Gesundheit: Vergleich Österreich und Deutschland

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19 Jän 22:49 2015 von Oswald Schwarzl Print This Article

Cannabis: Gesund oder schädlich? Ein weitumstrittenes Thema, bei dem Fluch und Segen nah beieinander liegen

Was ist das besondere an Cannabis?


Cannabis oder auch Marihuana genannt ist eine Pflanze, die bereits vor vielen Jahren als Heil- und Nutzpflanze verwendet wurde. Sie verschaffte Linderung bei rheumatischen und bronchialen Erkrankungen. Zudem wirkt sie schmerzlindernd und konnte deshalb auch als Mittel gegen beispielswiese Migräne oder Krämpfe eingesetzt werden.


 


Welche Nebenwirkungen können bei Cannabis auftreten?


Aufgrund der Nebenwirkungen die Cannabis verursacht wurde die Anwendung eingeschränkt und am Ende sogar verboten. Nebenwirkungen sind unteranderem zum Beispiel:


-       die Gefahr von Psychosen (Halluzination, Wahnvorstellungen)


-       starke Abhängigkeitsgefahr


-       Aufmerksamkeitsreduzierung


-       Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses


-       Gefahr auf Langfristige körperliche und geistige Schäden


 


Marihuana erhält seine psychoaktive Wirkung aus dem THC (Tetrahydrocannabinol). Diese wirkt zum einen Muskelentspannend sowie beruhigend und zum anderen hilft es gegen Übelkeit und Brechreiz. Allerdings liegen die heutigen THC Werte auf höheren Zahlen als vor vielen Jahren. Heute fällt Cannabis unter das Betäubungsgesetz wie Kokain und Heroin. Anwender machen sich durch Cannabis Konsum strafbar.


 


Wussten Sie bereits?:


In Afghanistan ist Cannabis zwar verboten, dennoch ist das Land mit 3500 Tonnen im Jahr der größte Cannabis Produzent weltweit.


In Nordkorea ist Marihuana keine illegale Droge.


Lediglich die weiblichen Blütenteile verfügen über die Wirkung


In Abhängigkeit zur Dosierung kann Marihuana umgehend nach dem Konsum ein bis vier Stunden wirken.


Das Krebsrisiko steigt deutlich – Cannabis verfügt über zwei Mal so viele krebserregende Stoffe wie Tabak


In der Szene wird Marihuana unteranderem auch wie folgt genannt: Pot, Kraut, Weed, Grass, Grünes, Ganja, Wiese, Weedens, Hanf, Mary, Mary Jane, Mary Warner, Mollies, Mu


 


Die Gesetzeslage in Deutschland

Trotz der geänderten Gesetzesregelung für Cannabis ist der Konsum in Einzelfällen wieder Legalisiert. Das Kölner Verwaltungsgericht entschied, dass es in bestimmten Ausnahmefällen legal sei, Cannabis privat anzubauen. Dies ist dann der Fall, wenn sich ein medizinischer Bedarf belegen lässt, d.h. Schmerzpatienten, bei denen keine anderen verschreibungspflichtigen Medikamente für Linderung sorgen, haben die Möglichkeit, für Therapiezwecke, zu Hause Cannabis anzubauen. Der Anbau sei jedoch nur dann erlaubt, wenn der Kauf in der Apotheke für den Patienten unerschwinglich sei und er nicht am alltäglichen Leben, ohne eine Schmerzlinderung, teilhaben könne. Zudem sei entscheidend, in welcher Wohnsituation der Patient lebt und ausgeschlossen werden kann, dass ein Dritter Zugang zu den Blüten hat.
Grundsätzlich ist der Anbau von Cannabis in Privathaushalten in Österreich sowie Deutschland verboten.


 


Die Gesetzeslage in Österreich


Ages, die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, gilt als Monopol in Österreich. Ages ist das einzige Institut, dass zum Anbau von Cannabis zur Arzneimittelherstellung berechtigt ist. Diese Pflanzen werden anschließend verkauft. Ages als Monopol hat damit in Österreich einen gesicherten Export. Patienten aus Österreich kommt das jedoch nicht zu Gute. Die Pflanzen werden an ausländische Pharmafirmen verkauft, wie beispielsweise Bionorica in Deutschland. Das daraus hergestellte Schmerzmittel wird unter anderem auch zur Behandlung von Krebspatienten eingesetzt. Es fördert den Appetit und befreit von Übelkeit, denn viele Krebspatienten schränken die Nahrungsaufnahme ein oder verweigern sie ganz. In Österreich ist jedoch der entwickelte Arzneimittelstoff  Dronabinol verboten und kann demnach nicht von einem österreichischen Arzt verschrieben werden. Schlupflöcher, in Form von Wirkstoffmischungen durch den Apotheker können eine Ausnahme sein, sind jedoch selten.


 


Cannabis – Fluch oder Segen?


Für viele Patienten ist ein Leben ohne die Schmerzlindernde Wirkung nahezu unvorstellbar. Cannabis als Pflanze bringt für viele Patienten als einziges Mittel Abhilfe. Patienten, die sich den lindernden Wirkstoff aus der Apotheke nicht beschaffen können, sei es verboten oder zu teuer, sehen häufig keinen Ausweg mehr.


 


Deutschland bietet zumindest eine Alternative, durch den möglichen Eigenanbau. Patienten aus Österreich bleibt diese Chance verwehrt.


 


Dies verdeutlicht noch einmal das folgende Video:


 



 


Doch wären die Folgen einer Legalisierung von Cannabis die richtige Lösung?


Hoch ist auch die Zahl der Süchtigen, die sich an die Drogenberatungsstellen sowie Einrichtungen hilfesuchend wenden. Im letzten Jahr waren dies allein 2000 Menschen in Österreich. Allerdings ist dies nicht allein ein Musterfall für Cannabis, sondern auch für Alkohol.


 


Eine Legalisierung könnte diese Zahl weit nach oben treiben. Die Abhängigkeitseigenschaften, mit denen Suchtkranke zu kämpfen haben, wie Angstzustände, Schlaflosigkeit, Depressionen und innerer Unruhe sind nicht unbedeutend und können das Leben von Menschen und ihren Mitmenschen stark beeinträchtigen. Diese Nebenwirkungen und das damit verbundene Suchtpotenzial von Cannabis werden einer Legalisierung im Weg stehen. Jedoch bleibt die Möglichkeit einer Regelung für eine Beschränkung des Gebrauchs bestehen, sei es vor allem aus medizinischer Sicht.


 


Autor: Christian Feldmann, Gesundheitsexperte


Homepage: http://www.meds4all.com/de/


 


Quellen:


http://www.focus.de/gesundheit/videos/konsum-wirkung-suchtgefahr-illegale-droge-nummer-eins-die-wahrheit-ueber-cannabis_id_3300226.html


 


http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Gesundheits-Agentur-baute-Cannabis-an/171038685


 


http://diepresse.com/home/panorama/welt/3842426/Deutschland_Gericht-erlaubt-CannabisAnbau


 


http://kurier.at/politik/inland/pro-contra-cannabis-sucht-experten-mahnen-zur-vorsicht/93.843.686



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Chefredakteur in Ruhe

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