OÖ: Wie kann der stationäre Handel im Umfeld digitaler Marktplätze überleben?

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Foto: WKOÖ
05 Mai 07:00 2017 von Redaktion Salzburg Print This Article

Studie der FH Steyr zeigt Erfahrungen mit Onlineplattformen auf

Die Fachhochschule Oberösterreich, Campus Steyr, hat eine Studie zum Thema „Digitale Marktplätze & Webshops – Kann der stationäre Handel noch überleben?“ erstellt. „Untersucht wurde, welche Produkte der Konsument kauft, warum und wie. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Gesellschaft mit dem Onlinehandel maßgeblich verändert. Online haben Kunden das Gefühl eines guten Preis-/Leistungsverhältnisses. Ein Einkaufs- und Freizeiterlebnis ist jedoch weiterhin nur im lokalen Handel möglich. Hier ist vor allem Beratung den Kunden wichtig. Der Mitarbeiter im Handel ist entscheidend“, fasst Christian Kutsam, Obmann der Sparte Handel der WKO Oberösterreich, zusammen.

„Befragt wurden 1258 Konsumenten in Oberösterreich und mit Unternehmern und Experten aus der Branche wurden qualitative Interviews durchgeführt“, beschreibt Harald Kindermann von der FH. Die Studie zeigt, dass beispielsweise bei den bis 50-jährigen Amazon als Quelle für Produkt­informationen und zum Preisvergleich schon vor Google liegt. Als Gründe für den Onlinekauf be­zeichnen die Konsumenten an vorderster Stelle den günstigen Produktpreis, den Gratisversand, ein schnelles Finden des gewünschten Produkts, einen bekannten und vertrauten Online-Shop sowie einen einfachen Kaufabschluss. Im Gegensatz dazu werden als Gründe für einen stationären Einkauf ein angemessener Produktpreis, eine gute Beratung, ein gutes Sortiment, die sofortige Produktverfügbarkeit und freundliche Verkäufer angegeben.

Die Bedürfnisse der Kunden müssen konsequent erfüllt werden
„Trotz allem gibt es Chancen für den stationären Handel. Er muss aus dem für den Konsumenten unüberschaubaren Sortiment eine qualifizierte Vorauswahl treffen und dem Kunden einen Grund durch Beratung und Service liefern, warum er beispielsweise etwas mehr zahlen soll. Der Kunde kennt bei vielen Produkten den Online-Preis, jedoch ist er auch bereit, einen angemessenen Preisunterschied zu zahlen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Kunde das Produkt bereits in der Hand hat, das erzeugt ein Begehren. Der Handel muss ein Erlebnis bieten, denn der Trend geht eindeutig zum Kaufen auf Genuss-Ebene“, ist Kindermann überzeugt. Was die stationären Händler allerdings brauchen, ist eine digitale Sichtbarkeit. Sie müssen die unterschiedlichen Vertriebs­kanäle miteinander verknüpfen, dadurch entsteht ein Vorteil gegenüber reinen Online-Händlern, allerdings darf die Bedeutung eines Online-Shops nicht ausschließlich an dessen Umsatz gemessen werden.



Quelle: WKO Oberösterreich



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