Salzburg: Sei kein Frosch, hilf mit!

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Foto: Land Salzburg /Andreas Thomasser
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Foto: Land Salzburg /Andreas Thomasser
10 Mär 08:00 2019 von Redaktion Salzburg Print This Article

Amphibienwanderungen haben begonnen / Erste „Froschklauber“ sind schon unterwegs / Weitere Helfer gesucht

(LK) Steigen die Nachttemperaturen auf mehr als 4 Grad Celsius, verlassen Frösche, Kröten und Molche ihre Winterquartiere in den Wäldern und wandern zu ihren Laichgewässern. „Dann sind auch mehr als 200 ehrenamtliche Froschklauberinnen und Froschklauber wieder im Einsatz, um die Tiere an den ‚Zäunen‘ einzusammeln und sicher über die Straßen zu bringen“, so Landesrätin Maria Hutter, die auch aktiv im Einsatz für die Amphibien ist.

Schon auf schwach befahrenen Straßen wird rund ein Drittel der Amphibien, die die Straße überqueren, getötet. Zum Schutz der Tiere werden jedes Jahr von den Straßenmeistereien des Landes gemeinsam mit freiwilligen Helferinnen und Helfern, einigen Gemeinden sowie der Berg- und Naturwacht insgesamt rund zwölf Kilometer grüne Amphibienschutzzäune aufgestellt.

90 tierische Wanderrouten

Martin Kyek und Peter Kaufmann vom Haus der Natur koordinieren, dass die Zäune zur richtigen Zeit am richtigen Ort stehen. Diese hindern die Amphibien am Überqueren der Straße. „Rund 90 Amphibienwanderstrecken sind uns in Salzburg bekannt, 30 davon können aktuell betreut werden. Die ersten Zäune stehen bereits, die übrigen folgen je nach Witterung in den nächsten zwei bis drei Wochen. An manchen Wanderstrecken brauchen wir aber noch mehr Helferinnen und Helfer", bittet Landesrätin Hutter um Unterstützung.

Mobile Froschzäune in allen Bezirken

Im Flachgau gibt es mit derzeit rund 20 mobilen Froschzäunen besonders viel zu tun. Fünf Strecken können im Tennengau betreut werden, zwei im Pongau, zwei im Lungau und fünf im Pinzgau. In der Stadt Salzburg werden außerdem an der Kreuzbergpromenade und an der Sinnhubstraße die Tiere ohne Zaunsystem per Hand gerettet.

Mitarbeiter unterschiedlichster Organisationen helfen ehrenamtlich mit

An diesem Wochenende wird der Froschzaun in St. Jakob am Thurn in der Gemeinde Puch aufgebaut. Die Ortsgruppe der Berg- und Naturwacht wird dabei tatkräftig von Frau Sabine Werner von der Landesumweltanwaltschaft Salzburg, von Günther Nowotny, dem Naturschutzbeauftragten für den Tennengau und Andreas Thomasser vom Büro der Naturlandesrätin sowie von Martin Kyek, dem Amphibienspezialisten vom Haus der Natur unterstützt. „Ich finde es wunderbar, wenn Mitglieder unterschiedlicher Organisationen ehrenamtlich zum Wohle unserer Artenvielfalt zusammenarbeiten und gemeinsam anpacken“, so Hutter. Allein durch diese Maßnahme gelingt es, hunderte gefährdete und geschützte Tiere zu retten.

Fixe Tunnelleitsysteme in vielen Gemeinden

Darüber hinaus sind an einigen wichtigen Wanderstrecken im Land fixe Tunnelleitsysteme unter der Straße installiert, so dass Amphibien und andere Kleintiere die Fahrbahnen gefahrlos unterqueren können. Pluspunkt des fixen Systems: Die Tiere sind das ganze Jahr geschützt. Dorfgastein, Kleinarl, Koppl-Guggenthal, Piesendorf, Weißpriach, Tweng und Zell am See (Thumersbach) bieten ihren tierischen Mitbewohnern solche Leit- und Tunnelsysteme. An manchen Wanderstrecken konnten zusätzliche Laichgewässer in der Anwanderroute errichtet werden, wie zum Beispiel im Gasteinertal, am Hintersee, in Mittersill, Nußdorf am Haunsberg, Strobl, Stuhlfelden, Unternberg.

Appell an die Autofahrer

Das Überqueren ist nicht nur für die Amphibien gefährlich – sondern auch für die Froschklauberinnen und Froschklauber, die vom Land mit Amphibien-Warnwesten ausgestattet werden. Landesrätin Hutter sagt daher: „Bitte bei Fahrten durch Amphibien-Wandergebiete aufpassen und das Tempo drosseln.“

SAGIS verrät, wo Amphibien wandern

Einen Überblick über die derzeit bekannten Wanderstrecken bietet SAGISonline unter Natur – Amphibienwanderstrecken. „Wer darüber hinaus wandernde Tiere entdeckt, kann dies bei uns melden, damit die Datenbank aktuell bleibt“, betont Amphibienexpertin Maria Jerabek vom Haus der Natur. Und Landesrätin Hutter ergänzt: „Mit ihrem gemeinsamen Engagement leisten die Amphibienschützinnen und Amphibienschützer einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in Salzburg. Dafür gilt ihnen mein aufrichtiger Dank.“

Broschüre über Amphibien

Gemeinsam vom Land Salzburg und dem Haus der Natur wurde die Broschüre über Amphibien neu aufgelegt. Meldungen über Wanderungen an: Maria Jerabek, Abteilung Natur- und Umweltschutz und Gewerbe, Tel. 0662/8042-5509, E-Mail: [email protected] oder Haus der Natur, Tel. 0662/842653-3316, E-Mail: [email protected]. Auch interessierte Helfer können sich an diese Adressen wenden.


Quelle: Land Salzburg



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