Salzburg-Stadt: Mehr Wohnen, mehr Service – Betriebskosten im Check

Slide background
Geld - Symbolbild
© Bru-nO, pixabay.com
02 Jun 19:48 2020 von Redaktion Salzburg Print This Article

Gratis-Check der Betriebskosten-Abrechnungen

Vom Abwasser über die Liftwartung bis zum Winterdienst: Dutzende Positionen sind in der Betriebskostenabrechnung aufgelistet. Wer keine Expert*in ist, verliert da leicht den Überblick und daher bieten die Bewohnerservice-Stellen in Kooperation mit der Salzburger Arbeiterkammer ab sofort einen Gratis-Check der Betriebskosten-Abrechnungen an.

Bei einem Pressetermin am Dienstag, dem 2. Juni präsentierten Sozial-Stadträtin Anja Hagenauer und der Präsident der Salzburger Arbeiterkammer Peter Eder ein weiteres sinnvolles Serviceangebot. „Corona verschärft den sozialen Druck auf unsere Gesellschaft. Viele Familien müssen auf Grund von Erwerbslosigkeit oder Kurzarbeit aktuell auf jeden Euro schauen und wir wollen ihnen helfen, dabei sinnvoll Geld zu sparen“, sind sich die beiden einig.

Bereits mit 3. Juni gibt es erstmals den bekannten Betriebskosten-Check der Salzburger Arbeiterkammer in den Bewohnerservicestellen der Stadt. Das Motto dabei ist, dass Hilfe dann besonders wertvoll ist, wenn sie rasch, unbürokratisch und niederschwellig erfolgt. Mit der Aktion „Betriebskosten-Check vor Ort“ verbindet sich die starke inhaltliche Kompetenz der Arbeiterkammer und der wichtigen Netzwerkfunktion der brummenden Stadtteilmotoren, wie die Bewohnerservicestellen von den Menschen liebevoll bezeichnet werden. „Egal ob Reparaturkosten, Versicherungsprämien oder öffentliche Abgaben: Betriebskosten machen einen beträchtlichen Teil der Miete aus. Aber was zahlen die Menschen, da eigentlich genau? Blicken Sie noch durch? Immer wieder landen bei mir am Tisch Beschwerden über absurd hohe Beträge, Nachzahlungen oder Ähnliches“, so Sozial-Stadträtin Anja Hagenauer.

Als Beispiele nennt sie die Monatspauschale von 70 Euro für die Wartung von Brandmeldeanlagen oder die über 1.000 Euro Nachzahlung auf Grund von Taubendreck in der Gstättengasse. Alle Bewohner*innen haben das Recht zu erfahren, was sich hinter den monatlich zu bezahlenden Betriebskosten verbirgt. Der AK-Betriebskosten-Check gibt in der Schnelle einen kurzen Überblick, worauf man achten muss, welche Kosten (vielleicht) zu Unrecht verrechnet wurden und welche rechtlichen Möglichkeiten die Bewohnerinnen und Bewohner haben.

„Betriebskosten-Check“ bringt Licht ins Dunkel
Vor allem am privaten Wohnungsmarkt sind die Vereinbarungen zu den Betriebskosten oft unverständlich, unklar und für die Mietenden nicht nachvollziehbar. Auch rechtswidrige Betriebskostenklauseln kommen immer wieder vor. Das neue Projekt von Stadt Salzburg und Arbeiterkammer - der „Betriebskosten-Check vor Ort“ – soll nun Licht ins Dunkel der Betriebskosten bringen und mögliche Einsparpotenziale aufzeigen. „Die Arbeiterkammer ist mit ihre Angeboten immer nahe bei den Menschen“, so AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder: „wir wollen unser Service niederschwellig und unkompliziert anbieten und dabei Betroffene direkt ansprechen. Mit der Stadt Salzburg haben wir eine kongeniale Partnerin gefunden, die eine solche Vorort-Beratungsform möglich macht.“ In den Bewohnerservice-Stellen können Mieterinnen und Mieter demnächst rasch und unbürokratisch ihre Betriebskostenabrechnungen überprüfen lassen.
„Mit dieser Aktion verbinden wir die Stärken aus zwei Welten“, so Doris Wlczek-Spanring, die Koordinatorin der sechs Bewohnerservice-Stellen der Stadt und weiter: „Bis zum 8. Juli gibt es nun eine Tour durch die Stadtteile, wo wir gemeinsam bestmögliche Beratung und Service direkt vor Ort und für die Menschen - in gewohnter Umgebung – anbieten.“

Ein Viertel der Miete sind Betriebskosten
Die durchschnittlichen Betriebskosten (Wasser, Strom, Verwaltungskosten, Müllentsorgung, gebäudebezogene Versicherungen, öffentliche Abgaben) bei Hauptmietwohnungen in Österreich machen etwas mehr als ein Viertel des Wohnungsaufwandes aus. Dieser Posten spielt daher eine wesentliche Rolle bei den Wohnkosten. Eder: „Zudem wissen wir, dass es bei den Betriebskosten oft zu unzulässigen Überwälzungen auf Mieterinnen und Mieter kommt. Im Jahre 2019 hatten wir rund 1.700 Beratungen in diesem Bereich.“ Nicht erst seit der Corona-Krise gilt das Bundesland Salzburg als eines der teuersten Wohn-Pflaster: Am privaten Wohnungsmarkt betrug im Jahre 2019 die Miete in der Stadt Salzburg inklusive Betriebskosten und Umsatzsteuer 14,8 Euro pro Quadratmeter. Für eine 70 qm-Wohnung fallen also im Schnitt 1.036 Euro Mietzins an.

Corona verschärft finanziellen Druck
Hierzulande beträgt die durchschnittliche Wohnkostenbelastung von Mieterinnen und Mietern im Schnitt mittlerweile 26 Prozent des verfügbaren Einkommens. Untere Einkommensgruppen sind noch mehr belastet: Jene, die Ausgleichszulage beziehen oder alleinerziehend sind, legen alleine für die Miete durchschnittlich über ein Drittel ihres Haushaltsbudgets ab. „Im April gab es in Salzburg rund 30.000 Arbeitslose und über 100.000 Personen in Kurzarbeit. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben mehr denn je massive Probleme, Fixkosten wie Wohnen zu stemmen“, gibt AK-Präsident Eder zu bedenken, „in diesen Zeiten zählt jeder Euro doppelt.“

„Ich finde jeder hat ein Recht auf leistbares Wohnen und wir helfen den Menschen dabei. Nach dieser ersten Runde wird dieses Service-Angebot durch unsere Expertinnen und Experten evaluiert und ich bin zuversichtlich, dass dieses Angebot stark gefragt sein wird und dann denken wir natürlich über ein Fortsetzung in naher Zukunft nach.“, sagt Anja Hagenauer.

Die Termine im Schnell-Check:
* Mittwoch 3.6. von 16-19 Uhr im BWS Liefering (Laufenstraße 36) https://bit.ly/BWSLiefering
* Freitag, 5.6. von 9-12 Uhr im BWS Salzburg Süd (Hans-Webersdorfer-Straße 27) www.bit.ly/BWSSüd
* Mittwoch 17.6. von 16-19 Uhr im BWS Forellenweg (Eugen-Müller-Str. 59) https://bit.ly/bwsLiefering
* Freitag, 19.6. von 9-12 Uhr im BWS Aigen & Parsch (Aigner Straße 78) https://bit.ly/bwsAigenParsch
* Mittwoch, 24.6.2020 von 16-19 Uhr im BWS Lehen (Strubergassse 27 A) https://bit.ly/bwsLehen
* Freitag, 3.7.2020 von 9-12 Uhr im BWS Gnigl & Schallmoos (Fritschgasse 5/2 https://bit.ly/bwsGniglSchallmoos
* Mittwoch, 8.7. 2020 von 16-19 Uhr BWS Itzling (Reimsstraße 6) https://bit.ly/bwsItzling

Aktuell finden die Beratungs-Termine unter diesen Vorgaben statt:
* Bitte unbedingt vorher telefonisch oder per E-Mail einen Termin vereinbaren!
* Mietvertrag und aktuelle Betriebskosten-Jahresabrechnung mitbringen – wenn vorhanden, auch die von 2018!
* Mund-Nasen-Schutz nicht vergessen!


www.stadt-salzburg.at


Quelle: Stadt Salzburg



  Markiert "tagged" als:
  Kategorien:
Redaktion Salzburg

Redaktion Tennengau

Weitere Artikel von Redaktion Salzburg