Salzburg-Stadt: 150.000 € für Arbeitsstipendien und Bildankauf

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Stadt Salzburg

14 Mai 20:12 2020 von Redaktion Salzburg Print This Article

Auinger: „Rasche Direkthilfe für Künstler*innen ist Gebot der Stunde“

Die derzeit aufrechten Maßnahmen und Verordnungen der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona Pandemie treffen den Kunst- und Kultursektor empfindlich. Besonders hart betroffen sind die vielen Einzelkünstler*innen, denen die Grundlage für ihre Berufsausübung und Existenzsicherung auf Monate komplett entzogen wurde. Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Auinger: "Die Situation ist sehr angespannt. Die Hilfsinstrumente des Bundes sind für viele Einzelkünstler*innen nicht abrufbar. Wir haben daher rasch reagiert und 100.000 Euro für ein Pilotmodell zu Arbeitsstipendien aufgebracht. Zudem haben wir ein eigenes Bildankaufprogramm speziell für Bildende Künstler*innen aufgelegt, die wir nicht im Regen stehen lassen werden."

Bewerbungen für Arbeitsstipendien ab sofort möglich

Die Idee zu den Arbeitsstipendien entspringt dem Strategieprozesses "Salzburg 2024 – Kultur.Leben.Räume". Ein Schwerpunktthema dabei sind die wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen von Künstler*innen und Kreativen. Gagen und Honorare sind oftmals sehr niedrig. Besonders selbstständige Künstler*innen kämpfen mit dieser Situation. Bernhard Auinger führt aus: "Im Sinne der Bemühungen von fair pay wird es notwendig sein, neue Instrumente zu entwickeln. Das gilt für alle Ebenen." Die Stadt Salzburg schreibt als Pilotversuch für in Salzburg tätige freischaffende Künstler*innen sowie Personen, die freiberuflich oder selbstständig in den Bereichen Bildung, Erwachsenenbildung oder Wissenschaft tätig sind ein Arbeitsstipendium aus. Das Stipendium ist auf einen Zeitraum von maximal drei Monate beschränkt, die Höhe der Geldleistung ist mit bis zu 1.000 Euro pro Monat limitiert. Bewerbungen sind ab sofort bis spätestens 15.6. möglich. "Wir rechnen gerade in der jetzigen Situation mit vielen Einreichungen und haben dafür rund 100.000 Euro aus den unterschiedlichen Fachbereichen zur Verfügung. Aus der ersten Bewerbungs- und Vergabephase lassen sich dann sicher Erkenntnisse für weitere Schritte in der Zukunft ableiten" erläutert Auinger.

Mit den Stipendien werden die Künstler*innen und Kreative in ihrer freiberuflichen bzw. selbstständigen Tätigkeit direkt unterstützt und können beispielsweise Projektkonzeptionen, Sprach- und Instrumententraining, Vorbereitungsarbeiten für Lesungen, Ausstellungen, Seminare, Workshops, Kurse, Onlineaktivitäten und Ähnliches weiter vorantreiben.

Sondermittel für Bildende Kunst

Eine Spezialmaßnahme für bildende Künstler*innen wurde bereits gesetzt. Durch den gestoppten Ausstellungsbetrieb gab es über Wochen keine Möglichkeiten, Arbeiten und Werke zu präsentieren, zahlreiche Projekte wurden abgesagt. Die Kulturabteilung erhöhte daher in Abstimmung mit Bürgermeister-Stellvertreter Auinger durch interne Budgetumschichtungen die finanziellen Mittel für den Kunstankauf und startete eine eigene Ausschreibung. Einreichfrist war der 5. Mai. Auinger zieht eine positive Bilanz: "Das Interesse war groß. Es gab 76 Einreichungen, 55 Ankäufe davon konnten wir realisieren, immerhin knapp 50.000 Euro. Dieses Geld kommt direkt bei den Salzburger Künstler*innen an."

Dass Direktmaßnahmen an Künstler*innen im Moment das Gebot der Stunde sind, zeigt sich auch an anderen Ausschreibungen im Kulturbereich: "Das Interesse am jährlichen Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung von Kunstlitfaßsäulen ist sehr hoch und ich bin mir sicher, dass auch die Kulturfondseinreichungen heuer wieder vielfältig sein werden. Es ist wichtig, dass die öffentlichen Gebietskörperschaften auch die Möglichkeiten der Ausschreibungen, Wettbewerbe und Preisvergaben weiter nutzen. Die Entscheidung war richtig und wir werden diesen Weg auch weiterhin gehen.", hält Auinger fest.


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Quelle: Stadt Salzburg



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