Vorarlberg: Landtagsenquete zur Arbeitswelt von morgen

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Vorarlberg

14 Apr 15:00 2019 von Redaktion Salzburg Print This Article

Landtagspräsident Sonderegger: "Findungsprozess für Richtungsentscheidungen"

Vandans (VLK) – "Wie sieht die Vorarlberger Arbeitswelt von morgen aus und welche Fachkräfte braucht unsere Wirtschaft dafür?", lautete das Thema der diesjährigen parlamentarischen Enquete des Vorarlberger Landtags, die heute (Freitag, 12. April 2019) im Illwerke Zentrum Montafon stattfand. Laut Landtagspräsident Harald Sonderegger seien ebendiese Fragestellung und die Entscheidungen, die wir diesbezüglich treffen, von "außerordentlicher Bedeutung" für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes Vorarlberg.

Es gelte, sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern die Chancen zu nutzen, wie Sonderegger erklärte: "Die Arbeitswelt unterliegt einem rapiden, vielschichtigen Wandel. Die Digitalisierung ist dabei ein Faktor von vielen." Die diesjährige parlamentarische Enquete solle zum "Findungsprozess" beitragen, um die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den nötigen aufgabenspezifischen Spezialkenntnissen und Fähigkeiten gehören laut Landtagspräsident Sonderegger zum Erfolgsrezept unserer Betriebe: "Deshalb müssen wir Rahmenbedingungen formulieren, die sicherstellen, dass uns auch in den kommenden Jahren genügend qualifiziertes Personal zur Verfügung steht." Sonderegger erklärte, dass die Erkenntnisse aus der Enquete in die weitere Landtagsarbeit einfließen: "Sie können beispielsweise in konkrete Anträge oder Anfragen der Abgeordneten münden oder sich in neuen Konzepten wiederfinden."

Impulsreferate

Parlamentarische Enqueten bieten den Abgeordneten die Möglichkeit, sich abseits von Ausschuss- und Landtagssitzungen vertiefend über Themen im Wirkungsbereich des Landesparlaments zu informieren und mit Expertinnen und Experten zu beraten. Welches Thema Gegenstand der jährlich vom Landtag veranstalteten Enquete sein soll, entscheiden die Fraktionen des Landtags abwechselnd. Die Veränderungen in der Arbeitswelt und die Fachkräftesituation wurden auf Vorschlag des Landtagsklubs der Vorarlberger Volkspartei zum Thema der fünften und letzten Enquete in dieser Landtagsperiode gewählt.

Drei renommierte Referentinnen und Referenten haben das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert:

  • Julia Bock-Schappelwein, wissenschaftliche Mitarbeiterin des WIFO, widmete sich den Chancen und den Herausforderungen, die die Vorarlberger Arbeitswelt von morgen bietet. Dabei nannte sie als bestimmende Faktoren den demografischen, den technologischen und den gesellschaftlichen Wandel, aber auch den Strukturwandel in der Gesellschaft und die Globalisierung. Künftig werden zusätzlich zum "digitalen Verständnis" am Arbeitsmarkt gerade auch kognitive Kompetenzen gefragt sein: Das Verstehen und Kommunizieren von Informationen und das Lösen unstrukturierter Probleme.
  • Volker Buth, CEO von Hirschmann Automotive, stellte sein Impulsreferat unter den Titel "Quo vadis Berufsausbildung". Er ging dabei wesentlich darauf ein, wie sich die Berufsausbildung im Zeitalter der Disruption und der Digitalisierung ändern muss und was notwendig ist, um international nicht den Anschluss zu verlieren.
  • Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice Österreich, referierte über "D‘ richtiga Lüt fürs Schaffa im Ländle". Dabei präsentierte er aktuelle Zahlen des AMS – insbesondere zum Fachkräftemangel in Vorarlberg – und Arbeitsmarktprognosen. Als Ansatzfelder mit dem Potenzial, den Fachkräftemangel zu bekämpfen, nannte er ausländische Staatsangehörige, arbeitslose Personen, die Lehrlingsausbildung, längeres Arbeiten und Frauenbeschäftigung. Weiters führte er Initiativen des AMS an, beispielsweise die überregionale Vermittlung und die überbetriebliche Lehrlingsausbildung von Arbeits- bzw. Lehrstellensuchenden und auch die Impulsberatung für Betriebe.

Diskussion

An der anschließenden Diskussion nahmen neben Landeshauptmann Markus Wallner und Landtagsvizepräsident Ernst Hagen sowie Landtagsvizepräsidentin Martina Rüscher, den Klubobleuten und den weiteren Abgeordneten des Landtags auch Landesstatthalter Karl-Heinz Rüdisser, die Landesrätinnen Katharina Wiesflecker und Barbara Schöbi-Fink sowie Landesrat Christian Bernhard teil.



Quelle: Land Vorarlberg



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