Salzburg: 376 Seiten starkes Stück Demokratie

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Präsentation Salzburger Jahrbuch der Politik, im Bild Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf mit den Herausgebern Franz Wieser (Landes-Medienzentrum), Christian Dirninger (Uni Salzburg), Robert Kriechbaumer (Wilfried Haslauer Bibliothek) und Reinhard Heinisch (Uni Salzburg) sowie den Autoren Franz Fallend und Armin Mühlböck (Uni Salzburg)
Foto: Land Salzburg/Melanie Hutter
23 Apr 20:00 2019 von Redaktion Salzburg Print This Article

Salzburger Jahrbuch für Politik erscheint erstmals seit 2010 / Vom Finanzskandal über vorgezogene Wahlen bis hin zur Flüchtlingswelle

(LK) Als „bedeutendes Stück Demokratievermittlung“ bezeichnete Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf heute, Dienstag, die Neuerscheinung des „Salzburger Jahrbuch für Politik“. Das 376 Seiten umfassende Werk erscheint nun wieder erstmals seit 2010. Es enthält Analysen und eine wissenschaftlich fundierte Bestandsaufnahme der Entwicklungen im Bundesland. Und es zeigt: Politik ist richtig spannend.

„Zum Funktionieren einer demokratisch verfassten Gesellschaft braucht es Vertrauen in die Politik und in ihre Akteure. Analysen und wissenschaftliche Bestandsaufnahmen helfen dabei. Genau das bietet dieses Jahrbuch“, so Landtagspräsidentin Pallauf bei der Buchpräsentation im Salzburger Chiemseehof.

Salzburger Politikwissenschafter forschten

Das Werk entstand in Zusammenarbeit von Land Salzburg mit der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek und der Abteilung Politikwissenschaft der Universität Salzburg, Experten fungierten als Autoren. Unter anderem Reinhard Heinisch, er ist auch Mitherausgeber, Armin Mühlböck und Franz Fallend hauchen der Salzburger Politik Leben ein, analysieren, arbeiten auf.

Fallend: „Unbeeinflusst, der Wissenschaft verpflichtet.“

Die Landtagswahlen 2013: Franz Fallend beschäftigt sich mit den richtungweisenden Urnengängen, die unter völlig verschiedenen Vorzeichen stattfanden: „Die Entwicklung Salzburgs in den vergangenen Jahren bietet Stoff für interessante wissenschaftliche Analysen. Zum einen war die Politik gefordert, die Folgen eines immensen Finanzskandals zu bewältigen. Zum anderen zeichnet sich das Land seit der Landtagswahl 2013 durch seine besondere, von Landeshauptmann Wilfried Haslauer als ,Allianz der Mitte‘ bezeichnete Regierungszusammensetzung aus“, und Fallend unterstreicht: „Uns Autoren war die Garantie wichtig, dass wir die Beiträge völlig unbeeinflusst, rein wissenschaftlichen Standards verpflichtet, verfassen konnten.“

Acht spannende politische Jahre

Aber nicht nur der Finanzskandal und dessen Bewältigung hielt die Landespolitik in Atem, löste das Setzen von Meilensteinen aus. Auch die größte Verwaltungsreform der vergangenen Jahrzehnte, die Flüchtlingswelle, die im Herbst 2015 begann, und die Regierungsperiode von 2013 bis 2018 bewegten die Menschen im ganzen Land. Dazu kamen die vorgezogenen Bürgermeisterwahlen in der Stadt Salzburg im Herbst 2017.

Heinisch: „Jahrbücher als wichtige Basis für Wissenschaft.“

Für Reinhard Heinisch, Politik-Professor an der Universität Salzburg, bilden Jahrbücher „eine wichtige Basis für wissenschaftliches Arbeiten“. Genauso wichtig aber sei, dass sich „Salzburg damit eine gewisse Deutungshoheit über jene das eigene Bundesland betreffende Politik“ bewahre. „Und drittens bildet das Jahrbuch eine einmalige Gelegenheit zur Zusammenarbeit aller politikwissenschaftlichen Einrichtungen und Fachkräfte der Region“, so Heinisch, der auf einige richtungweisende Geschehnisse im vergangenen Jahrzehnt verwies: „Das alles musste man aufarbeiten und analysieren, das war eine demokratische und wissenschaftliche Verpflichtung für alle beteiligten Fachleute.“

Mühlböck: „Lokale Forschungsfragen nicht vernachlässigen.“

Ein „gelungenes Beispiel interdisziplinärer Zusammenarbeit von universitärer Forschung, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Praxis der Salzburger Politik“ sieht Politik-Professor Armin Mühlböck im aktuellen Werk. Dessen Bedeutung erkennt er darin, dass „Fragen, die das unmittelbare lokale und regionale Umfeld erfassen, hier im Fokus stehen und nicht vernachlässigt werden dürfen“. Und weiter: „Vor diesem Hintergrund stellt das Jahrbuch für Politik eine wichtige Initiative für die regionale Vernetzung und Einbettung universitärer Forschung dar“, so Mühlböck.

Erstmals 1999 erschienen

Das Salzburger Jahrbuch für Politik 2018 erscheint im Böhlau-Verlag Wien als Band 72 in der Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek. Herausgeber sind Christian Dirninger, Reinhard Heinisch, Robert Kriechbaumer und Franz Wieser, Chefredakteur des Landes-Medienzentrums. Von 1999 bis 2010 wurde es im Zwei-Jahres-Rhythmus herausgegeben vom Politikwissenschafter Herbert Dachs und dem damaligen Leiter des Landespressebüros, Roland Floimair. Das Buch ist im Handel erhältlich und kann auch als E-Book heruntergeladen werden.


Quelle: Land Salzburg



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