Ausstellung „Ver – rückte Heimat“ zeigt Zeichnungen von Menschen auf der Flucht

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Foto: Land Tirol/Reichkendler
22 Mär 14:00 2017 von Gerhard Repp Print This Article

Wanderausstellung des Roten Kreuzes macht Station im Landhaus

Rechtzeitig zum heutigen Internationalen Tag für die Beseitigung von Rassendiskriminierung öffnet im Foyer des Innsbrucker Landhauses die Ausstellung „Ver – rückte Heimat“ ihre Pforten. „Die Bilder dieser Wanderausstellung haben eine ganz besondere Geschichte. Die Künstlerinnen und Künstler – meist sind es Kinder – sind nicht mehr im Lande, um die Werke zu präsentieren“, erläutert Integrationslandesrätin Christine Baur.

Zeichnungen aus dem Durchgangs-Camp in Kufstein

Die Bilder, die von Flucht, Krieg, zerstörter Heimat, aber auch der Hoffnung auf Frieden und Freiheit zeugen, wurden nämlich allesamt im Durchgangs-Camp in Kufstein gezeichnet. Dort wurden in der Zeit zwischen September 2015 und März 2016 über 60.000 Menschen auf der Flucht betreut und auf ihrem Weg in andere Länder mit dem Nötigsten versorgt. HelferInnen des Roten Kreuzes leisteten in Kufstein, unterstützt von unzähligen Männern und Frauen aus dem Team Österreich, 35.000 freiwillige Stunden.

Viele Menschen auf der Flucht, darunter zahlreiche Kinder, fertigten im Durchgangs-Camp Zeichnungen an, um das Erlebte ein Stück weit zu verarbeiten. Jedes dieser Werke wurde im Camp an die Wand geheftet. Die berührendsten Bilder wurden vom Roten Kreuz unter Federführung der Tiroler Künstlerin Anneliese Sojer zusammengestellt und werden in der Wanderausstellung präsentiert. „Überfüllte Schlauchboote, Menschen, die über Bord gegangen sind, spielende Kinder während eines Bombenabwurfes oder die Karte einer Fluchtroute: Die Zeichnungen spiegeln wider, was die schutzsuchenden Menschen auf der Flucht bewegt, wovor sie sich fürchten, was sie erlebt haben, aber auch wofür sie dankbar sind. Es sind Bilder, die in ihrer Unmissverständlichkeit und Eindrücklichkeit unter die Haut gehen“, beschreibt LRin Christine Baur. Die Wanderausstellung ist noch bis 7. April im Foyer des Landhauses zu sehen.

Internationaler Tag gegen Rassismus

„Gerade der heutige internationale Tag gegen Rassismus soll uns – gemeinsam mit dieser Ausstellung – einmal mehr ins Gedächtnis rufen, dass Menschen auf der Flucht Schutz und Frieden suchen, nachdem sie Unbeschreibbares erlebt haben. Rassistische Anfeindungen verstärken das Leid dieser Menschen noch einmal mehr“, zeigt LRin Baur auf.

Rassismus in all seinen Ausprägungen wie Antisemitismus, Islamophobie und Antiziganismus ist immer noch eine traurige Realität. „Dies – in Verbindung mit Terror und menschenfeindlichem Populismus – ist die größte Gefahr für unsere offene, pluralistische Gesellschaft“, betont LRin Baur. Das wirksamste Gegenmittel gegen Fanatismus, Ausgrenzung und Rassismus seien Anerkennung und Zugehörigkeit. Denn nur wer ungeachtet seiner Herkunft, seines Geschlechts oder seiner Hautfarbe als gleichberechtigt anerkannt wird, könne auch teilhaben und Mitglied und Verfechter unserer demokratischen Gesellschaft werden.


Quelle: Land Tirol



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