Wien: Kunst Haus Wien präsentiert ,,Alec Soth. Photography Is A Language“

Slide background
Kunst Haus Wien präsentiert „Alec Soth. Photography Is A Language“
Foto: Kunst Haus Wien / Barbara Nidetzky
Slide background
Kunst Haus Wien präsentiert „Alec Soth. Photography Is A Language“
Foto: Kunst Haus Wien / Barbara Nidetzky
26 Feb 21:00 2020 von Redaktion Salzburg Print This Article

Erste umfassende Personale des Magnum-Fotografen in Österreich

Das Kunst Haus Wien, ein Museum der Wien Holding, zeigt von 27. Februar bis 16. August 2020 erstmals eine umfassende Personale des amerikanischen Magnum-Fotografen Alec Soth in Wien, der in seinen feinsinnigen Fotoserien subjektive Porträts des amerikanischen Lebens zeigt.

Einer der wichtigsten Fotografen weltweit

Der Amerikaner Alec Soth zählt seit einigen Jahren zu den wichtigsten Fotografen weltweit. Mit der Serie Sleeping by the Mississipi wurde er 2004 schlagartig berühmt: In die Fußstapfen von Robert Frank tretend, dokumentierte der Künstler auf seinem Roadtrip entlang des Mississippi das amerikanische Leben – subjektiv, mit viel Poesie und Melancholie. Soths fotografisches Werk – er ist Mitglied der renommierten Agentur Magnum Photos – findet sich seither in allen namhaften Ausstellungshäusern und Fotografie-Institutionen. Seine Personale im Kunst Haus Wien kann als Österreich-Premiere bezeichnet werden: Soths bekannteste Serien Sleeping by the Mississippi (2004), Niagara (2006), Broken Manual (2010) und Songbook (2015) sind erstmals in Wien zu sehen, ebenso seine jüngste Arbeit I Know How Furiously Your Heart Is Beating (2019). Mit dieser verdichteten Porträtserie hat der Künstler nach einer einjährigen Schaffenspause erneut Furore gemacht.

Fallstudien der US-amerikanischen Gesellschaft

Alec Soths fotografisches Werk besticht durch seine poetische Bildsprache. Soth gelingt es virtuos, vorstädtische und ländliche Gegenden in den USA, Menschen und Situationen ins Bild zu setzen. Seine groß angelegten Serien können als Fallstudien der US-amerikanischen Gesellschaft gelesen werden. Soths Fotografien geben Einblick in das Leben gewöhnlicher wie auch manch ungewöhnlicher Menschen; sein Interesse gilt der breiten Mittelschicht abseits der Metropolen sowie Menschen am Rande der Gesellschaft.

Fotografien zwischen Realität und Fiktion

Der thematische Zugang von Soth ist von einem philanthropischen Interesse geprägt. Er bedient sich einer dokumentarischen Herangehensweise, wobei er sich von seinem poetischen Blick leiten lässt. Seine in großen Serien zusammengefassten Fotografien bewegen sich zwischen Realität und Fiktion und entwickeln eine außergewöhnliche narrative Kraft. Manche Aufnahmen sind schon allein aufgrund ihres Sujets poetisch, wirken malerisch, sind bisweilen romantisch aufgeladen, etwa wenn Soth die Niagarafälle in all ihrer Pracht ablichtet.

Aber auch den konkreten Darstellungen von Menschen und Orten wohnt stets etwas Träumerisches, Entrücktes inne. Der Blick der Dargestellten spielt dabei wohl eine ebenso gewichtige Rolle wie das Licht, in das die Schauplätze getaucht sind. In Soths Aufnahmen spiegeln sich Vorstellungen von Lebenssituationen oder (Liebes-)Beziehungen wider, wie sie im amerikanischen Film, in Literatur und Musik geprägt wurden. In seinen vielfach ausgezeichneten Fotobüchern werden die fotografischen Arbeiten von Essays, Kurzgeschichten oder Auszügen aus Songtexten von verschiedenen AutorInnen (etwa dem Pulitzer-Preisträger Richard Ford) begleitet. Sie tragen zur Gesamterzählung bei und unterstreichen die sehnsuchtsvolle, mitunter melancholische Tendenz, die den eigenwilligen Reiz der Aufnahmen ausmacht.

Soth schafft außergewöhnlich eindringliche Porträts von Menschen und Orten. In seiner einzigartigen fotografischen Sprache erzählt er von großen Gefühlen wie Liebe und Einsamkeit und reflektiert weitreichende gesellschaftspolitische Themen, etwa wenn er AussteigerInnen oder AußenseiterInnen der US-amerikanischen Gesellschaft porträtiert. In seinen Bildern widerhallen zutiefst menschliche Sehnsüchte und Bedürfnisse, sie erzählen von trivialen wie von komplexen Lebensrealitäten, von physischen und psychischen Landschaften gleichermaßen.

Biografie

Geboren wurde Alec Soth 1969 in Minneapolis, Minnesota, wo er auch lebt. Seine Fotografien wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u. a.: Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg (2018); London Science Museum, London (2015); The Finnish Museum of Photography, Helsinki (2016–2017); Detroit Institute of Arts, Detroit, Michigan (2016); Museo de Bogotá (2013); Walker Art Center, Minneapolis, Minnesota (2010); Fotomuseum Winterthur (2008); Jeu de Paume, Paris (2008). Werke von Alec Soth befinden sich u. a. in folgenden Sammlungen: Art Collection Deutsche Börse, Frankfurt am Main; Los Angeles County Museum of Art; Museum of Contemporary Art, Chicago; Museum of Modern Art, New York; The Museum of Fine Arts, Houston; San Francisco Museum of Modern Art; Walker Art Center, Minneapolis; Whitney Museum of American Art, New York.

Tipp: Lecture von Alec Soth

Donnerstag, 27.02.2020, 18:00 Uhr, MAK Achtung: Auf Grund des großen Interesses und der zahlreichen Anmeldungen wird die Lecture in den Vortragssaal des MAK (Eingang Weiskirchnerstraße 3, 1010 Wien) verlegt. Der Fotograf spricht anlässlich seiner Ausstellung im Kunst Haus Wien „Alec Soth. Photograhy Is A Language“ über seine Fotoarbeiten, seine Roadtrips, Begegnungen mit Menschen und über seine Vorstellung von Fotografie als Sprache. Der Eintritt zum Vortrag in englischer Sprache ist kostenlos. Eine Kooperationsveranstaltung von Kunst Haus Wien und MAK. Um Anmeldung unter [email protected] wird gebeten.


Quelle: Stadt Wien



  Markiert "tagged" als:
  Kategorien:
Redaktion Salzburg

Redaktion Tennengau

Weitere Artikel von Redaktion Salzburg