Kärnten: CARINTHIja 2020: Reflexionen über Koligs Farben

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Foto: LPD Kärnten/Höher
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04 Jul 20:00 2020 von Redaktion International Print This Article

LH Kaiser und LT-Präsident Rohr bei Ausstellungseröffnung im Museum des Nötscher Kreises

Klagenfurt (LPD). Wie macht man etwas sichtbar, das mit der Intention zerstört wurde, es buchstäblich auszulöschen? Um das herauszufinden, haben Kunstschaffende, Kunststudierende sowie Schülerinnen und Schüler der HTL Villach „Reflexionen über Anton Koligs zerstörte Fresken“ angestellt. Einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeiten, Diskussionen und Rekonstruktionen bildete die von Kolig verwendete Farbigkeit. Es sind nämlich nur noch Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Fresken erhalten, die 1938/39 von den Nationalsozialisten als „entartete Kunst“ im Klagenfurter Landhaus abgeschlagen wurden. Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser eröffnete gestern, Mittwoch, im Museum des Nötscher Kreises den zweiten Teil einer sehenswerten Ausstellung. Sie läuft im Rahmen von CARINTHIja 2020, dem 100-Jahr-Jubiläum der Kärntner Volksabstimmung.

„Ich bin schlichtweg begeistert“, betonte Kaiser und hob das eindrucksvolle Zusammenspiel sowie die Qualität der beiden Ausstellungsteile am Originalschauplatz Klagenfurter Landhaus und in Nötsch hervor. „Hier wird auch dieser Teil unserer Landesgeschichte in konzentrierter, gewaltiger Form den Menschen näher gebracht“, meinte der Landeshauptmann. Er dankte den Ausstellungsverantwortlichen außerdem für ihren Mut und ihr Engagement, mit dem sie den Herausforderungen durch die Coronakrise begegnet sind. In diesem Sinne verwies er auch auf alle anderen Projekte im Rahmen von CARINTHIja 2020, die wegen Corona teilweise bis 2021 gehen. „Bei CARINTHIja 2020 ist das Bejahende immer da“, sagte Kaiser. Im Fokus stehe dabei ebenso „das gemeinsame Dach Europas, das bereits gebrannt hat“. Umso wichtiger sei es, weiterhin Brücken zu bauen und zu festigen. Ausdruck dafür sei auch die Einladung an den österreichischen Bundespräsidenten und slowenischen Staatspräsidenten zur Feier am 10. Oktober.

Über die Ausstellung im Museum des Nötscher Kreises referierte Kuratorin Sigrid Diewald. „Wir wissen heute nicht genau, wie die Fresken aussahen“, erklärte sie. Aus Beschreibungen gehe hervor, dass der Boden des von Kolig gestalteten Raumes rot, die Decke grün war. „Man ist bestimmt in ein Farbenmeer eingetaucht“, so Diewald. Als der Freskenzyklus 1930 zum zehnten Jubiläum der Volksabstimmung fertiggestellt war, löste er jedoch heftige Diskussionen aus. „Die Darstellungen entsprachen nicht dem damaligen Sinn für Schönheit“, formulierte es Diewald. Ähnlich war es dann auch 1999, als der Enkel Anton Koligs, Cornelius Kolig, den Raum im Landhaus neu ausgestaltete.

Mit den „Reflexionen über Anton Koligs zerstörte Fresken“ wolle man erstmals zeigen, wie die Fresken als Ganzes im Raum gewirkt haben. Künstlerinnen und Künstler sowie Studierende der Wiener Universität für angewandte Kunst haben sich u.a. Gedanken zur Farbigkeit gemacht. Sie haben sich dazu intensiv in Nötsch beschäftigt und waren auch im „Paradies“ von Cornelius Kolig zu Gast. Schülerinnen und Schüler der HTL Villach haben den Landhausraum mit den Fresken als Modell rekonstruiert. Die Künstlerin Elisabeth Wedenig inspirierten insbesondere Erinnerungen an den Freskenzyklus. Erinnerungen seien immer bruchstückhaft, verschwommen, lückenhaft, Dinge würden fehlen oder würden dazu erfunden, erklärte sie. Gemalt hat sie auf Pressspanplatten und Betonplatten – letztere symbolisieren das Abschlagen der Fresken.

Bei der Ausstellungseröffnung in Nötsch war Landtagspräsident Reinhart Rohr als Kooperationspartner anwesend. Im Klagenfurter Landhaus sind bis 31. Oktober großformatige Leinwandbilder von Guido Katol zu sehen, der sich mit den Arbeiten von Anton und Cornelius Kolig auseinandergesetzt hat. Der Nötscher Bürgermeister Alfred Altersberger dankte allen Ausstellungsverantwortlichen, darunter auch Hausherrin Hermine Wiegele und Museumsleiterin Birgit Kassl. Der Ausstellungsteil im Museum des Nötscher Kreises läuft noch bis 1. November.

Informationen unter noetscherkreis.at, https://carinthija2020.ktn.gv.at/projekte/details?pid=41




Quelle: Land Kärnten



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