Neues Regionalprogramm zum Schutz unserer Naturjuwele: Oberösterreichs schönste Gewässerstrecken naturnahe bewahren.

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v.l.: Dr. Franz Überwimmer (Wasserwirtschaftliches Planungsorgan), Dr. Herbert Rössler (Abteilung Anlagen-, Umwelt- und Wasserrecht), Umwelt-Landesrat Rudi Anschober, Dr. Peter Anderwald (Wasserwirtschaftliches Planungsorgan)
Foto: : Land OÖ/Sabrina Liedl
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20 Aug 11:00 2019 von Gerhard Repp Print This Article

Landesrat Rudi Anschober,

I N F O R M A T I O Nzur Pressekonferenz am 19. August 2019mitLandesrat Rudi AnschoberDr. Herbert Rössler,Abt. Anlagen-, Umwelt-und Wasserrecht, Land OÖDI Dr. Franz Überwimmer,Wasserwirtschaftliches Planungsorgan, Land OÖDr. Peter Anderwald,Wasserwirtschaftliches Planungsorgan, Land OÖzum Thema"Neues Regionalprogramm zum Schutz unserer Naturjuwele:Oberösterreichs schönste Gewässerstrecken naturnahe bewahren"

"Neues Regionalprogramm zum Schutz unserer Naturjuwele:Oberösterreichs schönste Gewässerstrecken naturnahe bewahren"Oberösterreichs Fließgewässer haben wichtige Funktionen für dieNaherholung,Ökologie, für den Tourismus, für die Energieerzeugung. Und sie sind großteils bereits intensiv genutzt. Neue Anforderungen sind etwa die Temperaturerhöhungen, die in den Fließgewässern noch stärker steigen als die Lufttemperaturen. Auch hier hilft Klimaschutz, aber auch der Erhalt naturnaher Fließstrecken (Dynamik, Beschattung, Wanderungsmöglichkeit für Fische). Deutlich weniger als im Österreich-Durchschnitt befinden sich in Oberösterreich Gewässerstrecken in sehr gutem oder gutem ökologischen Zustand. Landesexpert/innenhaben nun in einem umfassenden Prozess unter Einbeziehung von Öffentlichkeit und vielerInteressensträger/innenein „Regionalprogramm für den Schutz besonders schützenswerter Gewässerstrecken“ erarbeitet, das per Verordnung des Wasserrechtsreferenten der Landesregierung am Mittwoch, 21. August 2019,in Kraft tritt.534km Flussstrecken werden damit zumindest vorerst für die nächsten 20Jahre unter Schutz gestellt. Das bringtSicherheit, Klarheit, Schutz und Transparenz für alle Beteiligten, stärkt die Natur und den Tourismus und schafft einen Kompromiss zur Wasserkraftnutzung. Denn das Regionalprogramm bedeutet nicht, dass in Oberösterreich nichts mehr geht bei der Wasserkraft -auch wenn sie hier bereits am stärksten ausgebaut ist -, aberes ist ein Kompromiss der wichtigsten Nutzungsinteressen. Gerade nächsten Monat wird ein weitererSchritt der Wasserkraft verwirklicht -im Bereich Dürnau bei Vöcklabruck. Entsprechend unserer Devise: Wasserkraftnutzung an bereits stark genutzten Fließstrecken, aber gleichzeitig Schutz der Naturoasen. In diese Richtung hat Oberösterreich nun einen großen Schritt gemacht. Wir nutzen Fließgewässerin vielfältiger Weise –zur Wasserversorgung und zur Abwasserbeseitigung, aus Wasserkraft wird elektrische Energie gewonnen, sie sind Lebensadern für Fischereiwirtschaft und Tourismus. Letztlich stehen sie für

Lebensqualität und Lebensfreude im ursprünglichsten Sinn. Aber auch bei unseren Fließgewässern steigen die Temperaturen -stärker als in der Luft -deutlichan. Sie brauchen daher Klimaschutz sowie naturnahen Zustand und damit auch Beschattung zur Abdämpfung dieser Entwicklung. Vor allem die Energiegewinnung ist in Oberösterreichschon sehr gut ausgebaut. Energie aus Wasserkraft ist mit etwa 10.200 GWh pro Jahr und einer installierten Kapazität von ca. 1.800 MW nach der Biomasse die mengenmäßig bedeutendste heimische Energieform in Oberösterreich. Aber auch der Ertrag dieser erneuerbaren Energiequelle lässt sich in Oberösterreich umweltverträglich optimierenund ein weiterer Ausbau ist unter Berücksichtigung bestimmter Parameter möglich. Aufgrund des steigenden Strombedarfs aus Erneuerbaren wurde im Oö. Regierungsübereinkommen 2009-2015 dem verantwortungsvollen Ausbau der Wasserkraft an „umweltverträglichen Standorten“ sowie der Durchführung von Effizienzsteigerungsmaßnahmen bei bestehenden Kraftwerken energiepolitische Priorität gegeben.Es folgteder nächste Schritt:Im Zuge der Wasserkraftpotential-Analyse des Landes OÖ (2015) wurden diverse Flüsse untersucht, mit dem Ziel einer klaren Unterscheidung in jene Strecken, die noch sehr naturbelassen sind und daher nicht energetisch genutztwerden sollenund jenen, wo Wasserkraft wirtschaftlich sinnvoll und umweltverträglich möglich sein könnte.Das Ergebnis:Nur mehr 3,6% der Gewässerstrecken in Oberösterreich weisen einen sehr guten ökologischen Gesamtzustand auf(österreichweit 19%). Nur 9,4% der Streckenin Oberösterreich sind noch weitgehend naturbelassen (in einemsehr guten hydromorphologischen Zustand)und1,6% haben als Laichplätze und Ausstrahlstrecken eine besondere ökologische Funktion.Mit dem neuen Regionalprogramm zum Schutz besonders schützenswerter Gewässerstrecken sollen die noch übrigen Flussjuwele ausgewiesen und erhalten bleiben. Auf einerÜbersichtskarte sind jene Strecken mit besonderer hydromorphologischer oder ökologischer Funktion dargestellt.

4LR Anschober: „Obwohl sich der Zustand vieler Gewässer in Oberösterreich in den letzten Jahrzehnten maßgeblich verbessert hat, sind die Belastungen für unsere Flüsse und Seen v.a. aufgrund von Landwirtschaft, Wasserkraft und Hochwasserschutz groß. Nur mehr wenige Gewässerstrecken weisen einen sehr guten hydromorphologischen oder ökologischen Zustand auf, wie er EU-weit geschützt und erhalten werdensoll. Um unsere letzten Flussjuwele zu schützen, aber auch umgrößte Transparenz und Planbarkeit für die Wirtschaftzu erreichen, wurde das Regionalprogramm für besonders schützenswerte Gewässerstrecken erarbeitet. Dank der ausgearbeiteten Übersichtskarte ist z.B. für Wasserkraft-Betreiberauf einen Blick ersichtlich, ob eine potentielle Strecke unter diesem besonderen Schutz steht und damit als Standort wegfällt. Danke für die gemeinsame Erarbeitung dieses Programms zum Schutz unserer Flussjuwele und für das Verständnis der Wirtschaft für diesen notwendigen Schritt im Sinne des Umweltschutzes. Nur so können wir die wichtigen Funktionen unserer Gewässer erhalten.“

5Wasserkraft als wichtiger Beitrag zum KlimaschutzEnergie aus Wasserkraft ist mit etwa 10.200 GWh pro Jahr und einer installierten Kapazität von ca. 1.800MW nach der Biomasse die mengenmäßig bedeutendste heimische Energieform in Oberösterreich. Es gibt in Oberösterreich neben den 29 größeren Kraftwerken 686 als Ökostromanlage anerkannte Kleinwasserkraftwerke mit einer Engpassleistung von etwa 160 MW und etwa 700 GWh Regelarbeitsvermögen, in Summe gibt es inkl. Kleinstanlagen etwa knapp 900 wasserrechtlich erfasste Wasserkraftanlagen. Bezogen auf den Gesamtstromverbrauch stammen ca. 5% aus Kleinwasserkraft.Abb. 1: Bruttoenerigeverbrauch OÖ nach Energieträgern 2017; Quelle: OÖ Energiebericht 2018Ausbau der Wasserkraft dort wo wirtschaftlich sinnvoll und umweltverträglichIn den letzten 15 Jahren wurden ca. 265 anerkannte Kleinwasserkraftwerke im Rahmen der Oö. Ökostrom-Programm-Förderung und auch der bundesökostromgesetzlichen Regelungen modernisiert. Damit konnte die Stromerzeugung dieser Anlagen um durchschnittlich mehr als 40% gesteigert

6werden und in Summe ca. 80 GWh pro Jahr zusätzlicher Ökostrom aus Kleinwasserkraft erzeugt werden.Der Ersatzneubau des Kraftwerks Dürnau am Schöndorfer-Werkskanal in Vöcklabruck durch die Energie AG beispielsweise wird eine Verdreifachung der Jahreserzeugung (von 1,9Millionen kWh auf rund 5,8Millionen kWh)bringen. Dabei wird durch die Verkürzung der Restwasserstrecke auch eine ökologische Aufwertung erfolgen sowie ein Hochwasserschutz für den 100-jährigen Hochwasserfall errichtet. Geplanter Baubeginn ist Oktober 2019, geplante Fertigstellung Dezember 2020.OÖ. Wasserkraftpotentialanalyseals Grundlage des Regionalprogramms Im Sinne einer umfangreichen Abwägung der vielfältigen Nutzungen und Schutzzwecke,denen Gewässer unterliegen,erfolgt vor allem im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und des Wasserrechtsgesetzes eine laufende strategische Planung und Ausrichtung der Bewirtschaftung unserer Gewässer, die Nutzungen werden einer strengen Prüfung unterworfen, die Schutzbedürfnisse streng geachtet.In einem nunmehr bereits siebenJahre dauernden Prozess wurdendie oö. Gewässer unter Berücksichtigung der europarechtlichen und nationalen Ziele zum Klimaschutz, zur Energiewende, zur Nachhaltigkeit und der speziellen europäischen Gewässerziele einer neuerlichen strategischen Ausrichtung unterzogen.Dabei ging es in den letzten Jahren natürlich vor allem um die Fragen eines weiteren umweltverträglichen Ausbaus der Wasserkraft und den Schutz noch weitgehend unbelasteter naturnaher Gewässer.Dievon LR Anschober2012in Auftrag gegebeneOÖ. Wasserkraftpotentialanalysehatteeine Abschätzung und Evaluierung des energetischen Revitalisierungs-und Ausbaupotentials an umweltgerechten Standorten an mittlerenund größeren Gewässern in Oberösterreich auf Basis



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