Graz: Eine Liebe wie ein Juwel

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Foto: Stadt Graz/Fischer
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09 Dez 06:00 2018 von Redaktion Salzburg Print This Article

Erste Kronjuwelenhochzeit seit Aufzeichnungen der Stadt Graz

Eine Kronjuwelenhochzeit ist seit Aufzeichnung der städtischen Ehrungen noch nicht vorgekommen. Bis heute. Da stellten sich nämlich Bürgermeister Siegfried Nagl und Gemeinderat Gerhard Spath als Gratulanten im Namen der Stadt bei Elisabeth (95 J.) und Walter Pledl (100 J.) ein, die am 21. Dezember ihren unglaublichen 75. Hochzeitstag feiern.


„Das, was ich heute machen darf, ist etwas ganz Besonderes. Seitdem wir Aufzeichnungen führen, hat es in Graz noch nie eine Kronjuwelenhochzeit gegeben", freute sich das Grazer Stadtoberhaupt, dieses Jubiläum mit den beiden rüstigen Rentnern feiern zu können. „Denn 75 Jahre gemeinsam durchs Leben zu gehen, ist mindestens so wertvoll wie es die Kronjuwelen eines Königs sind. Ich wünsche euch beiden die Gesundheit, die man braucht, dass euch die Lebensfreude nie ausgeht und dass der Herrgott gut auf euch aufpasst!" Für den guten Ton hatte Nagl den „St. Peter 4 Gsang" mitgebracht, der für das Ehepaar wunderschöne Volksweisen anstimmte.

Liebe im Krieg

„Wir hätten nie geglaubt, dass die Stadt unser Jubiläum so schön mit uns feiert", zeigten sich die Pledls, die noch selbstständig in ihrer Wohnung in der Terrassenhaussiedlung in St. Peter wohnen, gerührt - und das umso mehr, als der Pfarrer von Graz-St. Peter, Ferdinand Köck, um Gottes Segen für ihr weiteres Leben bat. Und dieses ist ein sehr bewegtes. Elisabeth wurde am 23. August 1923 in Iglau/Südmähren als Älteste von sieben Geschwistern geboren, ihre Eltern führten eine Bäckerei. Walter erblickte genau einen Monat und fünf Jahre früher in Söchau bei Fürstenfeld als ältester zweier Söhne das Licht der Welt. Sein Vater war Gendarm, die Mutter Hausfrau. Die beiden lernten sich 1942 in Wischau, heute Tschechien, kennen, wo Walter mit seiner Einheit stationiert und Elisabeth als Funkerin eingesetzt war. Am 21. Dezember 1943 schritten die beiden zum Standesamt, bald darauf rückte Walter zur Westfront in Frankreich ein und geriet 1944 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Eine bange Zeit des Wartens und Hoffens für die junge Liebe.

Rezept für lange Ehe

Zu Kriegsende musste Elisabeth als Sudetendeutsche quasi über Nacht ihr Elternhaus verlassen und trat mit nur wenigen Habseligkeiten im Rucksack ihre Reise in einem Viehwaggon nach Österreich, der Heimat ihres Mannes, an. Als Walter dann im Herbst 1945 endlich aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause kam, wurde kirchlich geheiratet. Nach 16 Ehejahren kam ihre Tochter Elisabeth zur Welt, die dafür sorgt, dass es den Eltern am Lebensabend an nichts fehlt. Das Leben der beiden war stets eine gute Mischung aus Treue, Toleranz und gegenseitig Freiraum geben - so bewältigte man Hochs und Tiefs. Doch zum Rezept für ihre lange Ehe gehört vor allem: „Früh heiraten", schmunzelte Elisabeth. Und ihr Mann ergänzte schelmisch: „Und lange leben."



Quelle: Stadt Graz



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