Kärnten: Psychotherapie - ÖGK darf Offensive nicht länger hinauszögern

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Amt d. Kärntner Landesregierung - Symbolbild
© LPD Kärnten
01 Jul 13:00 2020 von Redaktion Salzburg Print This Article

LHStv.in Prettner: Psychotherapie auf Krankenschein und mehr Kassenärzte sind Gebot der Stunde – Angekündigte Ausbauoffensive erfreulich, aber spät – Länder müssen Manko abfangen

Klagenfurt (LPD). „Psychische Erkrankungen nehmen rasant zu – sie betreffen mittlerweile alle Altersgruppen. Wir haben es de facto mit einer neuen Volkskrankheit zu tun. Daher ist es zwingend notwendig, alle Maßnahmen zu setzen, um die Betroffenen frühzeitig und bestmöglich zu behandeln“, betont Kärntens Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner. Sie ist bereits an ÖGK-Obmann Matthias Krenn mit der dringenden Bitte herangetreten, eine diesbezügliche Offensive zu starten. „Notwendig sind zum einen mehr niedergelassene psychotherapeutische Kassenstellen, zum anderen Therapien auf Krankenschein – aber auch eine höhere Kostenrückerstattung“, so Prettner.

Daher sei die Ankündigung von Krenn-Nachfolger Andreas Huss erfreulich – er wird ab 1. Juli für ein halbes Jahr den ÖGK-Vorsitz übernehmen – wonach das Stundenkontingent um 20.000 Plätze ausgebaut werde. „In Anbetracht dessen, dass jeder einzelne zusätzliche Platz hilft, ist es ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wermutstropfen ist allerdings, dass damit erst im Herbst 2021 gestartet werden soll“, so Prettner. Sie appelliert daher an Huss, mit der Offensive früher an den Start zu gehen. „Jeder Monat früher zählt. Die ÖGK würde damit Hunderttausenden Betroffenen helfen.“

Aktuell leisten die Kassen einen Kostenzuschuss, der je nach Kasse zwischen 28 und 50 Euro pro Einheit im Einzelsetting beträgt. „Das deckt teilweise nicht einmal die Hälfte der Kosten einer psychotherapeutischen Einheit, die im Schnitt zwischen 70 und 100 Euro kostet“, weiß die Kärntner Gesundheitsreferentin. Wie Prettner erklärt, habe das Land selbst keine Einflussmöglichkeiten in das sozialversicherungsrechtliche Leistungswesen. Im Gegenteil: „Wir müssen dieses Manko so gut es geht kompensieren, indem wir mit Trägern wie pro mente entsprechende Verträge abschließen.“



Quelle: Land Kärnten



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