Salzburg-Stadt: „Baustoff Holz wird zum Zukunftstrend“

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Fachaustausch zum Thema Holz
Foto: Stadt Salzburg / Rohrer
18 Jul 03:00 2020 von Redaktion Salzburg Print This Article

Großes Interesse an Bauen mit Holz beim 12. Roundtable von Smart City Salzburg

Bauen mit Holz kennen wir von alten Bauernhöfen in Salzburg sehr gut. Mittlerweile gibt es auch eine Renaissance des Bauens mit Holz am Land. Doch ist Holzbau auch etwas für den urbanen Raum, für die Stadt, konkret für die Stadt Salzburg? Dieser Frage ging der mittlerweile 12. Roundtable von Smart City Salzburg nach, der am 8. Juli 2020 in der TriBühne Lehen stattgefunden hat. „Sind wir bereits auf dem Holzweg?“ lautete der Titel der Veranstaltung. Er fand breite Zustimmung. Stadträtin Martina Berthold möchte im Bereich öffentlicher Bauten in Zukunft verstärkt auf den regionalen Baustoff Holz zurückgreifen. Aktuell geplant ist, einen Kindergartenzubau in Lehen in Holzbauweise zu erreichten. ÖVP-Gemeinderat Christoph Brandstätter ist selbst Architekt und bewohnt ein von ihm selbst geplantes Holzhaus. Auch er begrüßte das Bauen mit Holz im urbanen Raum zu stärken. Dem pflichtete Veronika Hirner vom Gestaltungsbeirat der Stadt Salzburg bei. Dieser würde neue Wege des Bauens gerne unterstützen. Franz Huemer, Koordinator von Smart City Salzburg, plädierte für mehr Holzbauprojekte in der Stadt und entsprechende Planungsvorgaben. Wichtig sei auch die Verbindung mit Energieeffizienz und neuen Energielösungen.

Richtig Bauen mit Holz

„Der Baustoffholz wird zum Zukunftstrend“, prognostizierte der Architekt Tom Lechner in seinem Einführungsreferat. Bauen mit Holz weise viele Vorteile auf, neben der Wohnqualität sprächen auch die einfache Errichtung durch vorgefertigte Teile und eine besondere Ästhetik für Holzbauten. Fragen wie Brandschutz, Wärme- und Kälteregulierung seien mittlerweile gelöst, so der Pongauer Architekt, der bereits zahlreiche Holzbauprojekte realisiert hat. Die Angst vor einem „Barackenklima“ sei unbegründet, ebenso jene, dass ein Holzhaus eine höhere Brandgefahr darstelle. Wichtig sei, „es richtig zu machen“. Dazu gehöre insbesondere eine gute Planung unter frühzeitiger Einbindung aller Aspekte. Lechenauer plädierte dafür, Holz als ästhetisches Gestaltungsmittel einzusetzen, also auf aufwändige Fassadengestaltung zu verzichten, was auch Kosten sparen helfe. Und: Holz lasse sich gut mit anderen Baumaterialien verbinden. Stichwort „Hybridbauweise“.

Know how im Bereich Holzbauweise

Der Roundtable versammelte einschlägige Experten und Expertinnen der Planungs- und Baubranche. Michael Grobauer, Forschungsleiter am Zentrum für Alpines Bauen der FH Salzburg, berichtete, dass derzeit an der Normierung von Holzbauteilen gearbeitet werde. Dies würde Planungsprozesse und Sicherheitsfragen stark vereinfachen. Bauen mit Holz erfährt am Land derzeit eine Renaissance. Doch mittlerweile gibt es auch erste Vorzeigeprojekte aus dem urbanen Raum, etwa im Bereich des mehrgeschoßigen Holzwohnbaus. Dies bestätigte Dominique Gefahrt vom Wohnbauträger Heimat Österreich. Sein Unternehmen werde weiterhin im Holzbau aktiv bleiben. Gabriella Gehmacher-Leitner, Bürgermeisterin von Anif, berichtete von einer Holzwohnanlage in ihrer Gemeinde, in der die Bewohner und Bewohnerinnen sehr zufrieden seien.
Holz als nachwachsender, regional verfügbarer Rohstoff mit hoher Klimaschutzwirkung
30 Millionen Kubikmeter Holz wachsen jedes Jahr in Österreichs Wäldern nach. Pro Sekunde ist das ein Kubikmeter Holz. Für ein Einfamilienhaus in Holzbauweise braucht man etwa 40 Kubikmeter, das lässt sich auch umrechnen auf Wohnanlagen in Holz, so daten der Homepage www.holzistgenial.at. Holz ist nicht nur ein sehr behaglicher Baustoff, sondern seine Verwendung schützt auch das Klima. Nachwachsende Wälder absorbieren Kohlendioxid und sind damit ein wertvoller CO2-Speicher. 1,5 Mio. Tonnen CO2 werden bereits heute durch das in Österreich verbaute Holz langfristig eingespart. Dazu kommt eine mindestens ebenso hohe CO2-Ersparnis, weil das verbaute Holz andere Baumaterialien, die CO2 verursachen, ersetzt, so eine Studie der Universität für Bodenkultur in Wien. Die Baubranche mit einem Umsatz von jährlich 10 Billionen Dollar ist die umsatzstärkste Industrie der Welt. „Wie gebaut wird, ist eine zentrale ökologische Zukunftsfrage“, so Hans Holzinger von der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, der durch den Roundtable führte.


www.stadt-salzburg.at


Quelle: Stadt Salzburg



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