Innsbruck: Galerie Plattform 6020 - „Goretexian“

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Über das scheinbar hoffnungslose Miteinander von Mensch und Natur: In der „Plattform 6020“ ist bis 8. August die Ausstellung „Goretexian“ von Sebastian Köck zu sehen.
Foto: Sebastian Köck
06 Jul 05:00 2020 von Redaktion International Print This Article

Ausstellung von Sebastian Köck bis 8. August

Die Fördergalerie „Plattform 6020“ der Stadt Innsbruck (Amraser Straße 2) zeigt von 9. Juli bis 8. August Werke von Sebastian Köck. Die Ausstellung „Goretexian“ ist erstmals am Mittwoch, 8. Juli, von 17.00 Uhr bis 21.00 Uhr zu sehen.

Dauer der Ausstellung: 9. Juli bis 8. August 2020, Öffnungszeiten: Montag 14.00-19.00 Uhr, Dienstag bis Freitag 10.00-19.00 Uhr, Samstag 10.00-17.00 Uhr. An Sonn- und Feiertagen geschlossen.

Mystische Geschichten

„Am Anfang steht ein Ausschnitt, ein Impuls, ein autarker und abstrakter Moment.“

Ein wiederkehrendes Leitmotiv in Sebastian Köcks künstlerischer Praxis sind Übersetzungsprozesse, welche sich mit der Kommodifizierung von Material und Ressourcen, sowie deren Bedeutung für eine postindustrielle Gesellschaft, auseinandersetzen. In Form von Skulpturen und multimedialen Installationen kreiert Köck Narrative, die eine singuläre Realität des menschlichen Daseins, innerhalb einer Gemeinschaft, abzeichnen und gleichzeitig in Frage stellen.

Eine Skepsis gegenüber etablierten Behaftungen, bestimmten Eigenschaften und voreiligen Aussagen von Materialien wird insofern verdeutlicht, dass Köck in seinen Szenarien historische Momente und Referenzen mit persönlichen und latent mystischen Geschichten ergänzt. Als Ausgangspunkte finden sich oft Phänomene, die in einem geschichtlichen Kontext und in Relation zu gesellschaftlichem Fortschritt und Innovation stehen. Es sind Theorien, Strategien und Skizzen, die mit einer Geste der Aneignung in den Ausstellungsraum übersetzt werden. Gemeinsamkeiten und daraus folgende Benennungen stehen im Kontrast zu individuellem Erzählstoff und verschwommenen Erinnerungen. Es ist ein Hinterfragen von dem, was wir kennen und glauben zu wissen.

Ein weiterer prägnanter Aspekt, auch in Bezug auf die Installation in der Galerie, ist, dass der Künstler seine Ausstellungsräume in Orte verwandelt. Orte, die durch Wiederholung und Dualität gekennzeichnet sind und welche schlussendlich als Spielfelder und Projektionsflächen für fantastische Quests fungieren.

So werden in jüngsten Arbeiten die Grenzen des Ausstellungsraums thematisiert, teilweise aufgelöst. Ein Fokus liegt hier auf dem Begriff der Schwelle. Mit beidseitigen Arbeiten auf Papier, die Köck an Fensterscheiben der bespielten Galerieräume befestigt, lenkt er den Blick des Publikums in entgegengesetzte Richtungen. Mit dieser Spaltung und anhand einzelner Fragmente und Schnittmengen, erschließt sich den BesucherInnen nur nach und nach eine Vorstellung von angesprochenen, ganzheitlichen Inhalten. Während ihre Erfahrungswerte sie leiten, wird eine gewisse Offenheit und Neugierde fast schon vorausgesetzt um ein Lesen der Ausstellung zu ermöglichen, eine Reflexion über Symbole und deren Verhältnisse zur Realität, schon fast verlangt.

In der Ausstellung „Goretexian“ widmet sich Köck einer Beobachtung, welche Zufall, Pragmatismus und Autorenschaft in einem scheinbar hoffnungslosen Miteinander von Mensch und Natur kommentiert: der anonymen Ästhetik spontaner Architekturen. Strukturen, die vor allem eine Funktion erfüllen müssen, und über diesen Drang nach Pragmatismus eine eigene Formensprache vorgeben. In einem Zeitalter, in welchem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist, positioniert sich Köck mit seinen Objekten in einem Spannungsfeld von Eingriff und Beliebigkeit, zwischen Undefinierbarkeit und Struktur. (Text von Julius Pristauz)

„Am Ende steht die Erkenntnis, die vermeintliche Sicht von der anderen Seite.“

Reihe „Kunst am Mittwoch“

15. Juli, 15.00-16.30 Uhr: „Atelier 6020. Transformation“. Kreativ-Werkstatt für Erwachsene. Erforderliche Anmeldung bis 12. Juli unter [email protected]
22. Juli, 18.00-19.00 Uhr: „Eintauchen. Kunst & Poesie“. Die Kunstwerke inspirieren Sie unter Anleitung zum kreativen Schreiben. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Erforderliche Anmeldung bis 21. Juli unter [email protected]
Sämtliche Vermittlungstermine können kostenlos besucht werden. Das Vermittlungsprogramm wird gestaltet und durchgeführt von Mag.a Nina Mayer-Wilhelm und Dr.in Charlotte Simon.

Zum Künstler
Der Innsbrucker Künstler Sebastian Köck studiert seit 2015 „Transmediale Kunst“ an der Universität für angewandte Kunst Wien und besuchte die Klasse für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Er lebt und arbeitet derzeit in Wien.



Quelle: Stadt Innsbruck



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