Kärnten: CARINTHIja 2020 - Im Landhaus erwachten Koligs zerstörte Fresken zu neuem Leben

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Lindwurm - Symbolbild
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02 Jul 08:00 2020 von Redaktion Salzburg Print This Article

LH Kaiser bei Ausstellungseröffnung in Klagenfurt – Guido Katol setzte sich mit den von Nazis zerstörten Fresken Koligs‘ auseinander – Zweiter Teil des Projektes wird heute im Museum des Nötscher Kreises eröffnet

Klagenfurt (LPD). Unter dem Titel „REFLEXIONEN über Anton Koligs zerstörte Fresken“ sind im Klagenfurter Landhaus derzeit drei großformatige Leinwandbilder des Kärntner Künstlers Guido Katol zu sehen. Bei der Ausstellungseröffnung gestern, Dienstag, konnte Hausherr Landtagspräsident Reinhart Rohr zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Darunter waren neben dem Kulturreferenten LH Peter Kaiser und dem Künstler selbst auch Landtagsdirektor Robert Weiß, Landesamtsdirektor Dieter Platzer und sein Stellvertreter Markus Matschek sowie Igor Pucker, Leiter der Abteilung 14 – Kunst und Kultur. Die Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt des Landhauses mit dem Museum des Nötscher Kreises und ein bedeutender Teil des Jubiläumsjahres CARINTHIja 2020. Kuratorin ist Sigrid Diewald.

1929 wurde Anton Kolig von der Kärntner Landesregierung beauftragt, einen zwischen dem Kleinen Wappensaal und dem Landtagssitzungssaal gelegenen Konferenzraum im Klagenfurter Landhaus mit Fresken künstlerisch auszuschmücken. Als Rahmenthema gab man dem Maler das zentrale Ereignis der jüngeren Kärntner Geschichte, die Volksabstimmung von 1920, vor. Kolig setze dies auf sehr persönliche Weise und in seiner für ihn typischen Gestaltungsart um. Doch bereits knapp zehn Jahre später wurden Koligs Wandmalereien als „entartete Kunst“ von den Nationalsozialisten abgeschlagen und unwiederbringlich zerstört. Als 1999 Cornelius Kolig, der Enkel des Künstlers, unter Verwendung des erhaltenen historischen Fotomaterials und unter Einbindung eigener bezugnehmender Arbeiten den Raum neu ausgestaltete, stand der Saal wiederum im Mittelpunkt einer politischen Hetzkampagne, die in einer medialen Verfolgung und Beschimpfung des Künstlers gipfelte. 2020 hat sich nun Guido Katol in drei großformatigen Leinwandbildern mit den künstlerischen Arbeiten von Anton und Cornelius Kolig im Klagenfurter Landhaus auseinandergesetzt.

Mit einem sehr persönlichen Zugang startete Kaiser seine Eröffnungsrede. Als er nämlich im Jahr 1989 erstmals als Abgeordneter diesen Saal betrat, habe nichts an die Geschichte, wie wir sie heute kennen erinnert. „Als Koligs Enkel, Cornelius Kolig, den Raum neu gestaltete, kam die Verdrängungskultur der Menschen in Kärnten abermals zum Vorschein. Umso wichtiger ist es, dass wir im Jubiläumsjahr nicht verherrlichend zurückblicken, sondern uns auch die unterschiedliche Wahrnehmung der Menschen wieder ins Bewusstsein rufen“, so der Kulturreferent. Er dankte Katol, einem Schüler der bekannten Kärntnerin Maria Lassnig, dafür, sich der großen Herausforderung gestellt zu haben und versicherte, man werde für die Kunstwerke auch über das Jubiläumsjahr hinaus einen entsprechenden Platz in Kärnten finden.

Das Vorhaben des Nötscher Kreises, sich im Jubiläumsjahr mit den Werken von Anton Kolig zu beschäftigen, sei der Anstoß gewesen auch die Ausstellung im Landhaus zu organisieren, erklärte Rohr. Er freute sich besonders darüber, dass dieses Projekt als Teil von CARINTHIja 2020 trotz schwieriger Umstände im Jubiläumsjahr umgesetz werden kann.
Die Ausstellung im Klagenfurter Landhaus ist noch bis 31. Oktober 2020 zu sehen. Heute, Mittwoch, um 16 Uhr wird der zweite Teil der Ausstellung im Museum des Nötscher Kreises eröffnet.

Alle Infos zu CARINTHIja 2020 unter www.carinthija2020.ktn.gv.at



Quelle: Land Kärnten



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