Salzburger Festspiele mit Jedermann, Konzerten und szenischen Aufführungen

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Foto: Land Salzburg / Neumayr – Leopold
26 Mai 18:58 2020 von Redaktion Salzburg Print This Article

Rund 90 Vorstellungen an 30 Tagen an höchstens sechs Spielstätten

(HP) In Salzburg wird es heuer - im Gegensatz zu Bayreuth oder Bregenz – Festspiele im Sommer geben. Coronabedingt zwar in einer verkleinerten Form, aber dennoch sollen von 1. bis 30. August rund 90 Aufführungen über die Bühne gehen. Zentral dabei der „Jedermann“ auf dem Domplatz, mit dem am 22. August vor genau 100 Jahren alles begann. „Die heutige Entscheidung ist in ihrer Tragweite gar nicht hoch genug einzuschätzen. Es ist ein wichtiges Signal für die Kultur und ihr Bestreben, in dieser Stadt wieder ganz präsent zu sein. Der Weg dahin war nicht einfach“, betont Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

„Das Signal richtet sich in erster Linie an die Künstlerinnen und Künstler: es gibt wieder Möglichkeiten, auftreten. Es richtet sich aber auch an alle Kulturveranstalter, dass Festspiele wieder möglich sind sowie an die Hotellerie und Tourismuswirtschaft im Land. Es gibt aber glücklicherweise auch den vielen kleineren Initiativen eine Chance, die die kulturelle Vielfalt unseres Bundeslandes ausmachen“, führt Landeshauptmann Wilfried Haslauer weiter aus, und weiter: „Wie schon die Gründerväter sagten: ‚Von allem das Beste‘, das ist das Erfolgsgeheimnis der Salzburger Festspiele – und das wird auch für jene in modifizierter Form gelten.“

Kulturelles Zeichen und wirtschaftlicher Impuls

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler ergänzt: „Unsere Stufenplanungen sind richtig gewesen. Ja, es wird Salzburger Festspiele geben, zeitlich kürzer, mit einem modifizieren Programm und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen.“ „Festspiele sind ein wirtschaftlicher Motor für Salzburg. Ich freue mich sehr, dass wir hier nicht nur kulturell ein Zeichen setzen, sondern auch einen wirtschaftlichen Impuls für Stadt und Land“, so Kuratoriumsvorsitzender Hans Scharfetter.

Große Sehnsucht der Menschen

Intendant Markus Hinterhäuser führt aus: „Sie können sich auf eine Festspielsaison freuen, die zwar anders sein wird als die geplante Jubiläumssaison, die aber großzügiger ausfallen werden, als bisherige Szenarien es vermuten ließen. Es wird jedes Genre angeboten werden. Dass wir zugewartet haben, war eine Mischung aus Hoffnung, Traum und vielleicht auch Intuition. Es hat sich gezeigt, dass die Sehnsucht der Menschen nach dieser Zusammenkunft riesig groß geworden ist.“

Bundesvorgaben an spezielle Situation in Salzburg anpassen

„Es ist eine wichtige Botschaft Wir müssen nun die Verordnung der Bundesregierung mit Leben füllen und auf die spezielle Situation der Salzburger Festspiele anpassen. Wir werden umgehend die wichtigen und richtigen Schritte setzen, um die Sicherheit für Künstler und Publikum zu gewährleisten, Außerdem setzten wir damit ein starkes Zeichen und ein wichtiges Signal für die heimische Tourismuswirtschaft“, fügt Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner hinzu.

Verkürzte Festspiele mit Sicherheits- und Covid-Präventionskonzept

Das Konzept für modernisierte und verkürzte Festspiele wurde vom Kuratorium der Salzburger Festspiele heute in seiner außerordentlichen Sitzung beschlossen. Das Festspieldirektorium Helga Rabl-Stadler, Markus Hinterhäuser und Lukas Crepaz sowie Bettina Hering als Chefin des Schauspiels und Florian Wiegand als Verantwortlicher für die Konzerte präsentierten ein Programmraster für die geplanten 30 Tage, sowie die Grundlinien eines Sicherheitskonzepts für alle Spielstätten. „Wir werden unser bestehendes Sicherheitskonzept mit einem Covid-Präventionskonzept erweitern. Dabei stehen die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und unseres Publikums sowie diverse Hygienemaßnahmen im Mittelpunkt“, erläutert Lukas Crepaz. Daher soll es hauptsächlich Programme ohne Pause geben.

Neue Verordnung des Bundes mit konkreten Anhaltspunkten

Eine halbe Stunde vor Beginn der Kuratoriumssitzung wurde von Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer jene Verordnung präsentiert, mit der wichtige Parameter für alle Veranstalter festgelegt wurden. Dies gibt nun auch den Festspielen konkrete Anhaltspunkte für die weitere Vorgangsweise.

Künstlerisch sinnvolles und wirtschaftlich vertretbares Programm

Die Verordnung sowie der Beschluss des Kuratoriums ermöglichen es dem Festspieldirektorium, die erst für 30. Mai angekündigte Entscheidung über die Abhaltung der Festspiele bereits auf den heutigen Tag vorzuverlegen. Es wird zwar 2020 nicht jenes Jubiläumsprogramm verwirklicht werden, das vergangenen Herbst mit so viel Freude und Empathie in aller Welt angekündigt und vom Publikum auch aufgenommen wurde. Aber es soll gelingen, ein künstlerisch sinnvolles und wirtschaftlich vertretbares Programm zu realisieren. Statt 200 Vorstellungen an 44 Tagen an 16 Spielstätten wird es etwa 90 Vorstellungen an 30 Tagen auf höchstens sechs Spielstätten geben. Statt ursprünglich 235.000 Karten wird es rund 70.000 geben.

100 Jahre „Jedermann“ am 22. August – mehr Details Anfang Juni

Alle Produktionen des Jubiläumsprogramms, die 2020 nicht zur Aufführung kommen, sollen 2021 gezeigt werden. Das 100-Jahr-Programm soll quasi mit der Eröffnung der Landesausstellung Ende Juli 2020 beginnen und erst im Jahr darauf am 31. August 2021 enden. Das Jubiläum des Gründungsstücks „Jedermann“ soll selbstverständlich am 22. August 2020 gefeiert werden. Das modifizierte Programm wird Intendant Markus Hinterhäuser im Detail Anfang Juni vorstellen.

Karten-Rückabwicklung als Herausforderung

Das Kartenbüro steht nach der Absage der Pfingstfestspiele und der dadurch notwendigen Rückabwicklung vor einer noch größeren Herausforderung. Die Festspiele durften sich zu Beginn dieses Jahres über einen neuen Rekord beim Kartenverkauf freuen. 180.000 Karten im Wert von 24,5 Millionen Euro wurden bereits verkauft. Das modifizierte Programm mit völlig anderen Terminen und einer deutlich reduzierten Anzahl von Vorstellungen zwingt die Festspiele nun zur Rückabwicklung des gesamten Verkaufs. Bei der Vergabe der neuen Karten werden jene Vorrang haben, die ursprünglich bereits Karten besaßen. Über das konkrete Procedere werden die Kunden in den nächsten Tagen persönlich informiert. Dazu Intendant Markus Hinterhäuser: „Es schmerzt mich, so vielen Künstlerinnen und Künstlern für dieses Jahr absagen zu müssen, mit denen wir besondere Programmkonstellationen erdacht haben. Dennoch freue ich mich, dass wir doch die Möglichkeit bekommen, mit diesen Festspielen ein kraftvolles Zeichen für die Kunst zu setzen.“


Quelle: Land Salzburg



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