Salzburg-Stadt: Bürgermeister Preuner übergab Richard-Hörl-Weg in Freisaal

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Erinnerung an streitbaren Gründlandschützer
Foto: Stadt Salzburg/ A. Killer
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Hielt die Laudatio
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Familie, Freund*innen und Weggefährt*innen...
Foto: Stadt Salzburg/ A. Killer
03 Jul 22:00 2020 von Redaktion International Print This Article

Erinnerung an streitbaren Gründlandschützer und Mitbegründer der Bürgerliste

Bei einem kleinen Festakt wurde am Dienstag, 30. Juni 2020, der Geh- und Radweg, der von der Hellbrunner Straße zum Freisaalweg führt, nach Richard Hörl (1939-2019) benannt. „Man kann fast schon sagen: Richard Hörl war eine Legende. Er hat sich zu Recht gegen die Verbauung von Salzburgs Süden erhoben: Dank ihm ist der Gründlandschutz heute nicht verhandelbarer Konsens in der Stadtpolitik!", charakterisierte Salzburgs Stadtoberhaupt Harald Preuner in seiner Laudatio den Namensgeber. Hörl ist als streitbarer Grünlandschützer und Mitbegründer der Salzburger Bürgerliste in die Lokalgeschichte eingegangen: Der gelernte Bäckermeister und Konditor kämpfte unter anderem für die Erhaltung der Stadtlandschaft Freisaal im Süden Salzburgs, die direkte Demokratie und die Radfahrer*innen.

Hörl kam am 4. April 1939 als jüngstes von drei Kindern in der Mozartstadt zur Welt. 1966 übernahm er den elterlichen Bäckereibetrieb in der Alpenstraße 18 und errichtete gemeinsam mit seiner Frau eine Café-Konditorei. Hörl war es wichtig, das Angebot dort ständig zu erweitern und dabei auch auf Naturkost zu setzen. In seiner „Reformbäckerei“ bot er das erste Schrotbrot Salzburgs an.

Nach mehrjähriger Standortsuche für einen Neubau der 1962 wiedergegründeten Universität einigten sich Mitte der 1970-er Jahre Stadt, Land und Bund auf die Wiesen rund um das Schloss Freisaal. Die Verbauung dieser Freiflächen stieß auf vehementen Widerstand bei mehreren Bürgerinitiativen. 1974 gründete Hörl mit dem Schauspieler Herbert Fux und dem Richter Eckehart Ziesel die Bürgerliste. Zusammen stemmte man sich „gegen die planmäßige Demolierung der Stadt“. Als erster Grünpolitiker zog Hörl mit Fux am 2. Oktober 1977 in den Gemeinderat der Stadt Salzburg ein und arbeitete dort bis 1980. Auch danach engagierte er sich in Bürgerinitiativen.

Das Engagement des Bürgerrechtlers Hörl machte nicht an der Stadtgrenze halt. Berühmt ist sein nachgebauter Baunzaun von Wackersdorf. Als warnendes Symbol gegen die dortige atomare Wiederaufbereitungsanlage stand er 1986 monatelang am Alten Markt. Als Radfahrer setzte sich Hörl für das Radwegenetz mit Unterführungen unter den Salzachbrücken ein. Sein letztes Ziel war die Erhaltung der Salzburger Grünland-Deklaration im ihrer gesetzlichen Verankerung im Stadtrecht. Ein Ziel, das er 2008 erreichte.



Quelle: Stadt Salzburg



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