Salzburg-Stadt: Neuordnung des Verkehrs am Franz-Josef-Kai und Museumsplatz

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Kreisverkehr am Kai
Foto: Stadt Salzburg A Alexander Killer
26 Feb 15:00 2020 von Redaktion Salzburg Print This Article

Preuner und Unterkofler: Kreisverkehr beendet „Kranzlfahren“ in der Altstadt

Im Parteienübereinkommen wurde im vergangenen Jahr festgelegt, an der Kreuzung Franz-Josef-Kai / Museumsplatz einen Kreisverkehr zu errichten, um am Franz-Josef-Kai das Geradeausfahren Richtung Hanuschplatz zu ermöglichen. „Niemand versteht, warum man am Museumsplatz abbiegen und einen halben Kilometer durch die Altstadt fahren muss, nur um danach wieder an exakt der gleichen Stelle herauszukommen“, kennt die ressortzuständige Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler das Unverständnis der Salzburgerinnen und Salzburger über die derzeitige Situation.

Die Planungen der Verkehrsabteilung für den Kreisverkehr sind nun abgeschlossen. „Meine Mitarbeiter erarbeiten gerade einen Amtsbericht, der dem Planungs- und Verkehrsausschuss noch im März vorgelegt werden wird. Dieser Grundsatzbeschluss bildet dann die Grundlage für die bauliche Ausführung, deren Abschluss noch für dieses Jahr geplant ist.“

Bürgermeister Harald Preuner stellt in diesem Zusammenhang vor allem die Verkehrsentlastung für die Altstadt heraus: „Bisher wurden die Autos unnötigerweise in die Altstadt geschickt. Das fällt jetzt weg und ist eine echte Entlastung für die Altstadt. Dadurch können wir auch darüber nachdenken, zum Beispiel die Gstättengasse vom Individualverkehr zu befreien und ihn in der Münzgasse im Gegenverkehr zu führen.“

Die Planungen für die angesprochene Neuorganisation des Straßenraums in der Altstadt werden von den Verkehrsplanern der Stadt bereits durchgeführt. „Meine Mitarbeiter betrachten den gesamten Straßenraum vom Haus der Natur bis zum Neutor. Es ist unser Ziel, dass neben dem Öffi- und Individualverkehr Fußgänger und Radfahrer zukünftig mehr Raum haben werden“, so Unterkofler über die weiteren Planungen, bei denen es auch zu einer Öffentlichkeitseinbindung kommen wird.

Verbesserte Verkehrssicherheit, verringerte Luft- und Umweltbelastung, bessere Radanbindung

Bisher ist der Kreuzungspunkt unübersichtlich organisiert und u.a. deshalb auch eine Unfallhäufungsstelle in der Stadt. Stündlich queren den Knoten bislang bis zu 300 Personen zu Fuß und 210 Personen mit dem Fahrrad. Die meisten Konflikte treten auf Grund der Missachtung der Vorfahrtsregelungen und auf Grund des bisher verbotenen Geradeausfahrens auf. „Nach intensiver Planung hat sich gezeigt, dass der Kreisverkehr die für alle Verkehrsteilnehmer beste Lösung ist und die Unfallhäufungsstelle entschärft“, so Unterkofler.

Für Fußgänger wird es eine zusätzliche Querungsmöglichkeit im nördlichen Bereich geben, um die Strecke zum Haus der Natur zu verkürzen. Die bereits bestehende Querungsmöglichkeit wird leicht in Richtung Hanuschplatz verschoben und somit kürzer und besser einsehbar werden. Beide Übergänge werden mit einer Mittelinsel ausgestattet, um die Sicherheit weiter zu erhöhen.

Für Radfahrer wird es künftig zwei Verbindungen zwischen Altstadt und Kaipromenade geben: Für „Schnellfahrer“ erfolgt die Anbindung direkt über den Kreisverkehr, für alle anderen über die bereits bestehende Verbindung hinter der SZENE. Dabei wird die Radüberfahrt nun so verlegt, dass sie in direkter Verbindung mit dem Durchgang liegt. „Derzeit lässt die Aufenthaltsqualität des Durchgangs noch zu wünschen übrig. Da es sich dabei aber um öffentlichen Grund handelt, können wir hier eine Umgestaltung vornehmen und damit deutliche Verbesserungen schaffen“, so Unterkofler. „Ich denke dabei nicht nur an den Untergrund selbst, sondern auch an Fassadenbegrünungen und dergleichen. Eine Planung zur Umgestaltung und Verbesserung der Aufenthaltsqualität wurde bereits an einen externen Planer vergeben.“

Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler, die neben dem Verkehr auch für die Umweltagenden der Stadt ressortverantwortlich ist, weist zudem auf die positiven Effekte für Luft und Umwelt hin, die durch den Wegfall des „Kranzlfahrens“ entstehen: „Durch den Kreisverkehr sparen wir durchschnittlich 63,5 g CO2 bzw. 0,225 g NOx pro Umwegfahrt ein“, so Unterkofler.

Rot-Kreuz-Parkplatz teilweise entsiegelt und neu gestaltet

Im Zuge des Baus des Kreisverkehrs werden zugleich auch Änderungen am Rot-Kreuz-Parkplatz vorgenommen. Dabei soll der östliche Parkplatzteil zwischen Bushaltestelle und bisherigem Kassahaus entsiegelt und neu gestaltet werden.

Die Ein- und Ausfahrt des Rot-Kreuz-Parkplatzes wird fortan direkt beim Kreisverkehr liegen, sodass auch der Rückstau auf die Fahrbahn verhindert wird. „Durch den Rückstau aus dem Rot-Kreuz-Parkplatz kommen oft weder O-Busse noch Autos weiter. Das führt nicht nur zu Verspätungen bei den Öffis, sondern zieht sich dann meist weiter über die Staatsbrücke bis in die Schwarzstraße. Durch die neue Einfahrt wird dieser Effekt verhindert. Gleichzeitig ist die Verlegung der Ein- und Ausfahrt die Grundlage dafür, einen Teil des Rot-Kreuz-Parkplatzes im Sinne der Ufergestaltung der Salzach zu einem angenehmen Aufenthaltsraum für die Menschen zu machen“, weiß Bürgermeister Harald Preuner.

Die für die Umgestaltung des Salzachufers notwendigen Grundlagenarbeiten werden bereits durchgeführt. „Wir gehen die Neugestaltung völlig offen an – von einer Art Naschmarkt bis hin zu einem kleinen normalen Park ist alles denkbar. Wir haben bereits einen Landschaftsplaner und -architekten beauftragt, die gesamte Uferpromenade vom Bereich des Spielplatzes bis zum Makartsteg gemeinsam mit dem Gartenamt zu untersuchen. Somit wird sichergestellt, dass kein Stückwerk entsteht, sondern sich der Vorschlag in eine Gesamtplanung einfügt“, unterstreicht Vizebürgermeisterin Unterkofler.

Die Umgestaltung bedeutet einen Wegfall von 30 Parkplätzen. Daraus ergibt sich nach Berechnung des Roten Kreuzes ein Finanzierungserfordernis von rund 100.000 Euro. Eine entsprechende Kompensation wird derzeit erarbeitet.

Bessere Erschließung Rot-Kreuz-Parkplatz

Ein weiterer positiver Effekt, der durch den Kreisverkehr und die Neuaufteilung beim Rot-Kreuz-Parkplatz entsteht, ist die bessere Anbindung des Rot-Kreuz-Parkplatzes an das Verkehrsnetz: War die Einfahrt in den Rot-Kreuz-Parkplatz bislang aus einer Richtung kommend und die Ausfahrt ebenfalls in nur eine Richtung möglich, kann der Rot-Kreuz-Parkplatz nun aus allen Richtungen erreicht und in alle Richtungen verlassen werden.

„Das sind zusätzliche große Umwege, die wir dadurch einsparen. Wer bisher aus Richtung Neutor oder aus Mülln kam, musste bis weit über die Staatsbrücke fahren, wenn er ordnungsgemäß in den Rot-Kreuz-Parkplatz fahren wollte. Das ist völliger Irrsinn. Auch dass die Ausfahrt bisher nur Richtung Mülln möglich war, hat viel unnötigen Verkehr verursacht. Auch das beenden wir jetzt“, so Preuner zur wichtigen Verteilerfunktion des neuen Kreisverkehrs und zur neuen Ein- und Ausfahrt des Parkplatzes.


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Quelle: Stadt Salzburg



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