Tirol: LH Platter - „Tirol schafft Rechtssicherheit für heimische Bauern“

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Foto: Land Tirol/Sidon
15 Mär 16:00 2019 von Gerhard Repp Print This Article

Versicherungsschutz ab April, Gesetzesänderung und Info-Kampagne auf Schiene

Mit über 2.000 bewirtschafteten Almen, 9.500 auftreibenden bäuerlichen Betrieben und 110.000 gealpten Rindern ist Tirol das Almenland Österreichs. Heute, Donnerstag, präsentierten LH Günther Platter und LHStv Josef Geisler gemeinsam mit dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer Tirol, Josef Hechenberger, Tirols Maßnahmen für ein „gutes Miteinander im Almgebiet“: „Wir erweitern den Versicherungsschutz für Landwirtinnen und Landwirte mit Weidevieh und verankern die Eigenverantwortung von Personen, die in Almgebieten unterwegs sind, im Tiroler Almschutzgesetz. Damit schaffen wir Rechtssicherheit für die heimischen Bauern – und das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die Almsaison gesichert ist und die Tiroler Almen für Einheimische und Gäste offen bleiben“, betonten LH Platter und LHStv Geisler.

Tiroler Wegeversicherung für LandwirtInnen mit Weidevieh

Die Erweiterung des Versicherungsschutzes basiert auf dem Tiroler „Mountainbike-Modell“ – eine Haftplicht- und Rechtsschutzversicherung des Landes, mit welcher WegehalterInnen, GrundeigentümerInnen und BewirtschafterInnen im Schadensfall bei Unfällen mit MountainbikerInnen geschützt sind. Hier erfolgt nun eine Erweiterung um das Haftungsrisiko von LandwirtInnen bzw. BewirtschafterInnen des Waldes oder der Alm im Zusammenhang mit der Tierhalterpflicht bzw. Weidetieren. Der Versicherungsschutz tritt mit April 2019 in Kraft, die Kosten werden zur Gänze vom Land Tirol getragen: „Ab April herrscht Rechtssicherheit mit der Tiroler Wegeversicherung. Damit ist bereits für den heurigen Almsommer gewährleistet, dass die Tiroler Bauernschaft umfassend und bestmöglich bei Vorfällen mit Weidevieh abgesichert ist“, so LH Platter. „Keiner will Almwirtschaft betreiben und gleichzeitig dem Risiko ausgesetzt sein, sein Hab und Gut zu verlieren“, begrüßte Josef Hechenberger die nun gesetzten Maßnahmen.

Verhaltenspflichten im Almschutzgesetz

Auch das Tiroler Almschutzgesetz wird um einen Paragraphen zu Verhaltenspflichten auf Almen ergänzt. „Im Wege einer Verordnung können wir dann die Verhaltenspflichten in Übereinstimmung mit dem Bund verbindlich regeln“, führt LHStv Geisler aus. Künftig ist klar geregelt, dass der Almbetrieb nicht beeinträchtigt und das Weidevieh nicht gestört werden soll. Dies bezieht die eigenverantwortliche Abstandseinhaltung und verantwortungsbewusste Haltung von mitgeführten Tieren mit ein. Zudem müssen Weideflächen entsprechend gekennzeichnet werden – insbesondere, wenn dort Mutterkühe mit Kälbern weiden. Die Beschlussfassung des novellierten Tiroler Almschutzgesetzes ist für den Mai-Landtag vorgesehen.

Bewusstseinskampagne ab Frühsommer 2019

„Die Almen haben mit 163.000 Hektar einen Anteil von 13 Prozent an der Tiroler Landesfläche. Auch daran lässt sich ihre Bedeutung für eine leistungsfähige Almbewirtschaftung einerseits und für die Alm als Natur- und Erholungsraum andererseits ermessen“, will LH Platter ein gutes Miteinander auf den Almen auch durch Bewusstseinsbildung gefördert wissen. Dazu soll es im Frühsommer 2019 eine breit ausgelegte, mehrsprachige Informationskampagne geben, mit welcher auf verschiedenen Kommunikationskanälen auf das richtige Verhalten auf Almen – vor allem im Hinblick auf Mutterkuhherden – aufmerksam gemacht wird. Josef Hechenberger ist überzeugt davon, dass Prävention und Aufklärung entscheidend sind: „Das Verständnis, wie man sich in der Natur bewegt, wie man Tieren begegnet, ist schwindend – hier müssen wir jedenfalls aufklären.“

„Gemeinsam mit der Lebensraum Tirol 4.0. Holding, der Landwirtschaftskammer Tirol, dem Alpenverein, dem Tiroler Bauernbund und der Tirol Werbung wollen wir ein Bewusstsein dafür schaffen, dass ein Miteinander auf Almen weiter gewährleistet werden kann und soll“, verweist LH Platter auch darauf, dass unter dem Titel „Eine Alm ist kein Streichelzoo“ Tirol bereits in den vergangenen Jahren intensive Aufklärungsarbeit leistete und eine Vorreiterrolle in Österreich einnahm.


Quelle: Land Tirol



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