Frauenstadträtin Kathrin Gaal: Neue Kampagne des Frauennotrufs ruft auf: ,,Lassen wir Gewalt an Frauen nicht so stehen!“

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24h Frauennotruf
Foto: PID/VOTAVA
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06 Dez 21:00 2019 von Redaktion Salzburg Print This Article

Start für Bewusstseinskampagne „Bilder von sexualisierter Gewalt? Lassen wir das nicht so stehen!" – Heuer Anstieg bei Beratungen des 24-Stunden Frauennotrufs

„,Lassen wir Gewalt an Frauen nicht so stehen!‘“ Das ist die klare Botschaft der neuen Kampagne des 24-Stunden Frauennotrufs“, so Frauenstadträtin Kathrin Gaal bei der Präsentation der neuen Sujets. „Die Bilder rütteln auf und zeigen, dass Gewalt gegen Frauen oft verharmlost wird. Wichtig ist, dass Frauen, die sich bedroht fühlen, die in einer Notsituation sind oder Gewalt erfahren haben, wissen, wohin sie sich wenden können. Der 24-Stunden Frauennotruf ist rund um die Uhr da – rasch und unbürokratisch!“, so Gaal.

Neue Bewusstseinskampagne des Frauenservice Wien bricht Zuschreibungen auf: Freecards liegen in Lokalen auf

„Wir sind verheiratet. Da kann ich sie nehmen, wann ich will“, steht auf dem Rücken der Frau, die auf dem Bett liegt. Die klare Botschaft auf den Freecards, die ab sofort (bis 12.12.) in Lokalen aufliegen, ist: „Lassen wir das nicht so stehen!“. Die Postkarten weisen auf den 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien hin (01/71719).

Aussagen wie „Kein Wunder, so wie sie immer angezogen ist“, „Sie wollte ja, dass ich mitkomme“ oder „…weil sie auch immer so viel trinkt“ thematisiert die neue Kampagne des Frauenservice Wien. Wie eingeschrieben in den Körper sind Aussagen, die als Zuschreibungen der Täter von außen auf die Frauen projiziert werden. Es sind Zuschreibungen von außen, die nicht mehr oder nur schwer bekämpft werden können. Es sind „Mythen“, die Gewalt verharmlosen.

„Bei der Kampagne geht es uns darum, mit gesellschaftlich tief verankerten opferfeindlichen Einstellungen aufzuräumen. Wir müssen ein Klima schaffen, in dem gewaltbetroffene Frauen die Schuld nicht bei sich suchen und möglichst rasch Hilfe in Anspruch nehmen. Der 24-Stunden Frauennotruf ist kostenlos und vertraulich rund um die Uhr erreichbar!“, so Martina K. Steiner, stellvertretende Leiterin des 24-Stunden Frauennotrufs der Stadt Wien.

Anstieg um 572 Beratungen: 24-Stunden Frauennotruf verzeichnet 9.155 Beratungen von Jänner bis November 2019

Aktuell verzeichnet der 24-Stunden Frauennotruf einen Anstieg der Beratungszahlen. Von Jänner bis Ende November 2019 hat der 24-Stunden Frauennotruf Wien (01/71719) mit 9.155 Beratungen von Gewalt betroffene und bedrohte Frauen und Mädchen ab 14 Jahren, sowie deren Angehörige und Fachpersonen, unterstützt. Das sind 572 Beratungen mehr im Vergleich mit dem Beobachtungszeitraum vom Vorjahr (ein Plus von rund 6,5 %). Von Jänner bis November 2018 gab es 8.583 Beratungen.

Durchschnittlich fanden im laufenden Jahr 2019 etwa 27 Beratungen täglich statt. 6.473 Beratungen wurden 2019 bisher telefonisch durchgeführt, 906 persönlich vor Ort in den Räumlichkeiten des Frauennotrufs und 1.776 per E-Mail.

„Das zeigt, wie wichtig es ist, immer wieder auf das Hilfsangebot der Stadt Wien hinzuweisen. Der 24-Stunden Frauennotruf bietet Frauen in einer Notsituation rasch und unbürokratisch Hilfe!“, so Frauenstadträtin Kathrin Gaal.

Nach den bisherigen Zahlen des Jahres 2019 war sexualisierte Gewalt mit 37 Prozent das häufigste Beratungsthema. Mit 33 Prozent hat psychische Gewalt die körperliche Gewalt (mit 29 Prozent) als zweithäufigstes Beratungsthema abgelöst. Etwa ein Prozent entfiel 2019 bisher auf Themen wie K.O.-Mittel, FGM (Weibliche Genitalverstümmelung) und Zwangsheirat.

Beratungen beim 24-Stunden Frauennotruf 2019: 80 Prozent kennen Gewalttäter

Untersucht man die Fälle der sexualisierten Gewalt nach der Täter-Opfer-Beziehung (telefonische und persönliche Beratung, 24-Stunden Frauennotruf, 1.1.-30.11.2019), ist das Ergebnis: Rund 80 Prozent der von Gewalt Betroffenen kennen denjenigen, der ihnen die Gewalt (etwa Vergewaltigung, sexuelle Nötigung oder sexuelle Belästigung) angetan hat.

In mehr als einem Viertel der Fälle handelt es sich dabei um den Partner oder Ex-Partner. In mehr als einem Fünftel der Fälle ist der Täter ein Bekannter oder Freund der von Gewalt Betroffenen, in einem weiteren Fünftel ist es ein flüchtig Bekannter (etwa die Bekanntschaft von einer Party). Freecards und Ausstellung mit Events in der Planungswerkstatt

Die neue Kampagne des Frauenservice Wien ruft alle Wienerinnen und Wiener dazu auf, das Wort für jene zu ergreifen, die ohnehin angegriffen wurden oder von Gewalt betroffen sind. Jede und jeder kann ein Zeichen setzen - und derartige Äußerungen nicht wortlos stehen lassen. Die Kampagne ruft dazu auf, das Hilfs- und Unterstützungsangebot der Stadt Wien anzunehmen.

Freecards der Kampagne werden bis 12.12.2019 in Lokalen verteilt. Am 6.12.2019 (15-17 Uhr) laden Mitarbeiterinnen des 24-Stunden Frauennotrufs Interessierte ein, sich in der Wiener Planungswerkstatt (1., Friedrich-Schmidt-Platz 9) über ihre Arbeit und das Thema auszutauschen. Plakate der aktuellen Kampagne sind ausgestellt.

Am 9.12. (14-16 Uhr) findet in der Planungswerkstatt eine Diskussion mit dem Thema „Lassen wir das nicht so stehen!“ statt. Auf dem Podium: Birgitt Haller (Wissenschaftliche Leiterin, Institut für Konfliktforschung), Martina K. Steiner (stellvertretende Leiterin des 24-Stunden Frauennotrufs) und Andrea Brem (Geschäftsführerin des Vereins Wiener Frauenhäuser). Anm.: [email protected]

Was kann jede und jeder einzelne tun?

Hinterfragen Sie diese Bilder und Einstellungen. Reden Sie mit Freundinnen und Freunden darüber. Geben Sie die Nummer des 24-Stunden Frauennotrufs weiter: 01/71719

Wenden Sie sich an den 24-Stunden Frauennotruf, wenn Sie mit jemandem über Ihre Erfahrungen sprechen möchten. Expertinnen sind rund um die Uhr für Sie da und beraten vertraulich, kostenlos und auf Wunsch anonym.

Infos: frauennotruf.wien.at; frauen.wien.at


Quelle: Stadt Wien



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