesregierung, gegen die drohende Betriebsbewilligung des slowakischen AKW Mochovce aktiv zu werden. „Lippenbekenntnisse an Jahrestagen helfen wenig. Die Folgen der Katastrophe von Tschernobyl sind heute noch spürbar, aktuell droht ein Waldbrand nähe des Reaktors zur nächsten Katastrophe zu werden. Die Atomkraft ist und bleibt eine todbringende Gefahr und um so wichtiger ist es, jetzt zu handeln“, so Sima.

Auch wenn die Corona-Krise derzeit alles dominiert: Die Atomgefahr an Österreichs Grenzen bleibt und droht nun noch größer zu werden. Sima warnt vor der kurz bevorstehenden Betriebsbewilligung für die Reaktoren 3 und 4 im grenznahen AKW Mochovce. „Die massiven Sicherheitsmängel sind nicht ausgeräumt, es gibt dramatische Warnungen von ehemaligen Kraftwerksmitarbeitern und Technikern. Die österreichische Bundesregierung muss umgehend aktiv werden, es wäre unverantwortlich, die Blöcke unweit der österreichischen Grenze in Betrieb zu nehmen“, so Sima.

Die Stadt Wien kämpft seit Jahren gegen das AKW Mochovce und hat immer wieder auf die gravierenden Sicherheitsmängel hingewiesen. Sima konnte sich bei einem Besuch im AKW im Jahr 2008 von den dramatischen Zuständen der eingemotteten Kraftwerksteile überzeugen. Die Stadt Wien hat bei der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung an die 200.000 Einwändungen übermittelt. Die Wiener Umweltanwaltschaft engagiert sich seit vielen Jahren und warnt vor den Sicherheitsmängeln in Mochovce. Das AKW stammt aus den 1970er Jahren, weder Technik noch Nachrüstungsmaßnahmen entsprechen den heutigen Standards. Sicherheitsrelevante Bauteile sind über Jahrzehnte auf der Baustelle eingemottet gewesen.

Aktuell – Kommt eine Betriebsbewilligung trotz dramatischer Sicherheitsmängel?

Jetzt steht die Bewilligung für den Betrieb an. Die Wiener Umweltanwaltschaft als Atomschutzbeauftragte der Stadt Wien hat in einer ausführlichen Stellungnahme alle Kritikpunkte übermittelt - sie reichen von fehlender Schutzhülle, mangelhafter Dokumentation über mangelhafte Qualifikation der Bauausführenden bis hin zur mangelhaften Überprüfung der teils seit Jahrzehnten eingelagerten Bauteile und Maschinen und dem völlig überalterte Design der Reaktoren. Umweltanwältin Andrea Schnattinger weist einmal mehr auf die Sicherheitsgefahren für Wien hin. Sima und Schnattinger appellieren daher erneut an die österreichische Bundesregierung, alles zu unternehmen, um die Inbetriebnahme des grenznahen AKWs zu verhindern.


Quelle: Stadt Wien



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