Gefährliche Mischung: Schwerer Schnee und Bäume

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Foto: Copyright: PID / Christian Fürthner
11 Jän 21:08 2019 von Redaktion Salzburg Print This Article

Forstexperten beurteilen laufend Gefahr von Bäumen unter Schneelast

(LK) „Pulverschnee auf Bäumen ist kein Problem. Doch wenn der Schnee durch Temperaturanstieg oder Regen schwer wird und nicht abrutschen kann, wird es kritisch. Deshalb ist die Einschätzung durch Forstexperten für die Sicherheit aller jetzt extrem wichtig“, so Landesrat Josef Schwaiger.

Am meisten betroffen sind immergrüne Nadelhölzer wie Fichte, Tanne, Rotkiefer oder Zirbe. „Die Oberfläche zur Schneeablagerung ist deutlich größer als auf Bäumen ohne Laub. Gefährdungen können bei anderen Bäumen durch Schneelasten an weit ausladenden Ästen auftreten. Hier besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Ast bricht, aber der Baum nicht knickt“, so Landesforstdirektor Michael Mitter.

Interview mit einem gefragten Baum-Experten

Das Landes-Medienzentrum (LMZ) hat mit dem Halleiner Bezirksförster Thomas Wolfschütz gesprochen:

LMZ: Sie haben gerade beim Rengerberg in Bad Vigaun beurteilt, ob die Bäume die Schneelast noch tragen. Wie sieht es dort aus?

Wolfschütz: Die Gefahr an der Gemeindestraße ist sehr groß. In vielen Bereichen hängen Äste weit in die Fahrbahn hinein, insbesondere von Laubbäumen. Sie können jederzeit abbrechen und auf die Fahrbahn fallen. An mehreren Stellen drohen auch ganze Fichten auf die Straße umzuknicken. Ein Teil ist aufgrund zahlreicher umgefallener Bäume überhaupt nicht passierbar.

LMZ: Wer fordert Ihre Einschätzung an?

Wolfschütz: Das sind in akuten Situationen wie jetzt Einsatzleiter der Bezirksbehörden und Bürgermeister, die ein genaues Bild der Gefahrenlage brauchen.

LMZ: Was geschieht dann?

Wolfschütz: Ich spreche eine Empfehlung aus, wo und wie lange zum Beispiel eine Straße noch befahren werden kann. Bei Gefahr sperren die Gemeinden und die Behörden unverzüglich.

LMZ: Was kann bei gefährdeten Bäumen unternommen werden?

Wolfschütz: An besonders neuralgischen Stellen neben Hauptverkehrsstraßen kommt das „Downwashing“ zum Einsatz. Ein Hubschrauber versucht, die Bäume durch den Luftwirbel der Rotorenblätter freizufegen. Dazu braucht es gutes Flugwetter und einen sehr erfahrenen Piloten. Schrägstehende Bäume, die in Straßen hängen, werden in der Regel von den Feuerwehrleuten, den Straßenmeistereien oder Baumfäll-Unternehmen gefällt.

LMZ: Was ist momentan grundsätzlich zu beachten?

Wolfschütz: Momentan ist ein Aufenthalt im Wald nicht anzuraten. Schon der herabfallende Schnee wirkt wie eine Dachlawine. Die Situation von Bäumen und Alleen im verbauten Gebiet an Straßen und Gehwegen muss regelmäßig kontrolliert werden. Bei Gefahr wird gesperrt.


Quelle: Land Salzburg



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